Archiv des Autors: Oliver Müller

Andickungsmittel bei Dysphagie – Anwendung, Dosierung & Produkte

Schluckstörungen betreffen viele Menschen – besonders im Alter, nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen. Wenn Flüssigkeiten zu schnell fließen, wird die Nahrungsaufnahme zur Herausforderung. Andickungsmittel schaffen Abhilfe und ermöglichen eine sichere Ernährung. Dieser Ratgeber erklärt Anwendung, Dosierung und empfiehlt passende Produkte bei Schluckbeschwerden.

Was sind Andickungsmittel und wie wirken sie?

Andickungsmittel sind Pulver, welche die Konsistenz von Flüssigkeiten und Speisen verändern. Sie binden Wasser und machen Getränke sowie Nahrung dickflüssiger. Das verlängert die Zeit, in der die Nahrung im Mund bleibt, und gibt Betroffenen mehr Kontrolle beim Schlucken. Durch das Andicken sinkt das Risiko, dass Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen.

Die meisten Andickungspulver enthalten Maltodextrin, modifizierte Stärke oder Xanthan. Diese Inhaltsstoffe sind geschmacksneutral und beeinflussen weder Farbe noch Geschmack der Speisen. Menschen mit Dysphagie können damit ihre gewohnten Getränke und Mahlzeiten sicher genießen.

Für wen eignen sich Andickungsmittel?

Instant Andickungspulver kommt bei Personen mit Schluckstörungen zum Einsatz. Nach einem Schlaganfall leiden viele Patienten an einer gestörten Schluckfunktion. Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose führen ebenfalls häufig zu Schluckbeschwerden und bei onkologischen Erkrankungen im Hals- und Rachenbereich treten ähnliche Probleme auf.

Ältere Menschen sind häufig betroffen, da die Muskulatur nachlässt und der Schluckreflex schwächer wird. Aber auch Kinder mit Entwicklungsstörungen benötigen mitunter angepasste Konsistenzen. In diesen Fällen ist das Diätmanagement mit Andickungsmitteln eine wichtige Therapie zur Unterstützung der Betroffenen.

Die verschiedenen Konsistenzstufen

Andickungsmittel bieten eine flexible Dosierung, sodass die Konsistenz, je nach Schweregrad der Dysphagie, angepasst werden kann. Es gibt drei Hauptstufen:

Stufe 1 – Sirupartig: Für leichte Schluckbeschwerden. Das Getränk fließt langsamer als Wasser. Dosierung: etwa 1 Messlöffel pro 100 ml.

Stufe 2 – Honigartig: Für moderate Schluckstörungen. Die Flüssigkeit läuft deutlich langsamer. Dosierung: etwa 1,5 Messlöffel pro 100 ml.

Stufe 3 – Puddingartig: Bei schweren Schluckstörungen. Die Nahrung ist nahezu löffelfest. Dosierung: etwa 2 Messlöffel pro 100 ml Flüssigkeit.

Die genaue Menge variiert je nach Produkt. Lassen Sie sich beraten, welche Stufe für Sie die richtige ist.

Anwendung und Zubereitung: So geht’s richtig

Die Verwendung von Andickungsmitteln ist unkompliziert. Die meisten Produkte sind Instant Andickungspulver und lösen sich in der Flüssigkeit schnell auf:

  1. Messen Sie die Flüssigkeitsmenge ab – Wasser, Tee, Saft, Suppen oder Trinknahrung.
  2. Geben Sie die entsprechende Menge Andickungspulver mit dem Messlöffel hinzu.
  3. Rühren Sie sofort kräftig um.
  4. Lassen Sie die angedickte Flüssigkeit kurz ruhen – zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten.
  5. Prüfen Sie die Konsistenz und passen Sie diese bei Bedarf an.

Die meisten Andickungsmittel sind für kalte und warme Getränke und Speisen geeignet. Achten Sie bei der Auswahl der Produkte darauf, dass die Pulver nicht nachdicken. Das ist ein Qualitätsmerkmal guter Produkte.

Tipps für den Einsatz im Alltag

  • Bereiten Sie Getränke immer frisch zu, da manche Produkte bei langem Stehen ihre Konsistenz verändern.
  • Für unterwegs eignen sich Sachets mit Einzelportionen.
  • Für mehr Variation im Speiseplan können Sie auch Suppen, Soßen und pürierte Speisen andicken.
  • Achten Sie auf eine einheitliche Konsistenz aller Lebensmittel.
  • Bewahren Sie Pulver-Dosen oder -Verpackungen kühl und trocken auf und verschließen Sie die Produkte nach Gebrauch gut.

Welche Andickungsmittel gibt es bei Dysphagie?

Der Markt bietet verschiedene Andickungsmittel, die sich in ihrer Zusammensetzung und ihren Eigenschaften unterscheiden. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Produkte vor, die auch im RCS-Pro Shop erhältlich sind.

Thick & Easy von Fresenius Kabi

Thick & Easy ist ein bekanntes Andickungsmittel auf dem Markt. Das Instant Andickungspulver ist geschmacks- und geruchsneutral und gibt 98% der gebundenen Flüssigkeit im Darm wieder frei. Das ist wichtig zur Vorbeugung von Dehydrierung. Thick & Easy eignet sich für Personen mit Schluckstörungen bei neurologischen oder onkologischen Erkrankungen und unterstützt das Schlucktraining. Erhältlich ist das Pulver im RCS-Pro Shop in der praktischen und gut wieder verschließbaren 225g-Dose.

Nutilis Powder von Nestlé

Nutilis ist ein weiteres Top-Produkt für Menschen mit Dysphagie. Es eignet sich hervorragend zum Andicken von Getränken und Speisen und ist sowohl gluten- als auch laktosefrei. Die Zubereitung gelingt problemlos in kalten und warmen Flüssigkeiten. Nutilis Powder ist amylaseresistent, was bedeutet, dass die gewünschte Konsistenz auch bei Speichelkontakt stabil bleibt. Das ist besonders wichtig, wenn das Essen länger im Mund verweilt. Das Pulver ist in verschiedenen Dosengrößen sowie als praktische Sachets à 12g im RCS-Pro Shop erhältlich.

Nutilis Clear für klare Flüssigkeiten

Ein besonderes Produkt ist Nutilis Clear – das transparente Andickungsmittel. Klare Flüssigkeiten wie Wasser, Tee oder Saft bleiben mit dem Produkt auch nach dem Andicken klar. Dies ist für die Akzeptanz bei Betroffenen von großer Bedeutung. Nutilis Clear ist amylaseresistent und ermöglicht ein Andicken in allen drei Konsistenzstufen. Die Dose mit 175g ist praktisch für den häuslichen Gebrauch.

ThickenUp von Nestlé

Nestlé ThickenUp ist ein geschmacksneutrales Andickungsmittel zum Andicken von Getränken, Suppen, Soßen und pürierten Speisen. Es ist sowohl in kalten als auch warmen Speisen anwendbar, klumpt nicht und dickt nicht nach. Die gebundene Flüssigkeit wird im Darm wieder freigesetzt, was für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sorgt. Das Produkt ist in Dosen à 227g sowie auch als durchsichtiges Andickungsmittel ThickenUp Clear im RCS-Pro Shop verfügbar. Beide Produkte eignen sich hervorragend für das Diätmanagement bei Patienten mit Schluckstörungen.

Wie wird die richtige Dosierung ermittelt?

Die korrekte Dosierung ist entscheidend für Sicherheit und Erfolg der Therapie. Der behandelnde Arzt oder Logopäde gibt nach einem Schlucktest eine entsprechende Empfehlung. Halten Sie sich an diese Vorgaben und passen Sie die Menge des Andickungsmittels an. Auf jeder Verpackung finden Sie Dosierungsempfehlungen, welche sich meist auf 100 ml Flüssigkeitsmenge beziehen.

Beachten Sie: Verschiedene Getränke benötigen unterschiedlich viel Pulver. Wasser und Tee dicken leichter an als säurehaltige Säfte oder Milch. Notieren Sie die benötigte Menge für Ihre Lieblingsgetränke.

Besondere Hinweise zur Verfügung

Andickungsmittel sind diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Sie dienen dem Diätmanagement bei Schluckstörungen.

Es gibt Situationen, in denen Andickungsmittel nicht geeignet sind: bei Kontraindikation der enteralen Ernährung, akuten gastrointestinalen Blutungen oder Darmverschluss. Auch bei Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe verzichten Sie besser auf die Verwendung. Für Kinder unter drei Jahren sind viele Andickungsmittel ebenfalls nicht geeignet.

Andickungsmittel und Trinknahrung kombinieren

Menschen mit Dysphagie benötigen oft hochkalorische Trinknahrung für ihren Nährstoffbedarf. Andickungsmittel lassen sich problemlos mit Trinknahrung kombinieren. Trinknahrung ist meist dickflüssiger als Wasser, daher kann die benötigte Menge an Andickungspulver geringer ausfallen. RCS-Pro bietet neben Andickungsmitteln auch Trinknahrung für verschiedene Bedürfnisse.

Häufig gestellte Fragen zu Andickungsmitteln

Welche Andickungsmittel werden bei Dysphagie eingesetzt?

Bei Dysphagie kommen verschiedene Andickungsmittel zum Einsatz, die speziell für die Behandlung von Schluckstörungen entwickelt wurden. Zu den bekanntesten Produkten gehören Thick & Easy von Fresenius Kabi, Nutilis und Nutilis Clear von Danone sowie Nestlé ThickenUp und Jonova. Diese Produkte sind als bilanzierte Diät für besondere medizinische Zwecke zugelassen und ermöglichen das sichere Andicken von Flüssigkeiten und Speisen in verschiedene Konsistenzstufen.

Welche Andickungsmittel eignen sich bei Schluckstörungen?

Bei Schluckstörungen eignen sich besonders amylaseresistente Andickungsmittel, da diese ihre Konsistenz auch bei längerem Speichelkontakt beibehalten. Produkte wie Nutilis, Nutilis Clear und Thick & Easy erfüllen diese Anforderung. Sie sind geschmacks- und geruchsneutral, lassen sich einfach dosieren und funktionieren sowohl in kalten als auch warmen Getränken. Für unterwegs sind Sachets praktisch, während für den häuslichen Gebrauch größere Dosen zur Verfügung stehen.

Welches Medikament wird bei Dysphagie eingesetzt?

Andickungsmittel sind keine Medikamente im klassischen Sinn, sondern diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Sie behandeln nicht die Ursache der Dysphagie, sondern ermöglichen eine sichere Nahrungsaufnahme trotz Schluckbeschwerden. Die eigentliche Behandlung der Dysphagie erfolgt durch Logopädie, Schlucktraining oder, je nach Ursache, durch die Therapie der Grunderkrankung. Andickungsmittel sind eine unterstützende Maßnahme im Rahmen der gesamten Behandlung.

Rollstuhl mieten oder kaufen? Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Entscheidung, ob man einen Rollstuhl mieten oder kaufen sollte, stellt viele Menschen vor eine wichtige Frage. Ob nach einer Operation, bei einem Krankenhausaufenthalt oder für längere Zeiträume – die Wahl der richtigen Lösung hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wann ist ein Rollstuhl notwendig?

Ein Rollstuhl wird bei vorübergehenden oder dauerhaften Mobilitätseinschränkungen zur wichtigen Mobilitätshilfe. Nach einer Operation, einem Unfall oder bei chronischen Erkrankungen ermöglicht er Menschen, trotz Einschränkungen mobil zu bleiben. Die Frage „Rollstuhl mieten oder kaufen?“ stellt sich in unterschiedlichen Lebenssituationen – und die Antwort fällt je nach Bedarf und Zeitraum unterschiedlich aus.

Die wichtigsten Unterschiede: Miete vs. Kauf

Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie die grundlegenden Unterschiede zwischen Rollstuhlmiete und Kauf verstehen. Bei der Miete zahlen Sie regelmäßige Mietkosten, meist pro Tag oder Woche. Der Verleih von Rollstühlen erfolgt über Sanitätshäuser oder spezialisierte Anbieter, die verschiedene Modelle zur Verfügung stellen. Eine Kaution ist in der Regel erforderlich.

Beim Kauf investieren Sie einmalig in ein eigenes Modell. Die Kosten variieren je nach Ausstattung – von einfachen Standardrollstühlen bis hin zum hochwertigen E-Rollstuhl. Ein wichtiger Aspekt ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Bei medizinischer Notwendigkeit und einem ärztlichen Rezept übernimmt die Krankenkasse in vielen Fällen einen Großteil der Kosten. Die Zuzahlung liegt meist bei etwa 10 Euro. Gesetzlich vorgeschrieben sind 10 % des Hilfsmittelpreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.

Rehasense Transportrollstuhl ICON35 LX

Rollstuhl mieten – Vorteile und Nachteile

Vorteile der RollstuhlmieteNachteile der Rollstuhlmiete
Flexibilität für kurze Zeiträume:
Die Miete ist ideal bei vorübergehendem Bedarf nach einer Operation, während der Rehabilitation oder für Reisen. Sie können die Mietdauer flexibel anpassen.
Höhere Kosten bei längerer Nutzung:
Was kurzfristig günstig erscheint, kann langfristig teuer werden. Die Mietkosten summieren sich über Monate hinweg. Bei einer Mindestmietdauer von mehreren Monaten übersteigen die Gesamtkosten oft den Kaufpreis eines vergleichbaren Modells.
Keine hohen Anschaffungskosten:
Statt mehrere hundert Euro auf einmal zu investieren, zahlen Sie überschaubare Mietkosten. Dies schont das Budget, besonders wenn die Krankenkasse die Kosten nicht vollständig übernimmt.
Begrenzte Auswahl: Sanitätshäuser bieten meist Standardmodelle zum Verleih an. Spezielle Rollstuhlmodelle, individuelle Anpassungen oder hochwertige Elektrorollstühle sind im Mietangebot oft nicht verfügbar.
Wartung und Service inklusive:
Die Servicepauschale ist meist in den Mietkosten enthalten. Bei Problemen kümmert sich der Verleih um Reparatur oder Austausch.
Kaution erforderlich: Häufig ist eine Kaution erforderlich, vor allem bei teureren Modellen. Je nach Anbieter und Rollstuhltyp kann diese auch im höheren dreistelligen Bereich liegen.
Einfacher Modellwechsel:
Passt das Modell nicht optimal, können Sie unkompliziert wechseln – ideal bei der Suche nach der richtigen Mobilitätshilfe.
Eingeschränkte Verfügbarkeit: Besonders in der Urlaubszeit oder bei hoher Nachfrage kann es vorkommen, dass bestimmte Modelle nicht sofort verfügbar sind. Eine frühzeitige Reservierung ist daher ratsam.

Rollstuhl kaufen – Vorteile und Nachteile

Vorteile beim RollstuhlkaufNachteile beim Rollstuhlkauf
Langfristig günstiger: Bei längerfristigem Bedarf ist der Kauf wirtschaftlicher. Nach einigen Monaten haben sich die Anschaffungskosten im Vergleich zur Miete amortisiert.Hohe Anschaffungskosten:
Die Preise für einen Rollstuhl variieren stark. Einfache Modelle beginnen bei etwa 200 Euro, während hochwertige Aktivrollstühle oder E-Rollstühle mehrere tausend Euro kosten können. Auch wenn die Krankenkasse einen Großteil übernimmt, bleibt oft ein Eigenanteil.
Individuelle Anpassung: Beim Kauf können Sie das Modell exakt an Ihre Bedürfnisse anpassen – von der Sitzbreite über Armlehnen bis zu speziellen Kissen.Wartung in Eigenverantwortung:
Als Besitzer sind Sie selbst für die Wartung und Instandhaltung verantwortlich. Verschleißteile wie Reifen oder Bremsen müssen regelmäßig überprüft und bei Bedarf ersetzt werden. Diese laufenden Kosten für diverse Rollstuhl-Ersatzteile sollten Sie einkalkulieren.
Große Auswahl: Die gesamte Produktpalette steht zur Verfügung. Im RCS-Pro Onlineshop finden Sie verschiedene Rollstuhlmodelle wie den Transportrollstuhl Travelite von Drive Medical, der mit nur 11,4 kg leicht und faltbar ist.Kaution erforderlich:
Häufig ist eine Kaution erforderlich, vor allem bei teureren Modellen. Je nach Anbieter und Rollstuhltyp kann diese auch im höheren dreistelligen Bereich liegen.
Eigentum und Komfort: Als Eigentümer haben Sie Ihren Rollstuhl jederzeit verfügbar und können ihn mit praktischem Rollstuhl-Zubehör wie Sitzkissen-Sets, Schlupfsäcken oder höhenverstellbaren Schiebegriffen ausstatten.Eingeschränkte Verfügbarkeit:
Besonders in der Urlaubszeit oder bei hoher Nachfrage kann es vorkommen, dass bestimmte Modelle nicht sofort verfügbar sind. Eine frühzeitige Reservierung ist daher ratsam.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein verordnetes Hilfsmittel mit ärztlichem Rezept.Langfristige Bindung:
Ein gekaufter Rollstuhl ist eine Investition für längere Zeit. Bei sich verändernden Anforderungen – etwa nach weiterer Genesung oder Verschlechterung der Mobilität – kann es notwendig sein, ein neues Modell anzuschaffen.
Bild © Mikael Damkier – stock.adobe.com

Was kostet ein Rollstuhl? Preise im Überblick

Die Kosten für einen Rollstuhl variieren stark. Daher sind die folgenden Preisbereiche als typische Orientierungswerte zu betrachten. Denn je nach Hersteller, Ausstattung und Anbieter können Rollstühle auch günstiger oder deutlich teurer sein.

Hier ein Überblick über typische Preise:

  • Standardrollstühle: Einfache manuelle Rollstühle kosten zwischen 200 und 600 Euro. Diese Modelle eignen sich für den gelegentlichen Gebrauch oder kurze Strecken.
  • Leichtgewichtrollstühle: Hochwertigere Modelle aus Aluminium mit besserer Ausstattung liegen bei 600 bis 1.500 Euro. Sie sind komfortabler und leichter zu handhaben.
  • Aktivrollstühle: Für Menschen, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind, bieten Aktivrollstühle mehr Mobilität. Die Kosten bewegen sich zwischen 1.500 und 4.000 Euro.
  • Elektrorollstühle: Ein E-Rollstuhl ermöglicht auch bei eingeschränkter Kraft selbstständige Mobilität. Die Preise beginnen bei etwa 2.000 Euro und können bei hochwertigen Modellen bis zu 15.000 Euro erreichen.

Mietkosten: Die Miete eines Standardrollstuhls kostet durchschnittlich 5 bis 15 Euro pro Tag oder 50 bis 150 Euro pro Monat. Für Elektrorollstühle liegen die Mietkosten deutlich höher, etwa bei 100 bis 300 Euro monatlich.

Im RCS Pro Online-Shop finden Sie eine große Auswahl an manuellen Transport-, Standard- und Leichtgewichtrollstühle. Die fairen Preise liegen – je nach Einsatzbereich und Komfort – zwischen ca. 100 und 800 Euro (Stand: 2025).

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für einen Rollstuhl als Hilfsmittel, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Voraussetzung ist ein ärztliches Rezept, das die Diagnose und den Bedarf dokumentiert. Der behandelnde Arzt stellt das Rezept aus, das Sie bei einem zugelassenen Sanitätshaus oder direkt bei Ihrer Krankenversicherung einreichen.

Die Versorgung erfolgt in der Regel über Sanitätshäuser, mit denen die Krankenkasse Verträge abgeschlossen hat. Dort werden Sie beraten und erhalten ein passendes Modell. Bei Standardversorgung trägt die Krankenkasse die Kosten vollständig, abzüglich einer gesetzlichen Zuzahlung von maximal 10 Euro.

Wichtig: Bei Sonderwünschen oder Modellen, die über die Standardversorgung hinausgehen, können Mehrkosten entstehen, die Sie selbst tragen müssen. Eine Beratung im Sanitätshaus hilft Ihnen, die richtige Balance zwischen Ihren Bedürfnissen und der Kostenübernahme zu finden.

Auch für die Rollstuhlmiete kann in bestimmten Fällen eine Kostenübernahme beantragt werden, zum Beispiel bei vorübergehendem Bedarf nach einer Operation. Die Krankenkasse entscheidet im Einzelfall über die Übernahme der Mietkosten.

Bild © Cagkan – stock.adobe.com

Mieten oder Kaufen? Entscheidungshilfe für verschiedene Situationen

Kurzfristiger Bedarf (wenige Wochen bis 3 Monate)Empfehlung: Miete
Wenn Sie nach einer Operation oder während der Überbrückung einer akuten Mobilitätseinschränkung nur für kurze Zeit einen Rollstuhl benötigen, ist die Miete die beste Wahl. Die Mietkosten bleiben überschaubar, und Sie profitieren vom Service und der Flexibilität des Verleihs.
Beispiel: Nach einer Knie-Operation benötigen Sie für etwa 6 Wochen einen Rollstuhl, bis Sie wieder mit Gehhilfen laufen können. Die Rollstuhlmiete kostet in diesem Fall etwa 200 bis 400 Euro – deutlich günstiger als ein Kauf.
Mittelfristiger Bedarf (3 bis 12 Monate)Empfehlung: Individuelle Abwägung
Bei einem Bedarf von mehreren Monaten sollten Sie beide Optionen genau durchrechnen. Hier spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle: Gibt es die Möglichkeit einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse? Wie hoch sind die Mietkosten im Vergleich zum Kaufpreis?

Tipps zur Entscheidung:

  • Rechnen Sie die Gesamtmietkosten für den geplanten Zeitraum aus

  • Vergleichen Sie mit den Kosten für ein vergleichbares Kaufmodell

  • Prüfen Sie, ob die Krankenkasse bei Kauf die Kostenübernahme bewilligen würde

  • Berücksichtigen Sie, ob nach Ablauf der Zeit der Rollstuhl noch benötigt wird

Langfristiger oder dauerhafter BedarfEmpfehlung: KaufWenn Sie dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist der Kauf die wirtschaftlichere Lösung. Mit ärztlichem Rezept übernimmt die Krankenkasse die Kosten, und Sie besitzen ein individuell angepasstes Hilfsmittel. Zudem können Sie Ihren Rollstuhl nach Ihren Wünschen mit Zubehör ausstatten.

Die richtige Auswahl: Worauf Sie achten sollten

Ob Miete oder Kauf – die Auswahl des richtigen Modells ist entscheidend für Ihren Komfort und Ihre Mobilität:

  • Sitzbreite und Komfort: Die Sitzfläche sollte ausreichend breit sein, ohne zu viel Spielraum zu lassen. Zu schmale Sitze können zu Druckstellen führen, zu breite beeinträchtigen die Manövrierfähigkeit.
  • Gewicht und Transportfähigkeit: Wenn Sie den Rollstuhl häufig im Auto transportieren, achten Sie auf ein geringes Gewicht und einen faltbaren Rahmen. Leichtgewichtmodelle aus Aluminium sind hier ideal.
  • Einsatzort: Überlegen Sie, wo Sie den Rollstuhl hauptsächlich nutzen werden. Für den Einsatz im Haus reicht oft ein einfacheres Modell, während für Außenbereiche robustere Räder und eine stabile Konstruktion wichtig sind.
  • Elektrische Unterstützung: Ein E-Rollstuhl bietet bei eingeschränkter Armkraft oder für längere Strecken deutlich mehr Unabhängigkeit. Allerdings sind sowohl Anschaffungs- als auch Mietkosten deutlich höher.

Praktisches Zubehör für mehr Komfort

Unabhängig davon, ob Sie einen Rollstuhl mieten oder kaufen – das richtige Zubehör erhöht den Komfort erheblich. Im RCS-Pro Onlineshop finden Sie eine Auswahl an praktischen Hilfsmitteln wie z.B.:

  • Rollstuhl-Kissensets: Sorgen für bequemes Sitzen und beugen Druckstellen vor
  • Schlupfsäcke: Halten bei kaltem Wetter warm und sind wasserabweisend
  • Höhenverstellbare Schiebegriffe: Erleichtern Begleitpersonen das Schieben
  • Transferhilfen: Rutschbretter und Gleitmatten unterstützen beim sicheren Umsetzen vom Rollstuhl ins Bett oder auf die Toilette

Solche Hilfsmittel verbessern nicht nur den Alltag von Rollstuhlfahrern, sondern entlasten auch pflegende Angehörige. Die Unterstützung durch geeignetes Zubehör spielt eine wichtige Rolle für die Lebensqualität.

Wo können Sie einen Rollstuhl mieten oder kaufen?

Sanitätshäuser

Sanitätshäuser sind die erste Anlaufstelle für Rollstühle. Sie bieten sowohl Verkauf als auch Verleih an und beraten Sie umfassend. Mit einem ärztlichen Rezept können Sie die Rollstuhlversorgung in der Regel über Ihre gesetzliche Krankenkasseabwickeln. Diese arbeitet dafür mit Vertragssanitätshäusern zusammen. Der Vorteil: Fachpersonal hilft bei der Auswahl und Anpassung des richtigen Modells.

Online-Plattformen

Für den direkten Kauf ohne Rezept bieten Online-Shops wie RCS-Pro eine bequeme Alternative. Hier finden Sie verschiedene Rollstuhlmodelle und Zubehör zu fairen Preisen. Der Vorteil liegt in der großen Auswahl und der bequemen Bestellung von zu Hause aus.

Lokale Anbieter und Verleih-Stationen

In vielen Städten gibt es spezialisierte Anbieter für Rollstuhlverleih, die flexible Mietkonditionen ohne lange Mindestmietdauer anbieten. Dies ist besonders praktisch für spontanen Bedarf, etwa bei Reisen oder Veranstaltungen.

Bild © RioPatuca Images – stock.adobe.com

Die richtige Entscheidung für Ihre Situation

Die Frage „Rollstuhl mieten oder kaufen?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt von Ihrer individuellen Situation, dem Zeitraum der Nutzung und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab.


Mieten Sie einen Rollstuhl, wenn:

  • Sie ihn nur kurzfristig für wenige Wochen benötigen
  • Sie verschiedene Modelle ausprobieren möchten
  • Sie keine hohen Anschaffungskosten tragen können oder möchten
  • Sie flexibel bleiben wollen

Kaufen Sie einen Rollstuhl, wenn:

  • Sie ihn langfristig oder dauerhaft benötigen
  • Sie ein individuell angepasstes Modell wünschen
  • Eine ärztliche Verordnung vorliegt und die Krankenkasse die Kosten übernimmt
  • Sie von der Kostenersparnis bei längerer Nutzung profitieren möchten

In beiden Fällen ist eine gute Beratung durch Fachpersonal wichtig. Nehmen Sie sich Zeit für die Entscheidung und prüfen Sie verschiedene Optionen. Ob Standardrollstuhl für die Überbrückung nach einer Operation oder hochwertiger Aktivrollstuhl für den Alltag – das richtige Hilfsmittel gibt Ihnen Mobilität und Lebensqualität zurück.

Bei Fragen zur Auswahl von Rollstühlen und passendem Zubehör steht Ihnen das Team von RCS-Pro gerne zur Verfügung. Mit der richtigen Mobilitätshilfe meistern Sie Ihren Alltag selbstständig und bleiben aktiv – egal ob Sie sich für Miete oder Kauf entscheiden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel zahlt die Krankenkasse für einen Rollstuhl?

Bei medizinischer Notwendigkeit und einem ärztlichen Rezept übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Standardversorgung vollständig. Sie zahlen lediglich eine gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro. Bei Sonderausstattungen können Mehrkosten anfallen, die Sie selbst tragen.

Was kostet die Miete eines Rollstuhls?

Die Mietkosten variieren je nach Modell und Anbieter. Für einen Standardrollstuhl zahlen Sie durchschnittlich 50 bis 150 Euro pro Monat. Tagesmieten liegen bei etwa 5 bis 15 Euro. Elektrorollstühle sind mit 100 bis 300 Euro monatlich deutlich teurer im Verleih.

Was kostet ein Rollstuhl im Sanitätshaus?

Im Sanitätshaus beginnen die Preise für einfache Standardrollstühle bei etwa 200 Euro. Hochwertige Modelle und Elektrorollstühle können mehrere tausend Euro kosten. Mit einem ärztlichen Rezept übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten eines Rollstuhls?

Die durchschnittlichen Kosten hängen vom Typ ab: Einfache manuelle Rollstühle kosten 200 bis 600 Euro, Leichtgewichtmodelle 600 bis 1.500 Euro, Aktivrollstühle 1.500 bis 4.000 Euro und Elektrorollstühle ab 2.000 Euro aufwärts. Bei Verordnung durch den Arzt trägt die Krankenversicherung die Kosten.

Pflegebett beantragen & mieten – So klappt die Kostenübernahme

Ein Pflegebett kann den Alltag von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen erheblich erleichtern. Doch viele stehen vor der Frage: Wie bekomme ich ein Pflegebett für zu Hause? Wer übernimmt die Kosten? Und ist es sinnvoller, ein Pflegebett zu mieten oder zu kaufen? Hier erfahren Sie alles Wichtige über den Antrag, die Kostenübernahme und die verschiedenen Möglichkeiten, ein Krankenbett zu beziehen.

Was ist ein Pflegebett und wann wird es benötigt?

Ein Pflegebett, auch als Krankenbett bezeichnet, ist ein spezielles Bett mit verstellbaren Funktionen, das pflegebedürftigen Menschen den Alltag erleichtert. Im Gegensatz zu einem normalen Bett lässt sich bei einem Pflegebett die Liegefläche in verschiedene Positionen bringen – sei es das Hochstellen des Kopfteils oder das Verstellen der Höhe. Diese Funktionen bieten nicht nur mehr Komfort für den Patienten, sondern entlasten auch die Pflegepersonen erheblich.

Ein Pflegebett wird dann notwendig, wenn eine Person aufgrund von Krankheit, Alter, einem Unfall oder einer Pflegebedürftigkeit nicht mehr in einem normalen Bett zurechtkommen kann. Typische Erkrankungen, bei denen ein Krankenbett zur Anwendung kommt, sind beispielsweise Herz-Kreislauf-Probleme, Demenz, schwere Mobilitätseinschränkungen oder die Folgen eines Schlaganfalls. Das Pflegebett unterstützt beim Aufstehen, verhindert Druckgeschwüre und ermöglicht eine bessere Lagerung der Patienten.

Die Vorteile eines Pflegebetts liegen auf der Hand: Mehr Komfort und Sicherheit für Pflegebedürftige, Erleichterung der Pflegemaßnahmen für Angehörige und professionelle Pflegekräfte sowie eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität im eigenen Zuhause. Mit einem geeigneten Bettsystem können viele Menschen trotz Einschränkungen länger zu Hause bleiben.

Arten von Pflegebetten: Welches Modell ist das passende?

Es gibt verschiedene Arten von Pflegebetten, die je nach individuellem Bedarf ausgewählt werden können. Das Standard-Pflegebett ist das am häufigsten eingesetzte Modell und verfügt über grundlegende Funktionen wie die elektrische Verstellung von Kopf- und Fußteil sowie die Höhenverstellung. Diese Basisausstattung reicht für viele Pflegesituationen völlig aus.

Für spezielle Fälle gibt es auch Pflegebetten mit erweiterten Funktionen. Ein Niedrigpflegebett etwa kann besonders tief abgesenkt werden, was die Sturzgefahr für unruhige oder demenzerkrankte Patienten minimiert. Schwerlastpflegebetten sind für Menschen mit einem höheren Körpergewicht konzipiert und bieten entsprechend mehr Stabilität. Die Wahl des richtigen Modells hängt von mehreren Faktoren ab: Welchen Pflegegrad hat die betroffene Person? Wie ist der Gesundheitszustand? Gibt es besondere Anforderungen an die Mobilität oder Sicherheit?

Ihr Arzt oder die Pflegekasse kann Sie bei der Auswahl des passenden Pflegebetts beraten. Wichtig ist auch die passende Matratze. Eine gute Pflegebettmatratze verhindert Druckstellen und unterstützt die korrekte Lagerung. Bei RCS-Pro finden Sie eine Auswahl hochwertiger Matratzen und weiteres Pflegebettzubehör, das den Komfort und die Sicherheit im Pflegealltag erhöht.

Wann steht Ihnen ein Pflegebett zu?

Grundsätzlich haben Sie Anspruch auf ein Pflegebett, wenn dieses als Pflegehilfsmittel medizinisch notwendig ist.

Bild © Henrik Dolle – stock.adobe.com

Die Voraussetzungen dafür sind in den meisten Fällen erfüllt, wenn:

  • Eine erhebliche Einschränkung der Mobilität oder Gesundheit vorliegt, sodass ein normales Bett nicht mehr ausreicht
  • Das Pflegebett die häusliche Pflege erleichtert oder sie überhaupt erst möglich macht
  • Eine ärztliche Verordnung vorliegt, die die medizinische Notwendigkeit begründet

Ein Pflegegrad ist nicht zwingend erforderlich, kann aber den Prozess erleichtern. Auch ohne anerkannten Pflegegrad können Sie ein Krankenbett beantragen, sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht. Entscheidend ist die Begründung durch den behandelnden Arzt.

Hierbei gilt: Je besser die medizinische Begründung, desto höher die Chancen auf eine schnelle Genehmigung.

Wer übernimmt die Kosten für ein Pflegebett?

Ein Pflegebett kann entweder von der Krankenkasse (als Hilfsmittel) oder von der Pflegekasse (als Pflegehilfsmittel) übernommen werden. Liegt ein Pflegegrad vor und dient das Bett der häuslichen Pflege, ist in der Regel die Pflegekasse zuständig. Ohne Pflegegrad läuft die Versorgung meist über die Krankenkasse – entscheidend ist immer die medizinische Notwendigkeit und die ärztliche Verordnung.

Wichtig ist, dass Sie das Pflegebett vor der Anschaffung oder Anmietung beantragen. Eine nachträgliche Erstattung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für ein zweckmäßiges Standard-Pflegebett in der Regel vollständig. Lediglich eine gesetzliche Zuzahlung kann anfallen. Bei speziellen Modellen mit Zusatzfunktionen kann es sein, dass Sie einen Eigenanteil zahlen müssen. Lassen Sie sich im Vorfeld vom Sanitätshaus beraten, welche Kosten die Kasse trägt und ob zusätzliche Ausgaben auf Sie zukommen.

Ein wichtiger Tipp: Achten Sie darauf, dass das Sanitätshaus ein Vertragspartner Ihrer Kasse ist. Nur dann ist die volle Kostenübernahme garantiert. Bei Anbietern außerhalb des Vertragsnetzes müssen Sie möglicherweise in Vorleistung gehen oder Mehrkosten selbst tragen.

Wie beantrage ich ein Pflegebett? – Schritt für Schritt

Schritt 1: Ärztliche Verordnung einholen

Der erste Schritt zum Pflegebett führt zum Hausarzt oder zum behandelnden Facharzt. Kann ein Hausarzt ein Pflegebett verschreiben? Ja, der Hausarzt ist in der Regel der richtige Ansprechpartner für die Verordnung eines Pflegebetts. Erklären Sie dem Arzt Ihre Situation und die Gründe, warum ein Pflegebett notwendig ist. Der Arzt stellt dann ein Rezept aus, auf dem die medizinische Begründung für das Krankenbett vermerkt ist.

Diese ärztliche Verordnung ist das zentrale Dokument für Ihren Antrag. Sie sollte möglichst konkret sein und die Diagnose sowie die Notwendigkeit des Pflegebetts klar benennen. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn der Arzt zusätzlich spezifische Anforderungen an das Bett (z. B. elektrische Verstellung, besondere Höhe) vermerkt.

Schritt 2: Antrag bei der Pflege- oder Krankenkasse stellen

Mit der ärztlichen Verordnung können Sie nun den Antrag bei Ihrer Pflegekasse oder Krankenkasse einreichen. Liegt ein Pflegegrad vor und dient das Pflegebett der häuslichen Pflege, ist in der Regel die Pflegekasse zuständig. Ohne Pflegegrad oder bei vorübergehendem Bedarf (z. B. nach Krankheit oder Operation) läuft die Versorgung meist über die Krankenkasse.

Die Pflegekasse ist übrigens Teil Ihrer Krankenkasse – Sie müssen also nicht bei einer separaten Stelle anfragen. Reichen Sie das Rezept zusammen mit einem formlosen Antrag ein. In diesem Antrag sollten Sie kurz erläutern, warum Sie das Pflegebett benötigen. Viele Kassen bieten auch spezielle Antragsformulare auf ihren Webseiten an. Der Antrag kann in der Regel schriftlich, per E-Mail oder über das Online-Portal Ihrer Kasse eingereicht werden.

Schritt 3: Auswahl eines Sanitätshauses

In den meisten Fällen arbeiten die Krankenkassen und Pflegekassen mit bestimmten Sanitätshäusern zusammen. Nach Einreichung des Antrags erhalten Sie oft eine Liste mit zugelassenen Anbietern. Sie können aber auch ein Sanitätshaus Ihrer Wahl kontaktieren. Dieses kümmert sich dann häufig direkt um die Abwicklung mit der Kasse. Das Sanitätshaus berät Sie zu den verschiedenen Modellen und Funktionen und liefert das genehmigte Pflegebett zu Ihnen nach Hause. Auch die Einweisung in die Bedienung und eventuelle Anpassungen werden vom Sanitätshaus übernommen.

Schritt 4: Genehmigung abwarten

Wie lange dauert die Genehmigung für ein Pflegebett? Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel zwei bis drei Wochen. Laut Gesetz muss die Krankenkasse innerhalb von drei Wochen über Ihren Antrag entscheiden. Bei Verzögerungen oder wenn eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) notwendig ist, kann es auch länger dauern. In dringenden Fällen – etwa bei Entlassung aus dem Krankenhaus – sollten Sie dies bei der Antragstellung deutlich machen, um den Prozess zu beschleunigen.

Wie komme ich schnell an ein Pflegebett? Wenn es besonders eilig ist, können Sie das Pflegebett auch zunächst auf eigene Kosten beim Sanitätshaus mieten und später die Kostenerstattung bei der Kasse beantragen. Dieser Weg ist allerdings mit einem finanziellen Risiko verbunden, falls die Kasse die Kostenübernahme ablehnt.

Pflegebett mieten oder kaufen? Die Vor- und Nachteile

Eine wichtige Frage lautet: Sollte ich das Pflegebett mieten oder kaufen? Beide Optionen haben ihre Vorteile, wobei die Miete in den meisten Fällen die wirtschaftlichere Lösung darstellt.

Bild © Thomas Reimer – stock.adobe.com

Vorteile der Miete

Ein gemietetes Pflegebett bietet maximale Flexibilität. Wenn sich der Gesundheitszustand ändert oder das Bett nicht mehr benötigt wird, kann es einfach zurückgegeben werden. Auch Reparaturen und Wartung werden in der Regel vom Verleihunternehmen übernommen. Die monatliche Miete für ein Pflegebett übernimmt bei genehmigtem Antrag komplett die Pflege- oder Krankenkasse – für Sie entstehen keine Kosten.

Wie hoch ist die Miete für ein Pflegebett? Die tatsächlichen Mietkosten variieren je nach Modell und Anbieter, liegen aber typischerweise zwischen 50 und 150 Euro pro Monat. Diese Kosten tragen Sie jedoch nicht selbst, wenn die Pflegekasse die Kostenübernahme genehmigt hat.

Vorteile der Anschaffung

Beim Kauf eines Pflegebetts übernimmt die Kasse die Kosten in der Regel bis zur Höhe eines sogenannten Festbetrags bzw. Vertragspreises. Wie hoch dieser genau ist, hängt von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse und den jeweiligen Verträgen mit den Sanitätshäusern ab. Wählen Sie ein deutlich teureres Modell, müssen Sie die Differenz in der Regel selbst tragen.

Der Kauf eines Pflegebetts kann sinnvoll sein, wenn ein langfristiger oder dauerhafter Bedarf besteht. Ein eigenes Pflegebett bedeutet auch, dass Sie unabhängig von Mietverträgen sind und das Bett nach Ihren Wünschen anpassen können. Allerdings sind Sie dann auch selbst für Wartung und eventuelle Reparaturen verantwortlich.

Kostenfalle vermeiden: Was Sie beachten sollten

Um eine ungewollte Kostenfalle zu vermeiden, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:

  • Immer zuerst die Genehmigung abwarten: Bestellen Sie das Pflegebett nicht auf eigene Faust, bevor die Kasse zugestimmt hat. Ohne Genehmigung bleiben Sie auf den Kosten sitzen.
  • Vertragspartner prüfen: Wählen Sie ein Sanitätshaus aus dem Vertragsnetz Ihrer Kasse, um Zusatzkosten zu vermeiden.
  • Zusatzleistungen klären: Fragen Sie nach, ob Lieferung, Aufbau und Einweisung im Preis enthalten sind. In der Regel übernimmt die Kasse auch diese Leistungen.
  • Zuzahlung beachten:
    Für ein Pflegebett fällt – je nach Zuständigkeit – eine gesetzliche Zuzahlung an:
    – Über die Krankenkasse beträgt sie 10 % der Kosten, maximal 10 € je Hilfsmittel.
    – Über die Pflegekasse ebenfalls 10 %, jedoch maximal 25 € je Pflegehilfsmittel.

    In vielen Fällen wird das Pflegebett leihweise überlassen – dann entfällt die Zuzahlung teilweise oder ganz. Die Zuzahlung ist in der Regel einmalig fällig, laufende Mietkosten übernimmt die Kasse.

Pflegebettzubehör für mehr Komfort und Sicherheit

Ein Pflegebett allein reicht oft nicht aus. Das richtige Zubehör erhöht den Komfort und die Sicherheit im Pflegealltag deutlich. Im RCS-Pro Online-Shop finden Sie eine große Auswahl an hochwertigem Pflegebettzubehör, das Ihnen und Ihren Angehörigen die Pflege zu Hause erleichtert.

Schutzpolster Pharmatex
  • Bettgriffe und Aufrichthilfen unterstützen Pflegebedürftige beim selbstständigen Aufstehen und Umlagern im Bett. Sie bieten zusätzliche Stabilität und fördern die Mobilität. Bei RCS-Pro erhalten Sie beispielsweise Bettgriffe mit Fußstützen, die für noch mehr Sicherheit beim Aufstehen sorgen.
  • Seitengitter und Seitengitterschutzpolster schützen vor Stürzen aus dem Bett, besonders wichtig für unruhige oder demente Patienten. Die Geländerpolster von RCS-Pro sind waschbar und bieten optimalen Schutz vor Verletzungen an den harten Seitengittern.
  • Beistelltische ermöglichen es Pflegebedürftigen, wichtige Gegenstände, Medikamente oder Getränke in Reichweite zu haben. Die höhenverstellbaren und fahrbaren Beistelltische bei RCS-Pro sind ideal für die Nutzung im Bett oder auf der Couch und erleichtern die Essens- und Getränkeanreichung erheblich.
  • Spezielle Unterlagen und Bettschutz schützen die Matratze und sorgen für Hygiene im Pflegebett. Diese Hilfsmittel sind besonders wichtig bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen.

Die richtige Kombination aus Pflegebett und passendem Zubehör schafft eine sichere und komfortable Pflegeumgebung zu Hause. Im RCS-Pro Shop finden Sie alle notwendigen Hilfsmittel in hoher Qualität und zu fairen Preisen.

Pflegebett und Pflegegrad – Gibt es Zusammenhänge?

Viele fragen sich: Brauche ich einen Pflegegrad, um ein Pflegebett zu bekommen? Die Antwort lautet: Nein, ein Pflegegrad ist nicht zwingend erforderlich, um ein Pflegebett zu erhalten. Bei medizinischer Notwendigkeit kann es auch über die Krankenkasse verordnet werden. Soll das Pflegebett jedoch als Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse laufen, ist ein anerkannter Pflegegrad Voraussetzung. Mit Pflegegrad wird der Antrag in der Praxis oft leichter bewilligt, und es stehen weitere Pflegeleistungen zur Verfügung.

Mit einem Pflegegrad haben Sie außerdem Anspruch auf weitere Leistungen der Pflegeversicherung, wie etwa Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder zusätzliche Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 42 Euro monatlich. Früher sprach man von Pflegestufen, heute von Pflegegraden. Die Pflegegrade reichen von Pflegegrad 1 (geringe Beeinträchtigung) bis Pflegegrad 5 (schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen). Je höher der Pflegegrad, desto umfangreicher sind die Leistungen der Pflegekasse.

Das Pflegebett selbst ist jedoch unabhängig vom Pflegegrad erhältlich, solange die medizinische Notwendigkeit gegeben ist. Falls Sie noch keinen Pflegegrad haben, aber Unterstützung im Alltag benötigen, lohnt sich die Beantragung. Die Pflegekasse sendet einen Gutachter des Medizinischen Dienstes (MD) zu Ihnen nach Hause, der Ihren Pflegebedarf einschätzt. Dieser Besuch ist kostenlos und unverbindlich.

Besondere Situationen: Demenz und andere Erkrankungen

Pflegebetten spielen bei verschiedenen Erkrankungen eine zentrale Rolle. Bei Menschen mit Demenz beispielsweise ist ein niedriges Pflegebett oft die beste Lösung, da es die Sturzgefahr minimiert. Zusätzlich können spezielle Seitengitter mit Polstern verhindern, dass sich Betroffene verletzen, wenn sie nachts unruhig sind.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermöglicht ein verstellbares Pflegebett die optimale Lagerung mit erhöhtem Oberkörper, was die Atmung erleichtert und den Kreislauf entlastet. Nach einem Unfall oder bei stark eingeschränkter Mobilität bietet ein elektrisch verstellbares Bett die notwendige Unterstützung für Pflegemaßnahmen.

Wichtig ist in allen Fällen, dass das Pflegebett individuell auf die Bedürfnisse der kranken Person abgestimmt wird. Eine gute Kombination aus Pflegebett, passender Matratze und dem richtigen Zubehör schafft die Voraussetzungen für eine bestmögliche Versorgung zu Hause.

Pflegebett im Einsatz – Hilfe für Pflegepersonen und Pflegedienste

Ein gut ausgestattetes Pflegebett erleichtert nicht nur das Leben der Pflegebedürftigen, sondern auch das der pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräfte. Die Höhenverstellung des Betts schont den Rücken bei Pflegemaßnahmen, und die elektrische Verstellung ermöglicht schnelle Lageveränderungen ohne körperliche Anstrengung. Für Pflegedienste, die täglich mehrere Patienten versorgen, ist ein modernes Pflegebett mit durchdachten Funktionen unerlässlich. Die richtige Höhe des Betts verhindert Rückenbeschwerden bei den Pflegekräften und macht die Arbeit effizienter. Auch die Lagerung der Patienten gelingt mit einem elektrisch verstellbaren Pflegebett deutlich einfacher und schonender.

Die Investition in ein hochwertiges Pflegebett samt Zubehör zahlt sich aus: Weniger Belastung für alle Beteiligten, mehr Sicherheit für die Pflegebedürftigen und eine insgesamt höhere Lebensqualität im häuslichen Umfeld.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich ein Pflegebett ohne Rezept bekommen?

Nein, für die Kostenübernahme durch die Pflege- oder Krankenkasse benötigen Sie immer eine ärztliche Verordnung. Ohne Rezept müssen Sie die Kosten selbst tragen.

Was passiert, wenn die Krankenkasse den Antrag ablehnt?

Bei einer Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen. Lassen Sie sich die Gründe für die Ablehnung schriftlich geben und reichen Sie gegebenenfalls eine ausführlichere ärztliche Begründung nach. In vielen Fällen führt ein Widerspruch zum Erfolg.

Muss ich das Pflegebett nach einiger Zeit zurückgeben?

Wenn das Pflegebett gemietet ist und nicht mehr benötigt wird, sollten Sie es an das Sanitätshaus zurückgeben. Teilen Sie dies auch Ihrer Pflege- oder Krankenkasse mit, damit die Kostenübernahme beendet wird.

Kann ich zwischen verschiedenen Modellen wählen?

Ja, in gewissen Grenzen haben Sie ein Wahlrecht. Die Kasse übernimmt die Kosten für ein zweckmäßiges Standard-Modell. Wenn Sie ein teureres Modell mit Zusatzfunktionen wünschen, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.

Wer baut das Pflegebett auf und weist mich ein?

Das Sanitätshaus liefert das Bett nach Hause, baut es auf und erklärt Ihnen die Bedienung. Diese Leistung ist in der Regel im Preis enthalten und wird von der Kasse übernommen.

Gibt es auch Pflegebetten für Kinder?

Ja, es gibt spezielle Kinderpflegebetten, die auf die Bedürfnisse von pflegebedürftigen Kindern zugeschnitten sind. Auch hier gilt: Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Kasse die Kosten.

Was mache ich bei technischen Problemen mit dem Pflegebett?

Kontaktieren Sie das Sanitätshaus, bei dem Sie das Bett gemietet oder gekauft haben. Die Mitarbeiter kümmern sich um Reparaturen und Wartung. Bei gemieteten Betten ist dies in der Regel kostenfrei.

Kann ich ein Pflegebett auch im Krankenhaus oder Pflegeheim nutzen?

In stationären Einrichtungen werden Pflegebetten von der Einrichtung selbst gestellt. Der hier beschriebene Antragsprozess bezieht sich auf die häusliche Pflege.

Barrierefreie Küche für Pflegebedürftige: Kleine Umbauten mit großer Wirkung

Die Küche ist das Herzstück jedes Zuhauses – ein Ort, an dem gemeinsam gekocht, gegessen und gelebt wird. Doch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Pflegebedürftige kann die alltägliche Küchenarbeit zur Herausforderung werden. Eine barrierefreie Küche schafft hier Abhilfe und ermöglicht es allen Personen, unabhängig von körperlichen Einschränkungen, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu bewahren. Die gute Nachricht: Oft reichen bereits kleine, gezielte Umbauten aus, um die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Was macht eine Küche barrierefrei?

Eine barrierefreie Küche zeichnet sich durch durchdachte Küchenplanung aus, die verschiedene Lebenslagen berücksichtigt. Im Zentrum steht die Frage: Wie können alle Menschen – ob Rollstuhlfahrer, Senioren im Alter mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Personen, die auf Gehhilfen angewiesen sind – sicher und komfortabel in der Küche arbeiten?

Die DIN 18040-2 gibt wichtige Vorgaben für die Gestaltung barrierefreier Wohnungen vor. Sie definiert unter anderem ausreichende Bewegungsflächen, die richtige Anordnung der Küchenelemente und Anforderungen an die Unterfahrbarkeit von Arbeitsflächen. Doch Barrierefreiheit bedeutet mehr als nur die Einhaltung von Normen: Es geht darum, jedem Familienmitglied die Freiheit zu geben, sich in der Küche frei zu bewegen und alle Tätigkeiten ohne fremde Hilfe ausführen zu können.

Grundvoraussetzungen: Bewegungsfreiheit schaffen

Die Grundvoraussetzung für eine barrierefreie Küche ist ausreichend Platz. Rollstuhlfahrer benötigen eine Wendefläche von mindestens 150 x 150 cm, um sich komfortabel drehen und wenden zu können. Bei der Küchenplanung sollte dieser Aspekt von Anfang an berücksichtigt werden. Auch der Grundriss spielt eine wichtige Rolle: Während eine U-Form bei großzügigen Räumen funktionieren kann, eignen sich für kleinere Bereiche oft L-förmige Lösungen besser.

Türen sollten eine lichte Breite von mindestens 90 cm aufweisen, damit auch Personen mit einem Rollstuhl oder Rollator barrierefrei und ohne Schwierigkeiten hindurchgelangen können. Bei der Planung ist zudem wichtig, dass ausreichend Rangierraum vor allen Küchengeräten eingeplant wird.

Die optimale Arbeitshöhe: Flexibilität ist entscheidend

Ein zentraler Teil der barrierefreien Küchengestaltung ist die richtige Arbeitshöhe. Während die Standard-Arbeitshöhe in den meisten Küchen bei etwa 90 cm liegt, haben Menschen mit Behinderung oder Rollstuhlfahrer völlig andere Bedürfnisse. Höhenverstellbare Arbeitsplatten bieten hier die perfekte Lösung: Sie lassen sich individuell anpassen und ermöglichen ergonomisches Arbeiten sowohl im Stehen als auch im Sitzen.

Für Pflegebedürftige, die vorwiegend im Rollstuhl unterwegs sind, empfiehlt sich eine Arbeitsfläche auf einer Höhe von etwa 75-80 cm. Wichtig ist dabei die Unterfahrbarkeit: Unter der Arbeitsplatte muss ausreichend Beinfreiheit vorhanden sein, damit der Rollstuhl nah genug herangefahren werden kann.

Spüle und Spülbereich intelligent gestalten

Die Spüle gehört zu den am häufigsten genutzten Bereichen in jeder Küche. Für eine barrierefreie Nutzung sollte sie unterfahrbar sein, was bedeutet, dass der Siphon so verlegt wird, dass er nicht im Weg ist. Flache Spülen mit einer Tiefe von maximal 15 cm erleichtern das Arbeiten im Sitzen erheblich.

Einhandarmaturen mit langem Hebel oder berührungslose Sensortechnologie machen die Bedienung auch für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Kraft in den Händen möglichst einfach. Der Spülbereich sollte gut beleuchtet sein, um die Sicherheit zu erhöhen – hier können LED-Unterbauleuchten wertvolle Unterstützung bieten.

Herd und Backofen: Sicherheit geht vor

Bei Herd und Kochfeld sind Sicherheitsaspekte besonders wichtig. Moderne Induktionskochfelder bieten gleich mehrere Vorteile: Sie erhitzen nur das Kochgeschirr selbst, wodurch die Verbrennungsgefahr minimiert wird. Zudem lassen sie sich präzise regulieren und verfügen oft über automatische Abschaltfunktionen.

Der Backofen sollte idealerweise in Arbeitshöhe eingebaut werden – etwa auf 85-95 cm Höhe. Dies erspart das mühsame Bücken und reduziert das Verletzungsrisiko beim Herausnehmen heißer Speisen. Seitlich öffnende Backofentüren erleichtern den Zugang zusätzlich. Auch hier zeigt sich: Kleine Anpassungen können im Alltag große Wirkung entfalten.

Stauraum optimal nutzen: Oberschränke und Schranklösungen

Traditionelle Oberschränke stellen für viele Pflegebedürftige ein Problem dar. Die Lösung: Absenkbare Oberschränke, die sich per Knopfdruck oder Hebel auf eine komfortable Höhe herunterfahren lassen. So bleibt das Geschirr in Reichweite, ohne dass eine Leiter oder fremde Hilfe nötig wird.

Unterschränke mit Vollauszügen bieten einen besseren Überblick und Zugriff auf den gesamten Inhalt. Besonders praktisch sind Schwenkauszüge in Eckschränken – sie holen auch versteckte Töpfe und Pfannen bequem nach vorne. Offene Regale in den unteren Bereichen ermöglichen zusätzliche Flexibilität und sind leicht zugänglich.

Elektrogeräte durchdacht platzieren

Die Platzierung von Kühlschrank, Geschirrspüler und anderen Küchengeräten sollte ebenfalls gut überlegt sein. Ein Kühlschrank mit französischen Türen (zwei schmalen Türen nebeneinander) lässt sich leichter öffnen als ein Modell mit einer breiten Tür. Idealerweise wird er so positioniert, dass man sich nicht durch die geöffnete Tür zwängen muss.

Der Geschirrspüler sollte etwa 15 cm höher als üblich eingebaut werden, um das Bücken zu minimieren. Auch hier gilt: Jede Erleichterung im täglichen Leben zählt und trägt zur Selbstständigkeit bei.

Beleuchtung und Kontraste für mehr Sicherheit

Gute Beleuchtung ist ein oft unterschätzter Faktor für Sicherheit in der Küche. Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen profitieren von hellen, gleichmäßig verteilten Lichtquellen. Die Arbeitsplattenbeleuchtung sollte blendfrei sein und alle Arbeitsbereiche gut ausleuchten.

Kontrastreiche Gestaltung hilft bei der Orientierung: Dunkle Arbeitsplatten auf hellen Schränken oder umgekehrt machen Kanten und Übergänge deutlich erkennbar. Auch farbliche Markierungen an Griffen oder Bedienelementen können die Nutzung erleichtern.

Fördermittel und Unterstützung bei der Finanzierung

Die Kosten für den Umbau zu einer barrierefreien Küche müssen nicht allein getragen werden. Die Pflegekasse kann wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person bezuschussen, sofern ein anerkannter Pflegegrad vorliegt. Leben mehrere pflegebedürftige Personen im Haushalt, lassen sich die Zuschüsse sogar kombinieren – bis zu insgesamt 16.000 Euro pro Maßnahme.

Auch die KfW-Bank bietet Fördermittel für altersgerechte Umbauten an. Zudem gibt es je nach Bundesländer unterschiedliche Landesprogramme. Es lohnt sich, vor dem Umbau eine Beratung in Anspruch zu nehmen und alle Möglichkeiten zu prüfen.

Praktische Hilfsmittel von RCS-Pro

Neben baulichen Anpassungen können auch praktische Hilfsmittel die Funktionalität in der Küche verbessern. RCS-Pro bietet ein umfangreiches Sortiment an Produkten, die den Alltag für Pflegebedürftige erleichtern:

Tablett für Topro Rollator

Mobilitätshilfen: Rollstühle und Rollatoren mit entsprechendem Zubehör ermöglichen eine sichere Bewegung in der Küche. Spezielle Rollator-Tabletts können beispielsweise als praktische Ablage dienen, um Geschirr oder Lebensmittel sicher von einem Ort zum anderen zu transportieren. Klappbare Gehhilfen bieten zusätzliche Unterstützung bei der Fortbewegung.

Greifhilfen: Für Personen mit eingeschränkter Reichweite oder Beweglichkeit sind Greifzangen eine wertvolle Hilfe. Mit Greifhilfen in verschiedenen Längen lassen sich auch höher liegende Gegenstände in Oberschränken oder am Boden liegende Utensilien sicher erreichen, ohne dass man sich bücken oder strecken muss – ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Vorbereiten von Speisen.

Alltagshilfen für die Küche: Rutschfeste Unterlagen sorgen dafür, dass Schneidebretter, Teller und Schüsseln beim Arbeiten nicht verrutschen. Spezielle Griffverdickungen für Besteck und Küchenutensilien erleichtern die Handhabung für Menschen mit eingeschränkter Greifkraft.

Unterschied: Barrierefrei vs. behindertengerecht

Oft werden die Begriffe „barrierefrei“ und „behindertengerecht“ synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Eine barrierefreie Küche ist so gestaltet, dass sie grundsätzlich für alle Menschen nutzbar ist – unabhängig von individuellen Einschränkungen. Sie folgt allgemeinen Standards wie der DIN-Norm.

Eine behindertengerechte Küche hingegen wird speziell auf die Bedürfnisse einer bestimmten Person mit Behinderung zugeschnitten. Sie berücksichtigt individuelle Anforderungen und kann dadurch noch gezielter auf persönliche Einschränkungen eingehen.

Zukunftssicher planen: Anpassungen für alle Lebenslagen

Bei der Planung einer barrierefreien Küche lohnt es sich, nicht nur an die aktuelle Situation zu denken. Das Konzept der Barrierefreiheit richtet sich an jede Altersgruppe und Lebenssituation. Eine durchdachte Einrichtung bietet Komfort für die ganze Familie – von Kindern über schwangere Frauen bis hin zu älteren Menschen.

Wer heute schon an morgen denkt und die Küche entsprechend plant, vermeidet spätere teure Umbauten. Funktionen wie höhenverstellbare Elemente oder unterfahrbare Bereiche steigern den Wohnkomfort für jeder Nutzer und erhalten gleichzeitig den Wert der Immobilie.

Lebensqualität durch durchdachtes Design

Eine barrierefreie Küche ist weit mehr als eine technische Notwendigkeit für Pflegebedürftige – sie ist ein Investment in Lebensqualität, Selbstständigkeit und Sicherheit. Mit gezielten, oft gar nicht so umfangreichen Umbauten lässt sich die Funktionalität erheblich verbessern.

Die richtige Arbeitshöhe, unterfahrbare Arbeitsflächen, gut erreichbare Oberschränke und sicher platzierte Küchengeräte machen den Alltag für Menschen mit körperlichen Einschränkungen deutlich leichter. Kombiniert mit praktischen Hilfsmitteln aus dem Sortiment von RCS-Pro – wie Greifhilfen, Mobilitätshilfen und rutschfesten Unterlagen – entsteht ein Küchenkonzept, das allen Bewohnern ermöglicht, aktiv am Leben teilzuhaben.

Lassen Sie sich bei der Küchenplanung von Experten beraten und nutzen Sie verfügbare Empfehlungen sowie Fördermittel. So schaffen Sie einen Arbeitsbereich, in dem Kochen und gemeinsames Essen wieder Freude bereiten – unabhängig von Alter, Mobilität oder körperlichen Bedürfnissen.