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Andicken von Flüssigkeiten: Tipps für sicheres Schlucken

Wer an einer Schluckstörung leidet, kennt die tägliche Herausforderung: Dünnflüssige Getränke wie Wasser, Tee oder Saft fließen unkontrolliert und viel zu schnell in den Rachen – mit potenziell gefährlichen Folgen. Das Andicken von Flüssigkeiten mithilfe von Andickungsmitteln gehört daher zu den wichtigsten Maßnahmen, um die Nahrungsaufnahme sicherer zu gestalten.

Was ist Dysphagie – und warum ist das Andicken von Flüssigkeiten so wichtig?

Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckakts, bei der die normale Koordination der beteiligten Muskeln und Nerven beeinträchtigt ist. Betroffene Personen können Flüssigkeiten im Mund nur schwer kontrollieren: Dünnflüssige Getränke wie Wasser gelangen oft zu schnell in den Rachen – schneller, als der Schluckreflex reagieren kann.

Schluckstörungen treten selten isoliert auf. Meist treten sie als Symptom einer erworbenen Grunderkrankung auf. Neurologische Erkrankungen wie Demenz, Morbus Parkinson oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gehören zu den häufigsten Ursachen. Auch ein Schlaganfall, insbesondere Kopf-Hals-Tumore oder die Folge einer längeren Intubation im Rahmen einer größeren Operation können Dysphagie auslösen. Dysphagie kann insbesondere auch mit Erkrankungen assoziiert sein, die das Nerven- oder Muskelsystem betreffen. In jedem Fall stellt die eingeschränkte Nahrungsaufnahme eine große Belastung und Herausforderung für Betroffene und pflegende Angehörige dar.

Die größte Gefahr bei Dysphagie ist die Aspiration. Das bedeutet, dass Flüssigkeiten oder Speisen in die Atemwege gelangen und dort eine schwere Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) verursachen. Darüber hinaus drohen Mangelernährung und Dehydration, wenn eine ausreichende Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Vitaminen nicht mehr gewährleistet ist.

Wann kommen Andickungsmittel zum Einsatz?

Im Rahmen der Dysphagie-Therapie gehört eine diätetische Anpassung von Speisen und Getränken zu den gängigen Methoden der adaptiven Verfahren. Das gezielte Andicken von Getränken, also das gezielte Erhöhen der Viskosität (Zähflüssigkeit) von Lebensmitteln, ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die von Logopäden, Ärzten und Ernährungsberatern empfohlen wird.

Werden Andickungsmittel eingesetzt, sorgt die veränderte Konsistenz der Flüssigkeit dafür, dass diese im Mund besser kontrolliert und langsamer abgeschluckt werden kann. Dadurch wird das Aspirationsrisiko verringert. Generell gilt beim Andicken: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ein Logopäde oder Arzt ermittelt, wie stark Flüssigkeiten angedickt werden müssen, und legt anhand von Anamnese-Gesprächen und Schluck-Tests die geeignete Konsistenzstufe fest.

Weiche Kost und dünnflüssige oder angedickte Getränke, also pürierte Speisen und adaptierte Mahlzeiten, bilden gemeinsam ein sicheres Ernährungskonzept. Ein zentraler Baustein dabei ist das Andicken von Flüssigkeiten mithilfe von Andickungsmitteln. Die Konsistenzstufen reichen dabei von sirupartig bis puddingartig.

Das internationale IDDSI-System (System der „International Dysphagia Diet Standardisation Initiative“) definiert standardisierte Konsistenzstufen für Flüssigkeiten und Speisen. Für Getränke reicht die Skala von Stufe 1 (leicht dickflüssig) bis Stufe 4 (extrem dickflüssig). In der Praxis werden beim Andicken drei Hauptkonsistenzen unterschieden:

  • Sirupartig (IDDSI Stufe 2): Fließt langsamer als Wasser, vergleichbar mit Fruchtsaft-Sirup.
  • Honigartig (IDDSI Stufe 3): Die Konsistenz ähnelt zähflüssigem Honig und fließt nur noch langsam vom Löffel.
  • Puddingartig (IDDSI Stufe 4): Sehr dickflüssig, lässt sich nur noch löffeln.

Durch diese Abstufungen lässt sich die Viskosität von Getränken verändern: von flüssig über sirup- und honigartig bis hin zu puddingartig. Personen, die von Dysphagie betroffen sind können diese dann sicher schlucken, was mit dünnflüssigen Getränken wie Wasser sonst nicht möglich wäre.

Welche Andickungsmittel gibt es?

Andickungsmittel bestehen aus Zutaten wie Maltodextrin, Xanthan, Guarkernmehl oder modifizierter Stärke. Das Dickungspulver besteht bei stärkebasierten Produkten zum Beispiel aus modifizierter Maisstärke. Xanthanbasierte Andickungsmittel – sogenannte „Clear“-Produkte – bleiben transparent in Flüssigkeiten und verändern weder Farbe noch Geschmack der Getränke.

Im RCS-Pro Sortiment finden Sie ein sorgfältig ausgesuchtes Sortiment an Andickungsmitteln für verschiedene Bedürfnisse:

Nutilis Clear Andickungsmittel

Nutilis Powder Andickungsmittel für Getränke und Speisen: Das Nutilis Powder von Nutricia ist eines der meistgenutzten Andickungsmitteln in der Dysphagie-Versorgung. Die Andickungspulver von Nutilis sind als Dose sowie als praktische Sachets erhältlich. Mit Nutilis Powder lassen sich Flüssigkeiten wie Getränke, Suppen und Soßen zuverlässig eindicken – sowohl kalt als auch warm. Die umfangreichen Produktinformationen von Nutricia liefern Ihnen nicht nur Informationen zu den Vorteilen der Produkte, sondern auch Unterstützung rund um Anwendung und Dosierung. Nutilis Clear ist die transparente Variante auf Xanthan-Basis. Dieses Produkt ist ideal, wenn die Optik von Getränken und Speisen unverändert bleiben soll.

Ergänzend bietet der RCS-Pro Shop das Nestlé Thicken Up Andickungsmittel und das Nestlé ThickenUp Clear an. Letzteres bleibt dank Xanthan-Basis ebenfalls transparent und beeinflusst den Eigengeschmack von Getränken nicht.

Wer nach einer günstigen Alternative sucht, findet mit dem JONOVA Andickungspulver sowie dem Thick & Easy von Fresenius Kabi zuverlässige Optionen, die ebenfalls für alle gängigen Konsistenzstufen geeignet sind.

Pulver zum individuellen Andicken und verzehrfertige Trinknahrung decken gemeinsam alle Anforderungen der Dysphagie-Versorgung ab. Der RCS Pro Online-Shop für Pflege- und Medizinprodukte stellt Ihnen hierfür eine breite Auswahl bereit.

Speisen und Getränke richtig andicken: So geht’s

Die korrekte Anwendung und Dosierung der Andickungsmittel ist entscheidend für ein sicheres Ergebnis. Beim Andicken von Flüssigkeiten wie Getränken, Suppen und Soßen sollten folgende Punkte beachtet werden:

1. Dosierung genau abmessen: Verwenden Sie die empfohlene Dosierungshilfe, um die richtige Menge Andickungspulver für die jeweilige IDDSI-Stufe zu dosieren. Ein mitgelieferter Messlöffel liefert präzisere Ergebnisse als ein herkömmlicher Esslöffel.

2. Pulver sofort einrühren: Geben Sie das Andickungspulver in ein trockenes, sauberes Gefäß und fügen Sie dann die Flüssigkeit hinzu. Zügiges Einrühren verhindert Klumpenbildung.

3. Kohlensäure vorher ablassen: Achten Sie darauf, dass sprudelnde Getränke vor dem Andicken möglichst ihre Kohlensäure verlieren, da sie beim Andicken ansonsten stark aufschäumen.

4. Zeitnah verbrauchen: Das zubereitete Produkt sollte sofort verzehrt oder abgedeckt bei Raumtemperatur innerhalb von 6 Stunden und gekühlt innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden.

5. Vorsicht bei PEG-Abführmitteln: Diese dürfen nicht mit stärkebasierten Verdickern gemischt werden, da die Wirkung des Abführmittels beeinträchtigt werden kann.

Als praktische Alltagshilfe eignen sich Nosey-Becher mit Nasenausschnitt, die das Nackendehnen beim Trinken verhindern. Im RCS-Pro Sortiment haben wir beispielsweise den CapoCup im Angebot. Bei der Lagerung im Bett können spezielle Lagerungskissen für Arme und Hände zusätzlichen Komfort beim Trinken bieten. Der sogenannte „Nick-Trick“, bei dem der Kopf beim Schlucken leicht nach vorne geneigt wird, unterstützt das kontrolliertere und langsamere Schlucken ebenfalls wirkungsvoll.

Mögliche Nebenwirkungen und worauf Sie achten sollten

Auch beim regelmäßigen Einsatz von Andickungsmitteln gilt es, einige Nebenwirkungen im Blick zu behalten. Eine häufige Nebenwirkung ist Verstopfung, da Andickungsmittel Flüssigkeiten binden und den Stuhl dadurch härter machen können. Zudem kann die Verwendung von Andickungsmitteln das Durstgefühl verringern, was zu einer insgesamt geringeren Flüssigkeitsaufnahme und damit zu Dehydration führen kann. Dieses Risiko besteht besonders bei älteren Personen.

Bei längerer Anwendung von Andickungsmitteln können zudem Verdauungsbeschwerden auftreten – insbesondere bei Personen, die dafür empfindlich sind. Die Veränderung der Konsistenz durch Andickungsmittel kann außerdem das Geschmacksempfinden beeinflussen, was bei manchen Personen zu einer Ablehnung des Produkts führt. Hier empfehlen sich geschmacksneutrale, transparente Andickungsmittel, wie etwa Nutilis Clear oder ThickenUp Clear aus dem RCS-Pro Shop, die Speisen und Getränke optisch kaum verändern.

Wichtig: Andickungsmittel können das Risiko von Aspirationen erhöhen, wenn sie nicht korrekt angewendet werden. Die Dosierung sollte deshalb stets der vom Arzt verordneten IDDSI-Stufe entsprechen.

Die Nahrungsaufnahme leichter gestalten: Die richtige Gesamtstrategie

Dysphagie ist ein komplexes Krankheitsbild, das selten isoliert, meist als Teil einer größeren Grunderkrankung auftritt. Das Andicken von Flüssigkeiten und die diätetische Anpassung von Speisen und Getränken erleichtern die Nahrungsaufnahme – ersetzen jedoch keine logopädische Therapie. Im Rahmen der Dysphagie-Therapie werden adaptiven Verfahren wie Konsistenzanpassungen stets durch Schluckübungen, Lagerungsmaßnahmen und ggf. enterale Ernährung ergänzt.

Im RCS-Pro Shop finden Sie neben Andickungsmitteln auch Produkte zur enteralen Ernährung, wie Trinknahrung und Sondennahrung. Darüber hinaus bieten wir in unserem Sortiment Trinkhilfen, Mobilitätshilfen, Hilfsmittel für Bad und WC sowie ergänzende Pflegeprodukte. Unser erfahrenes Serviceteam aus examinierten Pflegefachkräften und Medizintechnikern berät Sie gerne bei der Auswahl – egal ob für den Einsatz zuhause oder in der stationären Versorgung.


FAQs: Häufige Fragen zum Andicken von Flüssigkeiten

1. Wie stark müssen Flüssigkeiten bei Dysphagie angedickt werden?

Die geeignete Konsistenzstufe wird durch einen Logopäden oder Arzt anhand von Schluck-Tests und Anamnese-Gesprächen ermittelt. Das internationale IDDSI-System bietet dabei einen klaren Rahmen von Stufe 1 (leicht dickflüssig) bis Stufe 4 (puddingartig). Eine eigenständige Anpassung ohne fachliche Begleitung ist nicht empfehlenswert, da eine falsch gewählte Konsistenz das Aspirationsrisiko stark erhöhen kann.

2. Können Andickungsmittel auch in warme Flüssigkeiten wie Getränke, Suppen und Soßen eingerührt werden?

Ja. Die meisten modernen Andickungsmittel lassen sich problemlos sowohl in kalte als auch in warme Flüssigkeiten wie Getränke, Suppen und Soßen einrühren. Beachten Sie, dass stärkebasierte Andickungsmittel bei sehr hohen Temperaturen ihre Konsistenz verändern können. Xanthanbasierte Produkte wie Nutilis Clear oder ThickenUp Clear sind hier stabiler.

3. Was macht das Andickungsmittel von Nutricia besonders geeignet?

Das Nutilis Powder von Nutricia gehört zu den meistgenutzten Andickungsmitteln in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Es ist geschmacksneutral, lässt sich einfach dosieren und eignet sich für ein breites Spektrum an Speisen und Getränken. Nutilis Clear bleibt durch seine Xanthan-Basis transparent und verändert Farbe und Geschmack der angedickten Flüssigkeiten nicht. Das ist ein wichtiger Vorteil für Personen, die sensibel auf Veränderungen reagieren.

4. Können die Kosten für Andickungsmittel von der Krankenkasse übernommen werden?

Andickungsmittel sind als diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke klassifiziert und können bei einer Dysphagie-Diagnose vom Arzt verordnet werden. Ob und in welchem Umfang die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom Einzelfall ab. Sprechen Sie dies mit Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse direkt ab.

5. Wie lange sind angedickte Getränke und Speisen haltbar?

Das angedickte Produkt sollte direkt nach der Zubereitung verzehrt werden. Ansonsten ist es innerhalb von 6 Stunden bei Raumtemperatur und innerhalb von 24 Stunden bei der Lagerung im Kühlschrank zu verbrauchen, sofern es abgedeckt ist. Eine längere Lagerung kann die Konsistenz verändern. Bereiten Sie das Andickungsmittel daher stets frisch zu und bewahren Sie das trockene Pulver verschlossen und trocken auf.

Fortimel vs Fresubin: Unterschiede und Einsatzgebiete im Überblick

Wenn Menschen krankheitsbedingt nicht mehr ausreichend essen können, übernimmt medizinische Trinknahrung eine tragende Rolle im Alltag. Fortimel (Nutricia) und Fresubin (Fresenius Kabi) zählen zu den bekanntesten Linien. Beide bieten hochwertige Trinknahrung für die unterschiedlichsten Anforderungen – unterscheiden sich aber in Kaloriendichte, Sortenbreite und medizinischem Einsatzgebiet.

Was ist medizinische Trinknahrung – und wann wird sie gebraucht?

Trinknahrung ist eine nährstoffreiche Flüssignahrung für Menschen, die ihren täglichen Energie- und Nährstoffbedarf nicht mehr über normale Mahlzeiten decken können. Umgangssprachlich wird sie manchmal als Astronautenkost bezeichnet – ein Begriff, der treffend beschreibt, wie viel Nährstoffe auf kleinstem Volumen konzentriert werden.

Typische Situationen für den Einsatz sind Appetitlosigkeit, Schluck- oder Kaustörungen, ungewollter Gewichtsverlust sowie akute oder chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Tumorerkrankungen oder der Zustand nach schweren Operationen. Auch im höheren Alter, wenn das Trinken und Essen deutlich eingeschränkt ist, wird Trinknahrung routinemäßig empfohlen.

Standard-Trinknahrungen liefern 1,0 bis 1,5 kcal/ml. Trinknahrung bei krankheitsbedingter Mangelernährung erreicht als hochkalorische Variante bis zu 2,4 kcal/ml – entscheidend, wenn Patienten nur geringe Mengen auf einmal zu sich nehmen können, aber dennoch einen hohen Energiebedarf haben. Spezial-Trinknahrungen sind darüber hinaus auf bestimmte Erkrankungen zugeschnitten, etwa Diabetes oder Niereninsuffizienz.

Die Compact-Linie von Nutricia: viel Energie auf wenig Volumen

Die Compact-Linie ist Teil der Trinknahrungslinie von Nutricia. Das bekannteste Präparat – Fortimel Compact 2.4 – liefert 2,4 kcal/ml und damit 300 kcal pro 125 ml Flasche. Diese Energiedichte macht das Produkt zur ersten Wahl, wenn Patienten zwar wenig trinken können, aber hohe Kalorienmengen benötigen.

Weitere Stärken dieser Trinknahrungslinie:

  • Hoher Eiweißgehalt: Die Rezeptur ist auf Muskelerhalt und Kraft ausgelegt – wichtig in der Rekonvaleszenz nach Operationen und bei tumorbedingtem Gewichtsverlust.
  • Geschmacksvielfalt: Als Drinks in klassischen Sorten wie Schokolade, Vanille oder Erdbeere – angenehm zu trinken und gut verträglich.
  • Pulverform: Der Hersteller bietet zusätzlich Nutricia Fortimel Pulver, ein geschmacksneutrales Pulver, das sich in Speisen einrühren lässt, ohne deren Geschmack oder Konsistenz zu verändern.
  • Vollständige Versorgung: Die Trinknahrung ist für ergänzende wie vollständige Kostformen konzipiert und deckt den Nährstoffbedarf umfassend.

Im RCS-Pro Shop ist Nutricia Fortimel Compact 2.4 als Einzelpack (4×125 ml) und im Vorteilspaket (8×4×125 ml) erhältlich. Die hochkalorische Trinknahrung zählt zu den Topsellern unserer Kategorie. Alle Varianten sind auf Lager und werden schnell geliefert – ideal für eine zuverlässige Dauerversorgung zu Hause oder für die Beschaffung für stationäre Einrichtungen.

Das breite Sortiment des Anbieters

Fresubin stammt von Fresenius Kabi – einem der weltweit führenden Anbieter im Segment medizinische Ernährungstherapie. Das Unternehmen hat sich besonders auf krankheitsspezifische Spezial-Trinknahrungen spezialisiert, was das Sortiment für Menschen mit komplexen Diagnosen besonders interessant macht.

Die wichtigsten Produkte der Linie im Überblick:

  • Energy Drink (1,5 kcal/ml): Standard-Trinknahrung in zahlreichen süßen und herzhaften Sorten. Fortimel Energy als hochkalorische Alternative ergänzt dieses Angebot für Patienten mit erhöhtem Energiebedarf. Der Anbieter punktet hier insbesondere mit der Bandbreite an herzhaften Geschmacksrichtungen – eine wertvolle Alternative für Betroffene, die keine süßen Trinknahrungen vertragen.
  • Protein Energy: Je nach Variante etwa 20 g Eiweiß pro 200-ml-Flasche – eine der eiweißreichsten Trinknahrungen auf dem Markt, ideal bei erhöhtem Proteinbedarf in der Rekonvaleszenz.
  • 2 kcal (2,0 kcal/ml): Hochkalorische Trinknahrung für Betroffene mit hohem Energiebedarf und begrenzter Trinkmenge.
  • Diben: Spezial-Trinknahrung für Patienten mit Diabetes, auf stabilen Blutzucker ausgelegt.
  • Angedickte Varianten: Für Menschen mit Schluckstörungen hält die Linie auch Produkte in veränderter Konsistenz bereit, die das sichere Schlucken erleichtern.

Im RCS-Pro Shop finden Sie ausgewählte Trinknahrungen des Herstellers – von bewährter Astronautenkost für den Alltag bis hin zu spezialisierten Varianten für besondere Erkrankungen.

Fortimel vs Fresubin: Die wichtigsten Unterschiede im Direktvergleich

Beide Linien erfüllen dieselbe Grundaufgabe – die zuverlässige Versorgung bei Nährstoffmangel und erhöhtem Energiebedarf. Dennoch gibt es Unterschiede, die je nach Situation ausschlaggebend sein können:

  1. Energiedichte: Die Compact-Variante von Nutricia erreicht mit 2,4 kcal/ml den höchsten Wert im Vergleich. Das Pendant der zweiten Linie liegt mit 2,0 kcal/ml knapp darunter. Standard-Trinknahrungen beider Hersteller sind im Bereich 1,0–1,5 kcal/ml angesiedelt.
  2. Eiweiß und Protein: Das Protein-Energy-Präparat des Unternehmens punktet mit ca. 20 g Eiweiß pro Flasche – einer der besten Werte auf dem Markt. Die Compact-Linie des Mitbewerbers überzeugt ebenfalls mit hohem Eiweißgehalt und ist auf Muskelerhalt sowie Kraft ausgelegt.
  3. Geschmack: Das Sortiment von Fresenius Kabi bietet besonders viele herzhafte Sorten – ein klarer Vorteil für Patienten, die süße Trinknahrung ablehnen. Nutricia hingegen setzt auf klassische Sorten wie Schokolade und das flexible Pulver.
  4. Spezial-Trinknahrungen: Für Erkrankungen wie Diabetes bietet das Spezial-Sortiment des Anbieters gezielte Lösungen. Die empfehlenswerteste Wahl für maximalen Energiebedarf auf kleinstem Volumen kommt aus der Compact-Linie.
  5. Darreichungsform: Beide Anbieter liefern Trinknahrung in klassischer Flüssigform zum direkten Trinken, aber auch als Pudding oder Pulver. Diese Vielfalt ermöglicht es, die Trinknahrung an individuelle Vorlieben und die jeweilige Situation anzupassen – ein wichtiger Faktor, wenn sie dauerhaft eingesetzt werden soll.

Nebenwirkungen und Verträglichkeit: Was Sie beachten sollten

Trinknahrung ist in der Regel gut verträglich. Dennoch können zu Beginn der Einnahme Begleiterscheinungen auftreten – typische Nebenwirkungen sind Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit. Diese Symptome entstehen meist, wenn die Eingewöhnung zu abrupt erfolgt oder die Anfangsdosierung zu hoch ist.

Für eine bessere Verträglichkeit empfehlen beide Hersteller, mit kleinen Mengen zu beginnen und die Trinkmenge langsam zu steigern. Verteilen Sie die Einnahme über den Tag, idealerweise ergänzend zu normalen Mahlzeiten – oder, falls medizinisch vorgesehen, auch zeitweise als alleinige Ernährung. Bei Durchfall als Nebenwirkung ist ausreichend Flüssigkeitszufuhr wichtig, um den Verlust auszugleichen und Dehydration zu vermeiden.

Einen weiteren Tipp, den viele Betroffene als hilfreich empfinden: Das Getränk leicht gekühlt zu servieren verbessert häufig den Geschmack und erhöht die Akzeptanz – besonders bei einem längeren Einsatz über mehrere Wochen oder Monate. Für Personen, die Trinknahrung nicht als Getränk zu sich nehmen möchten, kann das Einrühren des Pulvers in Suppen oder pürierte Speisen eine gute Alternative sein.

Patienten mit Diabetes oder Niereninsuffizienz sollten ausschließlich krankheitsspezifische Trinknahrung nach ärztlicher Empfehlung verwenden und sich individuell beraten lassen. Angeboten werden beispielsweise Spezial-Trinknahrungen wie RESTORIC nephro intraD für Dialysepatienten. Bei anhaltenden Symptomen oder Unverträglichkeiten ist eine ärztliche Rücksprache unbedingt zu empfehlen.

Trinknahrung kaufen: Das Angebot im RCS-Pro Shop

Im RCS-Pro Shop finden Sie ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment an Trinknahrungen der besten Hersteller – darunter Fortimel Trinknahrung für Menschen mit Mangelernährung wie Nutricia Fortimel Compact 2.4 sowie weitere Varianten von Fresenius Kabi. Ob hochkalorische Trinknahrung für maximalen Energiebedarf, Standard-Trinknahrungen für die tägliche Versorgung oder Spezial-Trinknahrungen für besondere Erkrankungen: Wir bieten Lösungen für unterschiedliche Situationen.

Unser Serviceteam aus examinierten Pflegefachkräften und Medizintechnikern steht Ihnen für eine persönliche Beratung bereit. Bei Fragen zu Produkten erreichen Sie uns unter kundenservice@rcs-pro.de – schnell, kompetent und ohne lange Wartezeit.

FAQs: Häufige Fragen zur Auswahl von Trinknahrung

1. Was ist der wichtigste Unterschied zwischen beiden Produktlinien?

Die Compact-Linie von Nutricia setzt auf maximale Energiedichte – bis zu 2,4 kcal/ml. Das Gegenstück von Fresenius Kabi überzeugt mit größerer Sortenbreite, insbesondere bei herzhaften Geschmacksvarianten, und einem gezielteren Angebot an Spezial-Trinknahrungen. Die besten Ergebnisse werden immer dann erzielt, wenn die Auswahl auf den individuellen Nährstoffbedarf und die Diagnose zugeschnitten ist.

2. Welche Trinknahrung eignet sich bei Tumor-Erkrankungen am besten?

Bei Tumor-Patienten ist hochkalorische Trinknahrung mit 2,0–2,4 kcal/ml sowie eiweißreiche Varianten besonders geeignet. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Auswahl auf den individuellen Nährstoffbedarf abgestimmt wird – idealerweise gemeinsam mit einem Onkologen oder Fachpersonal.

3. Welche Nebenwirkungen hat Trinknahrung?

Typische Begleiterscheinungen sind Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung – vor allem bei zu rascher Einnahme. Eine schrittweise Eingewöhnung und kleinere Anfangsportionen helfen, diese Nebenwirkungen zu minimieren. Bei anhaltenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

4. Wo kann ich Fortimel und Fresubin günstig kaufen?

Im RCS-Pro Online-Shop erhalten Sie Trinknahrungen beider Anbieter zu attraktiven Konditionen – mit schneller Lieferung, Kauf auf Rechnung und persönlicher Produktberatung. Entdecken Sie jetzt unser gesamtes Sortiment an medizinischer Trinknahrung.

Andickungsmittel bei Dysphagie – Anwendung, Dosierung & Produkte

Schluckstörungen betreffen viele Menschen – besonders im Alter, nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen. Wenn Flüssigkeiten zu schnell fließen, wird die Nahrungsaufnahme zur Herausforderung. Andickungsmittel schaffen Abhilfe und ermöglichen eine sichere Ernährung. Dieser Ratgeber erklärt Anwendung, Dosierung und empfiehlt passende Produkte bei Schluckbeschwerden.

Was sind Andickungsmittel und wie wirken sie?

Andickungsmittel sind Pulver, welche die Konsistenz von Flüssigkeiten und Speisen verändern. Sie binden Wasser und machen Getränke sowie Nahrung dickflüssiger. Das verlängert die Zeit, in der die Nahrung im Mund bleibt, und gibt Betroffenen mehr Kontrolle beim Schlucken. Durch das Andicken sinkt das Risiko, dass Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen.

Die meisten Andickungspulver enthalten Maltodextrin, modifizierte Stärke oder Xanthan. Diese Inhaltsstoffe sind geschmacksneutral und beeinflussen weder Farbe noch Geschmack der Speisen. Menschen mit Dysphagie können damit ihre gewohnten Getränke und Mahlzeiten sicher genießen.

Für wen eignen sich Andickungsmittel?

Instant Andickungspulver kommt bei Personen mit Schluckstörungen zum Einsatz. Nach einem Schlaganfall leiden viele Patienten an einer gestörten Schluckfunktion. Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose führen ebenfalls häufig zu Schluckbeschwerden und bei onkologischen Erkrankungen im Hals- und Rachenbereich treten ähnliche Probleme auf.

Ältere Menschen sind häufig betroffen, da die Muskulatur nachlässt und der Schluckreflex schwächer wird. Aber auch Kinder mit Entwicklungsstörungen benötigen mitunter angepasste Konsistenzen. In diesen Fällen ist das Diätmanagement mit Andickungsmitteln eine wichtige Therapie zur Unterstützung der Betroffenen.

Die verschiedenen Konsistenzstufen

Andickungsmittel bieten eine flexible Dosierung, sodass die Konsistenz, je nach Schweregrad der Dysphagie, angepasst werden kann. Es gibt drei Hauptstufen:

Stufe 1 – Sirupartig: Für leichte Schluckbeschwerden. Das Getränk fließt langsamer als Wasser. Dosierung: etwa 1 Messlöffel pro 100 ml.

Stufe 2 – Honigartig: Für moderate Schluckstörungen. Die Flüssigkeit läuft deutlich langsamer. Dosierung: etwa 1,5 Messlöffel pro 100 ml.

Stufe 3 – Puddingartig: Bei schweren Schluckstörungen. Die Nahrung ist nahezu löffelfest. Dosierung: etwa 2 Messlöffel pro 100 ml Flüssigkeit.

Die genaue Menge variiert je nach Produkt. Lassen Sie sich beraten, welche Stufe für Sie die richtige ist.

Anwendung und Zubereitung: So geht’s richtig

Die Verwendung von Andickungsmitteln ist unkompliziert. Die meisten Produkte sind Instant Andickungspulver und lösen sich in der Flüssigkeit schnell auf:

  1. Messen Sie die Flüssigkeitsmenge ab – Wasser, Tee, Saft, Suppen oder Trinknahrung.
  2. Geben Sie die entsprechende Menge Andickungspulver mit dem Messlöffel hinzu.
  3. Rühren Sie sofort kräftig um.
  4. Lassen Sie die angedickte Flüssigkeit kurz ruhen – zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten.
  5. Prüfen Sie die Konsistenz und passen Sie diese bei Bedarf an.

Die meisten Andickungsmittel sind für kalte und warme Getränke und Speisen geeignet. Achten Sie bei der Auswahl der Produkte darauf, dass die Pulver nicht nachdicken. Das ist ein Qualitätsmerkmal guter Produkte.

Tipps für den Einsatz im Alltag

  • Bereiten Sie Getränke immer frisch zu, da manche Produkte bei langem Stehen ihre Konsistenz verändern.
  • Für unterwegs eignen sich Sachets mit Einzelportionen.
  • Für mehr Variation im Speiseplan können Sie auch Suppen, Soßen und pürierte Speisen andicken.
  • Achten Sie auf eine einheitliche Konsistenz aller Lebensmittel.
  • Bewahren Sie Pulver-Dosen oder -Verpackungen kühl und trocken auf und verschließen Sie die Produkte nach Gebrauch gut.

Welche Andickungsmittel gibt es bei Dysphagie?

Der Markt bietet verschiedene Andickungsmittel, die sich in ihrer Zusammensetzung und ihren Eigenschaften unterscheiden. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Produkte vor, die auch im RCS-Pro Shop erhältlich sind.

Thick & Easy von Fresenius Kabi

Thick & Easy ist ein bekanntes Andickungsmittel auf dem Markt. Das Instant Andickungspulver ist geschmacks- und geruchsneutral und gibt 98% der gebundenen Flüssigkeit im Darm wieder frei. Das ist wichtig zur Vorbeugung von Dehydrierung. Thick & Easy eignet sich für Personen mit Schluckstörungen bei neurologischen oder onkologischen Erkrankungen und unterstützt das Schlucktraining. Erhältlich ist das Pulver im RCS-Pro Shop in der praktischen und gut wieder verschließbaren 225g-Dose.

Nutilis Powder von Nestlé

Nutilis ist ein weiteres Top-Produkt für Menschen mit Dysphagie. Es eignet sich hervorragend zum Andicken von Getränken und Speisen und ist sowohl gluten- als auch laktosefrei. Die Zubereitung gelingt problemlos in kalten und warmen Flüssigkeiten. Nutilis Powder ist amylaseresistent, was bedeutet, dass die gewünschte Konsistenz auch bei Speichelkontakt stabil bleibt. Das ist besonders wichtig, wenn das Essen länger im Mund verweilt. Das Pulver ist in verschiedenen Dosengrößen sowie als praktische Sachets à 12g im RCS-Pro Shop erhältlich.

Nutilis Clear für klare Flüssigkeiten

Ein besonderes Produkt ist Nutilis Clear – das transparente Andickungsmittel. Klare Flüssigkeiten wie Wasser, Tee oder Saft bleiben mit dem Produkt auch nach dem Andicken klar. Dies ist für die Akzeptanz bei Betroffenen von großer Bedeutung. Nutilis Clear ist amylaseresistent und ermöglicht ein Andicken in allen drei Konsistenzstufen. Die Dose mit 175g ist praktisch für den häuslichen Gebrauch.

ThickenUp von Nestlé

Nestlé ThickenUp ist ein geschmacksneutrales Andickungsmittel zum Andicken von Getränken, Suppen, Soßen und pürierten Speisen. Es ist sowohl in kalten als auch warmen Speisen anwendbar, klumpt nicht und dickt nicht nach. Die gebundene Flüssigkeit wird im Darm wieder freigesetzt, was für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sorgt. Das Produkt ist in Dosen à 227g sowie auch als durchsichtiges Andickungsmittel ThickenUp Clear im RCS-Pro Shop verfügbar. Beide Produkte eignen sich hervorragend für das Diätmanagement bei Patienten mit Schluckstörungen.

Wie wird die richtige Dosierung ermittelt?

Die korrekte Dosierung ist entscheidend für Sicherheit und Erfolg der Therapie. Der behandelnde Arzt oder Logopäde gibt nach einem Schlucktest eine entsprechende Empfehlung. Halten Sie sich an diese Vorgaben und passen Sie die Menge des Andickungsmittels an. Auf jeder Verpackung finden Sie Dosierungsempfehlungen, welche sich meist auf 100 ml Flüssigkeitsmenge beziehen.

Beachten Sie: Verschiedene Getränke benötigen unterschiedlich viel Pulver. Wasser und Tee dicken leichter an als säurehaltige Säfte oder Milch. Notieren Sie die benötigte Menge für Ihre Lieblingsgetränke.

Besondere Hinweise zur Verfügung

Andickungsmittel sind diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Sie dienen dem Diätmanagement bei Schluckstörungen.

Es gibt Situationen, in denen Andickungsmittel nicht geeignet sind: bei Kontraindikation der enteralen Ernährung, akuten gastrointestinalen Blutungen oder Darmverschluss. Auch bei Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe verzichten Sie besser auf die Verwendung. Für Kinder unter drei Jahren sind viele Andickungsmittel ebenfalls nicht geeignet.

Andickungsmittel und Trinknahrung kombinieren

Menschen mit Dysphagie benötigen oft hochkalorische Trinknahrung für ihren Nährstoffbedarf. Andickungsmittel lassen sich problemlos mit Trinknahrung kombinieren. Trinknahrung ist meist dickflüssiger als Wasser, daher kann die benötigte Menge an Andickungspulver geringer ausfallen. RCS-Pro bietet neben Andickungsmitteln auch Trinknahrung für verschiedene Bedürfnisse.

Häufig gestellte Fragen zu Andickungsmitteln

Welche Andickungsmittel werden bei Dysphagie eingesetzt?

Bei Dysphagie kommen verschiedene Andickungsmittel zum Einsatz, die speziell für die Behandlung von Schluckstörungen entwickelt wurden. Zu den bekanntesten Produkten gehören Thick & Easy von Fresenius Kabi, Nutilis und Nutilis Clear von Danone sowie Nestlé ThickenUp und Jonova. Diese Produkte sind als bilanzierte Diät für besondere medizinische Zwecke zugelassen und ermöglichen das sichere Andicken von Flüssigkeiten und Speisen in verschiedene Konsistenzstufen.

Welche Andickungsmittel eignen sich bei Schluckstörungen?

Bei Schluckstörungen eignen sich besonders amylaseresistente Andickungsmittel, da diese ihre Konsistenz auch bei längerem Speichelkontakt beibehalten. Produkte wie Nutilis, Nutilis Clear und Thick & Easy erfüllen diese Anforderung. Sie sind geschmacks- und geruchsneutral, lassen sich einfach dosieren und funktionieren sowohl in kalten als auch warmen Getränken. Für unterwegs sind Sachets praktisch, während für den häuslichen Gebrauch größere Dosen zur Verfügung stehen.

Welches Medikament wird bei Dysphagie eingesetzt?

Andickungsmittel sind keine Medikamente im klassischen Sinn, sondern diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Sie behandeln nicht die Ursache der Dysphagie, sondern ermöglichen eine sichere Nahrungsaufnahme trotz Schluckbeschwerden. Die eigentliche Behandlung der Dysphagie erfolgt durch Logopädie, Schlucktraining oder, je nach Ursache, durch die Therapie der Grunderkrankung. Andickungsmittel sind eine unterstützende Maßnahme im Rahmen der gesamten Behandlung.

Ernährung bei Kau- und Schluckbeschwerden: Konsistenzen anpassen und Genuss erhalten

Essen und Trinken bedeuten Lebensqualität und Genuss. Doch für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden kann jede Mahlzeit zur Qual werden. Kau- und Schluckstörungen, medizinisch spricht man von Dysphagie), treten besonders im Alter oder infolge bestimmter Erkrankungen auf. Betroffene haben Probleme, Nahrung und Flüssigkeit sicher zu sich zu nehmen – häufiges Verschlucken, Husten beim Schlucken oder Schmerzen im Hals können die Nahrungsaufnahme erheblich beeinträchtigen. Die Folgen sind gefährlich: Mangelernährung, Dehydration und Verlust von Freude am Essen drohen. Um dies zu vermeiden, ist eine angepasste Ernährung bei Kau und Schluckbeschwerden sehr wichtig.

In unserem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen Kau- und Schluckstörungen haben, wie Sie durch Anpassung der Konsistenz von Speisen und Getränken die Ernährungssituation verbessern und Genuss sowie Lebensfreude erhalten können. Auch Tipps für pflegende Angehörige und Pflegekräfte werden gegeben, damit Essen und Trinken trotz Einschränkungen möglich bleibt.

Mögliche Ursachen von Kau- und Schluckstörungen

Kau- und Schluckbeschwerden können durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Häufig liegen neurologische Erkrankungen zugrunde: Ein Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Demenz können die am Schluckvorgang beteiligten Nerven und Muskeln beeinträchtigen. Dadurch wird der automatische Schluckreflex geschwächt oder die Koordination gestört.

Auch körperliche Veränderungen sind möglich – etwa Verengungen oder Entzündungen der Speiseröhre, Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich oder Folgen von Operationen an diesen Strukturen. In solchen Fällen kann die Nahrung nicht richtig vom Mundraum in den Magen transportiert werden.

Ebenso können Beeinträchtigungen im Mundraum zu Kaustörungen führen. Schlechte oder fehlende Zähne, nicht passend sitzende Zahnprothesen oder schmerzhaftes Zahnfleisch (etwa durch Entzündungen) machen gründliches Kauen schwierig. Infektionen wie Mundsoor (Pilzbefall) oder eine allgemeine Mundtrockenheit, zum Beispiel als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei zu wenig Speichel, können Schluckbeschwerden verstärken, da ein gleitfähiger Speisebrei fehlt.

Nicht zuletzt spielt das Alter eine Rolle: Bei Senioren lässt das Durst- und Hungerempfinden oft nach, und die Muskulatur im Kau- und Schluckapparat wird schwächer. Kurzfristige Schluckbeschwerden treten zudem bei banalen Ursachen wie Halsentzündungen (z.B. Mandelentzündung) auf – diese klingen meist nach Behandlung wieder ab. Schluckstörungen im medizinischen Sinne (Dysphagie) hingegen sind anhaltend und ernstzunehmend, da sie die sichere Nahrungsaufnahme verhindern können.

Risiken und Folgen für Betroffene

Ohne passende Gegenmaßnahmen können Kau- und Schluckstörungen erhebliche Folgen haben. Durch das häufige Verschlucken besteht ein hohes Risiko der Aspiration, also dass Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege gelangt. Dies kann zu Erstickungsanfällen führen und – selbst wenn es unbemerkt bleibt – in der Lunge eine Entzündung (Aspirationspneumonie) auslösen. Gleichzeitig essen und trinken viele Betroffene aus Angst vor dem Verschlucken immer weniger.

Die Aufnahme von Energie und Nährstoffe reicht dann nicht mehr aus, was in Mangelernährung und Gewichtsabnahme münden kann. Auch eine ungenügende Flüssigkeitszufuhr ist gefährlich: Gerade ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Dehydration, wenn sie nicht genug trinken. Mangelernährte oder dehydrierte Patienten sind schwächer, weniger belastbar und erholen sich schlechter von Krankheiten.

Neben diesen körperlichen Folgen leidet auch die Lebensqualität erheblich. Essen wird vom Genuss zum Stressfaktor – im schlimmsten Fall zur Qual bei jedem Bissen. Viele Betroffene empfinden Scham oder Frustration, wenn Essen und Trinken nicht mehr problemlos möglich sind. Sie ziehen sich mitunter von gemeinsamen Mahlzeiten zurück, was soziale Isolation fördern kann. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern. Mit der richtigen Anpassung der Kost und einfühlsamer Unterstützung kann man die Ernährungssituation deutlich verbessern und schweren Folgen vorbeugen.

Konsistenzen anpassen: geeignete Speisen und dickflüssige Getränke

Eine konsistenzangepasste Kost ist der Schlüssel, um Kau und Schluckstörungen zu kompensieren und den Betroffenen sicheres Essen zu ermöglichen. Dabei wird die Lebensmittelauswahl und Zubereitung den Fähigkeiten der Person angepasst. Grundsätzlich gilt: Je ausgeprägter die Störung, desto weicher und homogener muss die Nahrung sein. Wichtig ist jedoch, dass trotz Anpassungen der Genuss nicht zu kurz kommt – die Freude am Essen soll erhalten bleiben.

Weiche bis pürierte Speisen: Bei leichten Kaubeschwerden kann oft schon eine Anpassung auf weiche Kost genügen. Wählen Sie Speisen, die sich leicht kauen und schlucken lassen.

Zum Beispiel: Weich gekochtes Gemüse statt roher Salate, gut gegarte, zarte Fleischstücke (Gedünstetes Huhn, Fisch) oder Gehacktes statt Steak, sowie Nahrung mit viel Sauce oder Flüssigkeit, damit alles schön gleitfähig ist.

Pürierte Kost bei stärkeren Einschränkungen

Harte, trockene oder krümelige Lebensmittel wie Nüsse, Knäckebrot oder Obst mit Schale sollten gemieden werden. Bei stärkeren Einschränkungen empfiehlt sich pürierte Kost. Dabei werden alle Komponenten der Mahlzeit homogen zerkleinert, bis keine Stückchen mehr verbleiben.

Beispiele: Gemüsesuppe oder Eintopf im Mixer fein pürieren, Fleisch oder Fisch mit etwas Soße zu einem Fleischpüree verarbeiten, Obst als Mus oder Creme anbieten. Sogar Brot kann – mit Milch oder Brühe aufgeweicht und gut püriert – in breiiger Form gereicht werden. W

Auch pürierte Speisen kann man appetitlich anrichten

Anstatt alles zu einem unansehnlichen Einheitsbrei zu vermischen, servieren Sie die Komponenten getrennt auf dem Teller – etwa Gemüsepüree, Kartoffelpüree und Fleischpüree nebeneinander in kleinen Häufchen oder mit Spritzbeutel in Form gebracht. So bleiben Aussehen, Geruch und Geschmack der einzelnen Zutaten erkennbar, was den Genuss erhöht.

Leichteres Trinken dank dickflüssiger Getränke

Ein großes Problem bei Schluckstörungen sind Flüssigkeiten, da dünne Flüssigkeit sehr schnell in den Rachen läuft und leicht verschluckt werden kann. Hier hilft es, Getränke gezielt anzudicken. Mit speziellen Andickungsmitteln lässt sich die Konsistenz von Getränken und sogar Suppen so verändern, dass sie langsamer fließen. Je nach Bedarf kann man unterschiedliche Konsistenzen erzeugen: von leicht dickflüssig bis hin zu creme- oder puddingartig, die mit dem Löffel gegessen wird.

Welche Konsistenz nötig ist, sollte idealerweise mit einem Therapeuten abgestimmt werden. Wichtig ist, dass angedickte Getränke zähflüssiger, aber dennoch appetitlich sind. Spezielle Andickungspulver sind geschmacksneutral, klumpen nicht und dicken nicht nach. Alternativ gibt es bereits angedickte Getränke fertig zu kaufen.

Beachten Sie: Trinken mit dem Strohhalm ist nur bei leichten Schluckstörungen ratsam. In schweren Fällen sollte besser ein Löffel oder ein spezieller Becher verwendet werden.

Trinkbecher

Hilfsmittel und Spezialnahrung

Neben der Konsistenzanpassung helfen verschiedene Hilfsmittel, die Nahrungsaufnahme zu erleichtern. Trinkhilfen wie Schnabelbecher oder Becher mit Nasenaussparung ermöglichen sicheres und selbständiges Trinken. Für Personen mit schwachen Händen gibt es rutschfeste Becher oder Modelle mit zwei Henkeln. Solche Trinkhilfen können gerade für Senioren mit motorischen Beeinträchtigungen eine große Hilfe sein. Darüber hinaus steht eine Reihe von Spezialnahrung bei Dysphagie zur Verfügung. Trinknahrung (hochkalorische Flüssignahrung) kann zum Beispiel fehlende Kalorien und Nährstoffe ersetzen, wenn normales Essen schwerfällt.

Diese Produkte – oft in Form milchshakeähnlicher Getränke – liefern Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und werden entweder ergänzend oder als Mahlzeitenersatz eingesetzt. Auch Aufbaunahrung in Creme- oder Puddingform ist erhältlich, ebenso wie Pulver zum Anreichern von Pürees mit extra Energie oder Eiweiß.

Tipps für pflegende Angehörige und Pflegekräfte

  • Ruhe und Zeit: Sorgen Sie für eine ruhige, angenehme Essumgebung.
  • Kleine Bissen, langsames Schlucken: Kleine Portionen anbieten, Pausen einlegen.
  • Nach dem Essen: Den Mundraum kontrollieren und auf Mundpflege achten.
  • Flüssigkeitsversorgung und Mundtrockenheit: Ausreichend trinken, Mund befeuchten.
  • Lieblingsspeisen anpassen: Lieblingsgerichte püriert oder weich servieren.
  • Würze und Temperatur: Abwechslungsreich und lauwarm servieren.
  • Ansprechende Präsentation: Speisen appetitlich anrichten.
  • Einbeziehen und motivieren: Betroffene in Auswahl und Zubereitung einbeziehen.
  • Professionelle Hilfe nutzen: Therapeuten oder Pflegekräfte unterstützen lassen.

Auch wenn Kau- und Schluckstörungen die Nahrungsaufnahme erschweren – mit den richtigen Maßnahmen muss Essen und Trinken nicht zur Qual werden. Durch angepasste Konsistenzen, Hilfsmittel und kreative Lösungen kann die Ernährung sicher und genussvoll gestaltet werden. So bleibt die Freude am Essen erhalten und die Lebensqualität trotz Einschränkungen hoch.