Eine kurze Treppe, ein paar Schritte zum Briefkasten – und die Luft wird knapp. Wer mit einer COPD lebt, kennt diese Momente. Weniger bekannt ist, dass sich dieselbe Erkrankung auch am Esstisch bemerkbar macht: Das Essen wird anstrengend, die Portionen werden kleiner, die Waage zeigt weniger an. Dabei brauchen COPD-Patienten eigentlich mehr Energie als Lungengesunde, nicht weniger. Dieser Ratgeber erklärt die Verbindung zwischen Atmung und Ernährung, zeigt, welche Lebensmittel Kraft geben, und ordnet ein, wann hochkalorische Trinknahrung eine sinnvolle Unterstützung ist.
COPD, chronische Bronchitis und Lungenemphysem – ein Überblick
COPD steht für „chronic obstructive pulmonary disease“, auf Deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Kennzeichnend ist eine anhaltende Verengung der Atemwege, die den Luftstrom beim Ausatmen behindert. Häufig treten zusätzlich eine chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf und/oder ein Lungenemphysem mit Schädigung der Lungenbläschen auf. Typische Symptome sind Husten, zäher Auswurf und Atemnot, die zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe auftritt.
Anders als beim Asthma ist die Verengung der Atemwege bei der Lungenerkrankung COPD nur teilweise rückbildbar. Anders als bei COPD ist die Atemwegsverengung bei Asthma häufig stärker reversibel. Asthma beginnt oft bereits in jüngeren Jahren, kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten. COPD entwickelt sich meist über Jahre. Tabakrauch ist einer der wichtigsten Risikofaktoren; daneben können beispielsweise berufliche Schadstoffbelastungen und Luftverschmutzung eine Rolle spielen. Es gibt auch Mischformen aus Asthma und COPD, in der Pneumologie als Asthma-COPD-Overlap bezeichnet.
Der Ernährungszustand beeinflusst die Belastbarkeit im Alltag stärker, als viele vermuten. Bei COPD spielt der Ernährungszustand eine besondere Rolle, da ein Teil der Betroffenen Gewicht und Muskelmasse verliert. Insbesondere bei fortgeschrittener COPD kann eine Mangelernährung die körperliche Belastbarkeit und die Funktion der Atemmuskulatur beeinträchtigen.Die chronische Bronchitis kostet zusätzlich Kraft, weil zäher Schleim in den Atemwegen abgehustet werden muss.
Welche Rolle die Ernährung dabei spielt, wurde lange unterschätzt. Heute gilt: Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung bestimmt der Ernährungszustand mit, wie stabil der Krankheitsverlauf bleibt und wie gut Betroffene Infekte überstehen. Ein guter Ernährungszustand unterstützt Belastbarkeit und Muskelkraft. Mangelernährung ist bei COPD dagegen mit einer geringeren körperlichen Leistungsfähigkeit und einer ungünstigeren Prognose verbunden. Die richtige Ernährung ersetzt keine Medikamente, spielt aber daneben eine tragende Rolle.
Warum COPD den Energiebedarf in die Höhe treibt
Atmen ist Muskelarbeit. Bei verengten Bronchien und einem Lungenemphysem muss der Körper deutlich mehr leisten, um dieselbe Menge Luft zu bewegen. Als Folge erhöht diese zusätzliche Atemarbeit den Ruheenergiebedarf bei COPD um bis zu 20 Prozent – und zwar rund um die Uhr, auch im Schlaf. Die Atemmuskulatur selbst kann in Phasen starker Luftnot bis zu zehnmal mehr Energie verbrauchen als bei Menschen mit gesunder Lunge. Der Energiebedarf kann dadurch deutlich steigen. Wie hoch er tatsächlich ist, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, Körpergewicht, Ernährungszustand, der körperlichen Aktivität und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Gleichzeitig sinkt die aufgenommene Nahrungsmenge, weil Essen anstrengt. Menschen mit COPD haben also einen erhöhten Energiebedarf – eine direkte Folge der erschwerten Atmung. Diese Schere zwischen hohem Kalorienbedarf und geringer Aufnahme ist der Kern des Problems – und der Grund, warum die richtige Ernährung bei COPD als Teil der Therapie gilt.
Untergewicht und Mangelernährung: das unterschätzte Risiko
Untergewicht und Mangelernährung kommen bei COPD häufig vor, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung. Ein niedriges Körpergewicht ist bei COPD mit einer ungünstigeren Prognose verbunden. Insbesondere ein BMI unter etwa 21 kg/m² gilt als Warnzeichen. Aussagekräftiger als der BMI allein sind jedoch auch der unbeabsichtigte Gewichtsverlust und der Verlust von Muskelmasse. Mangelernährung erhöht zudem das Risiko für häufigere Krankenhausaufenthalte und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Viele Patientinnen und Patienten bemerken den schleichenden Verlust erst spät. Auch die Atemwege leiden mit: Wer geschwächt ist, hustet Sekret schlechter ab. Der Grund liegt in der Muskulatur. Fehlen Kalorien und Eiweiß, baut der Körper Muskelmasse ab – auch die des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur. Weniger Muskelkraft bedeutet flachere Atmung, schwächeres Abhusten und mehr Atemnot. Die Atemnot wiederum verringert den Appetit. So entsteht ein Kreislauf, der den Krankheitsverlauf beschleunigt. Wer den Gewichtsverlust früh stoppt, bremst das Fortschreiten dieser Abwärtsspirale.
Mehr Hintergrundinformationen dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Mangelernährung: Ursachen, Symptome und Behandlung.

Warum viele Betroffene kaum noch essen
Appetitlosigkeit hat bei COPD handfeste Ursachen. Kauen und Schlucken unterbrechen den Atemrhythmus – wer ohnehin um Luft ringt, isst kleinere Portionen und hört früher auf. Ein voller Magen drückt außerdem von unten gegen das Zwerchfell und schränkt die Atmung zusätzlich ein. Dazu kommen Husten und Auswurf während der Mahlzeit, ein trockener Mund durch inhalative Medikamente und eine allgemeine Erschöpfung, die schon das Zubereiten des Essens zur Hürde macht.
Auch die Sinne spielen mit: Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass Speisen fad schmecken. Betroffene, die allein essen, verlieren zusätzlich die Routine. Praktische Strategien dagegen haben wir im Ratgeber Hilfe bei Appetitlosigkeit zusammengestellt.
Richtige Ernährung bei COPD: die vier Bausteine
Eine Ernährung bei COPD muss keine Diät sein. Es geht um vier Stellschrauben: genug Eiweiß, genug Kalorien in kleinem Volumen, ausreichend Nährstoffe aus Obst und Gemüse sowie eine sinnvolle Trinkmenge.
Eiweiß für Muskelmasse und Atemmuskulatur
Eiweiß spielt die zentrale Rolle, wenn es darum geht, Muskelmasse zu erhalten. Gerade bei Mangelernährung oder drohendem Muskelabbau ist eine ausreichende Eiweißzufuhr wichtig. Häufig werden etwa 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag angestrebt. Der individuelle Bedarf hängt jedoch unter anderem vom Ernährungszustand, Alter, Aktivitätsniveau und möglichen Begleiterkrankungen ab.Soll gezielt Muskulatur aufgebaut werden, etwa begleitend zum Lungensport, liegt der Bedarf bei 1,6 bis 2,5 Gramm pro Kilogramm. Für 70 Kilogramm Körpergewicht sind das rund 84 bis 130 Gramm täglich.
Praktisch heißt das: Jede Mahlzeit bekommt einen Eiweißbestandteil. Quark, Käse, Ei, Joghurt, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte oder Milch im Kaffee. Wer die Menge über normales Essen nicht schafft, kann Speisen anreichern – etwa mit JONOVA Protein 90 Milcheiweiß, das sich geschmacksneutral in Suppen, Püree oder Getränke einrühren lässt. Eine bedarfsgerechte Energie- und Eiweißzufuhr kann insbesondere bei mangelernährten COPD-Patienten dazu beitragen, Körpergewicht und Muskelkraft zu verbessern.
Viel Energie in kleinem Volumen
Große Teller überfordern. Besser sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, dafür energiedicht. Ein Löffel Rapsöl oder Butter im Gemüse, Sahne in der Suppe, Nüsse und Nussmus, Avocado, Vollmilchprodukte statt fettreduzierter Varianten: Fett liefert bei kleinem Volumen viel Energie. Pflanzliche Öle, Nussmus oder andere energiereiche Lebensmittel eignen sich deshalb gut zur Anreicherung kleiner Mahlzeiten. Für Patienten mit wenig Appetit zählen Snacks: kalorienreiche Kleinigkeiten – ein Stück Käse, ein Milchmixgetränk, ein Pudding.
Obst und Gemüse, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren
Obst und Gemüse liefern Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien, die entzündliche Prozesse in den Atemwegen dämpfen können. Beeren, Paprika, Brokkoli und dunkles Blattgemüse sind hier die Klassiker. Vitamin D verdient besondere Aufmerksamkeit, da ein Mangel bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen häufig ist und die Abwehrkräfte schwächt.

Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Makrele, Hering, Leinöl oder Walnüssen wirken ebenfalls entzündungshemmend und unterstützen das Immunsystem – ein Vorteil, wenn jeder Infekt einen Schub auslösen kann. Wichtig bleibt die Ausgewogenheit: Vitamine ersetzen keine Kalorien, und Gemüse allein füllt die Energielücke nicht.
Trinken bei COPD: wie viel ist sinnvoll?
Ausreichend trinken hält das Sekret in den Atemwegen dünnflüssig und erleichtert das Abhusten. Rund 1,5 bis 2 Liter täglich sind für die meisten Betroffenen sinnvoll, sofern Herz und Nieren mitspielen – bei Begleiterkrankungen gibt die behandelnde Praxis die Menge vor. Gut geeignet sind stilles Wasser, Kräuter- und Fencheltee sowie verdünnte Säfte. Kohlensäure fördert Blähungen und Druck auf das Zwerchfell, große Mengen direkt vor dem Essen füllen den Magen unnötig.
Ein Tipp: die Hauptmenge zwischen den Mahlzeiten trinken, etwa 20 Minuten vorher oder nachher.
Diese Lebensmittel können Beschwerden verstärken
Die richtige Ernährung bei COPD besteht auch darin, die Atemwege nicht zusätzlich zu belasten – bei gleichzeitig ausreichend Nährstoffen. Nicht jedes Lebensmittel bekommt jedem gleich gut, doch einige Gruppen bereiten häufiger Probleme. Die folgende Liste hilft bei der Auswahl:
- Blähende Speisen wie Kohl, Zwiebeln, Hülsenfrüchte in großen Mengen oder frisches Brot drücken auf das Zwerchfell.
- Kohlensäurehaltige Getränke verstärken denselben Effekt.
- Sehr salzreiche Lebensmittel sollten insbesondere bei zusätzlichen Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen nur in Maßen verzehrt werden.
- Sehr große, schwere Portionen kosten beim Verdauen viel Energie und machen träge.
- Alkohol kann die Atmung dämpfen und mit Medikamenten wechselwirken.
Wer nach einzelnen Speisen Beschwerden bemerkt, notiert sie über zwei Wochen – oft zeigt sich schnell ein Muster.
Hochkalorische Trinknahrung: Energie in kleinem Volumen
Wenn trotz angereicherter Kost das Gewicht weiter sinkt, kommt Trinknahrung ins Spiel. Sie ermöglicht es, Energie und Nährstoffe in relativ kleinem Volumen aufzunehmen Trinknahrung liefert Kalorien, Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente in flüssiger Form, erfordert kein Kauen und lässt sich schluckweise trinken. Das kann besonders hilfreich sein, wenn größere Mahlzeiten aufgrund von Atemnot oder schneller Sättigung schwerfallen.
Welche Trinknahrung ist bei COPD geeignet?
Zwei Kriterien zählen: Kaloriendichte und Eiweißgehalt. Hochkalorische Produkte mit 1,5 bis 2,4 kcal pro Milliliter bringen 300 bis 400 Kilokalorien in eine kleine Flasche – das entspricht einer vollwertigen Zwischenmahlzeit, ohne den Magen zu füllen. Ein hoher Proteinanteil unterstützt gezielt den Erhalt von Muskelmasse und Atemmuskulatur. Ballaststoffhaltige Varianten (oft mit dem Zusatz „fibre“) sind sinnvoll, wenn die Verdauung träge ist. Viele COPD-Patienten kommen mit gekühlten, weniger süßen Sorten besser zurecht. Bei Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Niereninsuffizienz gibt es spezielle Rezepturen. Die Auswahl sollte deshalb idealerweise mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgestimmt werden.

Passende Produkte aus unserem Shop
In unserer Kategorie Trinknahrung finden Sie die gängigen Marken. Für COPD-Patienten mit hohem Energiebedarf besonders interessant:
- Fresubin 2Kcal Drink – 400 kcal und 20 g Eiweiß pro 200-ml-Flasche, in sieben Geschmacksrichtungen, auch als fibre-Variante.
- Nutricia Fortimel Compact 2.4 – 300 kcal auf nur 125 ml, ideal, wenn schon kleine Mengen sättigen.
- Nestlé Resource 2.0 +fibre – 2 kcal/ml, 18 g Eiweiß pro Flasche plus Ballaststoffe.
- Fresubin PROTEIN energy Drink und Fresubin ENERGY Drink – 1,5 kcal/ml, milder Geschmack für den Einstieg.
- Fresubin 2kcal CREME – cremige Konsistenz zum Löffeln
Hinweis: Bei bestehenden Schluckstörungen sollte die geeignete Konsistenz mit medizinischem oder logopädischem Fachpersonal abgestimmt werden.
Welche Marke besser passt, beleuchtet unser Vergleich Fortimel vs. Fresubin. Wer zusätzlich Hilfsmittel für die Mahlzeit sucht, wird bei den Ess- und Trinkhilfen fündig.
So wird Trinknahrung richtig eingesetzt
Bei COPD wird Trinknahrung häufig ergänzend zur normalen Ernährung eingesetzt, um zusätzliche Energie und Eiweiß aufzunehmen, ohne größere Mahlzeiten essen zu müssen. Einige vollbilanzierte Trinknahrungen können grundsätzlich auch zur ausschließlichen Ernährung eingesetzt werden; dies sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Für Patienten mit ausgeprägter Atemnot ist das oft der einfachste Weg zu mehr Kalorien.
Wie viel Trinknahrung täglich sinnvoll ist, hängt vom individuellen Energie- und Nährstoffbedarf sowie vom jeweiligen Produkt ab. Die Mengenangaben des Herstellers und die Empfehlung der behandelnden Fachperson sollten beachtet werden.
Bewährt hat sich die Flasche(n) täglich, langsam über 20 bis 30 Minuten zu trinken, am besten gut gekühlt und zwischen den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafen. Wer die süße Note nicht mag, greift zur neutralen Variante und mischt sie in Suppe, Müsli oder Kaffee.
Weitere Anwendungsideen finden Sie im Ratgeber Welche Trinknahrung zum Zunehmen ist die richtige?
Kurzatmigkeit beim Essen verbessern: Tipps für den Alltag
Kleine Änderungen bringen oft mehr als große Vorsätze. Diese Tipps haben sich bewährt:
- Vor der Mahlzeit ein paar Minuten ausruhen und die inhalativen Medikamente wie gewohnt anwenden.
- Aufrecht sitzen, Unterarme aufstützen – das entlastet die Atemhilfsmuskulatur.
- Langsam essen, kleine Bissen, zwischendurch bewusst mit der Lippenbremse ausatmen.
- Weiche Konsistenzen wählen, wenn Kauen anstrengt: Aufläufe, Eintöpfe, Püree, Cremespeisen.
- Die Hauptmahlzeit auf die Tageszeit legen, zu der die persönliche Belastbarkeit und der Appetit am größten sind.
- Angehörige einbinden: Gemeinsames Essen und vorgekochte Portionen sparen Kraft.
Wann eine Ernährungsberatung sinnvoll ist
Spätestens wenn das Körpergewicht innerhalb von drei Monaten um mehr als fünf Prozent sinkt, sollte das Thema sollte dies zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Eine qualifizierte Ernährungsberatung erfasst den Ernährungszustand, berechnet den individuellen Bedarf und entwickelt einen realistischen Plan für die Ernährungstherapie. Eine begleitende Ernährungstherapie ist besonders bei fortgeschrittener chronisch obstruktiver Lungenerkrankung sinnvoll, ebenso nach einem Krankenhausaufenthalt. Bei COPD kann ein regelmäßiges Screening auf Mangelernährung sinnvoll sein, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust.
Bei COPD kann die Kombination aus bedarfsgerechter Ernährung und körperlichem Training besonders sinnvoll sein, da ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr den Erhalt beziehungsweise Aufbau von Muskelmasse unterstützt. Für Interessierte und Angehörige lohnt es sich, Gewicht und Portionen kurz zu dokumentieren – diese Informationen erleichtern das Gespräch.
Fazit
Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gehören Atmung und Ernährung untrennbar zusammen. Die erhöhte Atemarbeit steigert den Energiebedarf, während Atemnot und Appetitlosigkeit die Nahrungsaufnahme senken. Wer diese Lücke schließt – mit eiweißreichen, energiedichten Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf hochkalorischer Trinknahrung – erhält Muskelmasse, Belastbarkeit und Lebensqualität. Für Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zählt jeder Schritt in Richtung stabiles Gewicht. Der wichtigste Schritt ist, den Gewichtsverlust früh zu bemerken. Alles Weitere lässt sich Schritt für Schritt umsetzen.
Hinweis: Medizinische Trinknahrung sollte entsprechend der Herstellerangaben und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Die benötigte Tagesmenge richtet sich nach dem individuellen Energie- und Nährstoffbedarf.
Häufige Fragen zur Ernährung bei COPD
Was sollte man bei COPD essen und trinken?
Eiweißreich und energiedicht: Milchprodukte, Ei, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, dazu hochwertige Öle, Nüsse sowie reichlich Obst und Gemüse. Verteilt auf fünf bis sechs kleine Mahlzeiten. Getrunken werden 1,5 bis 2 Liter täglich, vorzugsweise Wasser und Tee. Für COPD-Patienten mit Untergewicht gilt: lieber ein Lebensmittel zusätzlich mit Sahne, Butter oder Öl anreichern, als Kalorien einzusparen.
Welche 5 Lebensmittel sind gut für die Lunge?
Eine einzelne „Lungennahrung“ gibt es nicht. Sinnvoll sind unter anderem eiweißreiche Lebensmittel wie Quark oder Fisch, Nüsse sowie abwechslungsreiches Obst und Gemüse. Sie liefern Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und andere wichtige Nährstoffe.
Welches Getränk ist gut bei COPD?
Ausreichend Flüssigkeit kann dazu beitragen, Sekret weniger zäh zu halten. Geeignet sind beispielsweise stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Wer durch Kohlensäure Blähungen oder Völlegefühl bekommt, sollte besser auf stille Getränke zurückgreifen. Als kalorienreiche Ergänzung eignen sich Milchmixgetränke oder hochkalorische Trinknahrung.
Welche Lebensmittel sind nicht gut bei COPD?
Stark blähende Speisen, kohlensäurehaltige Getränke, sehr salzige Fertigprodukte, üppige schwere Portionen und Alkohol. Sie erhöhen den Druck auf das Zwerchfell oder belasten den Kreislauf.
Wie kann ich Kurzatmigkeit bei COPD verbessern?
Hilfreich sind kleine Portionen, aufrechtes Sitzen, langsames Essen mit Lippenbremse, eine Ruhepause vor der Mahlzeit sowie regelmäßiger Lungensport. Ein stabiles Körpergewicht und kräftige Atemmuskulatur wirken langfristig am stärksten.
Welche Trinknahrung ist bei COPD geeignet?
Hochkalorische, eiweißreiche Produkte mit 1,5 bis 2,4 kcal pro Milliliter, zum Beispiel Fresubin 2Kcal Drink, Fortimel Compact 2.4 oder Nestlé Resource 2.0 +fibre. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn eine Mangelernährung droht. Bei Diabetes oder Nierenproblemen gibt es angepasste Varianten – die Auswahl am besten ärztlich abstimmen.
Warum haben Menschen mit COPD keinen Appetit?
Weil Kauen und Schlucken die Atmung unterbrechen, ein voller Magen gegen das Zwerchfell drückt und Husten, trockener Mund sowie Erschöpfung das Essen erschweren. Kleine, energiedichte Mahlzeiten durchbrechen diesen Kreislauf am zuverlässigsten. Bleibt der Gewichtsverlust unbeachtet, verschlechtert sich bei der Lungenerkrankung COPD auch die Prognose.
