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Trinknahrung bei COPD: Energie trotz Atemnot

Eine kurze Treppe, ein paar Schritte zum Briefkasten – und die Luft wird knapp. Wer mit einer COPD lebt, kennt diese Momente. Weniger bekannt ist, dass sich dieselbe Erkrankung auch am Esstisch bemerkbar macht: Das Essen wird anstrengend, die Portionen werden kleiner, die Waage zeigt weniger an. Dabei brauchen COPD-Patienten eigentlich mehr Energie als Lungengesunde, nicht weniger. Dieser Ratgeber erklärt die Verbindung zwischen Atmung und Ernährung, zeigt, welche Lebensmittel Kraft geben, und ordnet ein, wann hochkalorische Trinknahrung eine sinnvolle Unterstützung ist.

COPD, chronische Bronchitis und Lungenemphysem – ein Überblick

COPD steht für „chronic obstructive pulmonary disease“, auf Deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Kennzeichnend ist eine anhaltende Verengung der Atemwege, die den Luftstrom beim Ausatmen behindert. Häufig treten zusätzlich eine chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf und/oder ein Lungenemphysem mit Schädigung der Lungenbläschen auf. Typische Symptome sind Husten, zäher Auswurf und Atemnot, die zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe auftritt.

Anders als beim Asthma ist die Verengung der Atemwege bei der Lungenerkrankung COPD nur teilweise rückbildbar. Anders als bei COPD ist die Atemwegsverengung bei Asthma häufig stärker reversibel. Asthma beginnt oft bereits in jüngeren Jahren, kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten. COPD entwickelt sich meist über Jahre. Tabakrauch ist einer der wichtigsten Risikofaktoren; daneben können beispielsweise berufliche Schadstoffbelastungen und Luftverschmutzung eine Rolle spielen. Es gibt auch Mischformen aus Asthma und COPD, in der Pneumologie als Asthma-COPD-Overlap bezeichnet.

Der Ernährungszustand beeinflusst die Belastbarkeit im Alltag stärker, als viele vermuten. Bei COPD spielt der Ernährungszustand eine besondere Rolle, da ein Teil der Betroffenen Gewicht und Muskelmasse verliert. Insbesondere bei fortgeschrittener COPD kann eine Mangelernährung die körperliche Belastbarkeit und die Funktion der Atemmuskulatur beeinträchtigen.Die chronische Bronchitis kostet zusätzlich Kraft, weil zäher Schleim in den Atemwegen abgehustet werden muss.

Welche Rolle die Ernährung dabei spielt, wurde lange unterschätzt. Heute gilt: Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung bestimmt der Ernährungszustand mit, wie stabil der Krankheitsverlauf bleibt und wie gut Betroffene Infekte überstehen. Ein guter Ernährungszustand unterstützt Belastbarkeit und Muskelkraft. Mangelernährung ist bei COPD dagegen mit einer geringeren körperlichen Leistungsfähigkeit und einer ungünstigeren Prognose verbunden. Die richtige Ernährung ersetzt keine Medikamente, spielt aber daneben eine tragende Rolle.

Warum COPD den Energiebedarf in die Höhe treibt

Atmen ist Muskelarbeit. Bei verengten Bronchien und einem Lungenemphysem muss der Körper deutlich mehr leisten, um dieselbe Menge Luft zu bewegen. Als Folge erhöht diese zusätzliche Atemarbeit den Ruheenergiebedarf bei COPD um bis zu 20 Prozent – und zwar rund um die Uhr, auch im Schlaf. Die Atemmuskulatur selbst kann in Phasen starker Luftnot bis zu zehnmal mehr Energie verbrauchen als bei Menschen mit gesunder Lunge. Der Energiebedarf kann dadurch deutlich steigen. Wie hoch er tatsächlich ist, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, Körpergewicht, Ernährungszustand, der körperlichen Aktivität und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Gleichzeitig sinkt die aufgenommene Nahrungsmenge, weil Essen anstrengt. Menschen mit COPD haben also einen erhöhten Energiebedarf – eine direkte Folge der erschwerten Atmung. Diese Schere zwischen hohem Kalorienbedarf und geringer Aufnahme ist der Kern des Problems – und der Grund, warum die richtige Ernährung bei COPD als Teil der Therapie gilt.

Untergewicht und Mangelernährung: das unterschätzte Risiko

Untergewicht und Mangelernährung kommen bei COPD häufig vor, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung. Ein niedriges Körpergewicht ist bei COPD mit einer ungünstigeren Prognose verbunden. Insbesondere ein BMI unter etwa 21 kg/m² gilt als Warnzeichen. Aussagekräftiger als der BMI allein sind jedoch auch der unbeabsichtigte Gewichtsverlust und der Verlust von Muskelmasse. Mangelernährung erhöht zudem das Risiko für häufigere Krankenhausaufenthalte und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.

Viele Patientinnen und Patienten bemerken den schleichenden Verlust erst spät. Auch die Atemwege leiden mit: Wer geschwächt ist, hustet Sekret schlechter ab. Der Grund liegt in der Muskulatur. Fehlen Kalorien und Eiweiß, baut der Körper Muskelmasse ab – auch die des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur. Weniger Muskelkraft bedeutet flachere Atmung, schwächeres Abhusten und mehr Atemnot. Die Atemnot wiederum verringert den Appetit. So entsteht ein Kreislauf, der den Krankheitsverlauf beschleunigt. Wer den Gewichtsverlust früh stoppt, bremst das Fortschreiten dieser Abwärtsspirale.

Mehr Hintergrundinformationen dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Mangelernährung: Ursachen, Symptome und Behandlung.

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Warum viele Betroffene kaum noch essen

Appetitlosigkeit hat bei COPD handfeste Ursachen. Kauen und Schlucken unterbrechen den Atemrhythmus – wer ohnehin um Luft ringt, isst kleinere Portionen und hört früher auf. Ein voller Magen drückt außerdem von unten gegen das Zwerchfell und schränkt die Atmung zusätzlich ein. Dazu kommen Husten und Auswurf während der Mahlzeit, ein trockener Mund durch inhalative Medikamente und eine allgemeine Erschöpfung, die schon das Zubereiten des Essens zur Hürde macht.

Auch die Sinne spielen mit: Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass Speisen fad schmecken. Betroffene, die allein essen, verlieren zusätzlich die Routine. Praktische Strategien dagegen haben wir im Ratgeber Hilfe bei Appetitlosigkeit zusammengestellt.

Richtige Ernährung bei COPD: die vier Bausteine

Eine Ernährung bei COPD muss keine Diät sein. Es geht um vier Stellschrauben: genug Eiweiß, genug Kalorien in kleinem Volumen, ausreichend Nährstoffe aus Obst und Gemüse sowie eine sinnvolle Trinkmenge.

Eiweiß für Muskelmasse und Atemmuskulatur

Eiweiß spielt die zentrale Rolle, wenn es darum geht, Muskelmasse zu erhalten. Gerade bei Mangelernährung oder drohendem Muskelabbau ist eine ausreichende Eiweißzufuhr wichtig. Häufig werden etwa 1,2 bis 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag angestrebt. Der individuelle Bedarf hängt jedoch unter anderem vom Ernährungszustand, Alter, Aktivitätsniveau und möglichen Begleiterkrankungen ab.Soll gezielt Muskulatur aufgebaut werden, etwa begleitend zum Lungensport, liegt der Bedarf bei 1,6 bis 2,5 Gramm pro Kilogramm. Für 70 Kilogramm Körpergewicht sind das rund 84 bis 130 Gramm täglich.

Praktisch heißt das: Jede Mahlzeit bekommt einen Eiweißbestandteil. Quark, Käse, Ei, Joghurt, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte oder Milch im Kaffee. Wer die Menge über normales Essen nicht schafft, kann Speisen anreichern – etwa mit JONOVA Protein 90 Milcheiweiß, das sich geschmacksneutral in Suppen, Püree oder Getränke einrühren lässt. Eine bedarfsgerechte Energie- und Eiweißzufuhr kann insbesondere bei mangelernährten COPD-Patienten dazu beitragen, Körpergewicht und Muskelkraft zu verbessern.

Viel Energie in kleinem Volumen

Große Teller überfordern. Besser sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, dafür energiedicht. Ein Löffel Rapsöl oder Butter im Gemüse, Sahne in der Suppe, Nüsse und Nussmus, Avocado, Vollmilchprodukte statt fettreduzierter Varianten: Fett liefert bei kleinem Volumen viel Energie. Pflanzliche Öle, Nussmus oder andere energiereiche Lebensmittel eignen sich deshalb gut zur Anreicherung kleiner Mahlzeiten. Für Patienten mit wenig Appetit zählen Snacks: kalorienreiche Kleinigkeiten – ein Stück Käse, ein Milchmixgetränk, ein Pudding.

Obst und Gemüse, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren

Obst und Gemüse liefern Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien, die entzündliche Prozesse in den Atemwegen dämpfen können. Beeren, Paprika, Brokkoli und dunkles Blattgemüse sind hier die Klassiker. Vitamin D verdient besondere Aufmerksamkeit, da ein Mangel bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen häufig ist und die Abwehrkräfte schwächt.

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Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Makrele, Hering, Leinöl oder Walnüssen wirken ebenfalls entzündungshemmend und unterstützen das Immunsystem – ein Vorteil, wenn jeder Infekt einen Schub auslösen kann. Wichtig bleibt die Ausgewogenheit: Vitamine ersetzen keine Kalorien, und Gemüse allein füllt die Energielücke nicht.

Trinken bei COPD: wie viel ist sinnvoll?

Ausreichend trinken hält das Sekret in den Atemwegen dünnflüssig und erleichtert das Abhusten. Rund 1,5 bis 2 Liter täglich sind für die meisten Betroffenen sinnvoll, sofern Herz und Nieren mitspielen – bei Begleiterkrankungen gibt die behandelnde Praxis die Menge vor. Gut geeignet sind stilles Wasser, Kräuter- und Fencheltee sowie verdünnte Säfte. Kohlensäure fördert Blähungen und Druck auf das Zwerchfell, große Mengen direkt vor dem Essen füllen den Magen unnötig.

Ein Tipp: die Hauptmenge zwischen den Mahlzeiten trinken, etwa 20 Minuten vorher oder nachher.

Diese Lebensmittel können Beschwerden verstärken

Die richtige Ernährung bei COPD besteht auch darin, die Atemwege nicht zusätzlich zu belasten – bei gleichzeitig ausreichend Nährstoffen. Nicht jedes Lebensmittel bekommt jedem gleich gut, doch einige Gruppen bereiten häufiger Probleme. Die folgende Liste hilft bei der Auswahl:

  • Blähende Speisen wie Kohl, Zwiebeln, Hülsenfrüchte in großen Mengen oder frisches Brot drücken auf das Zwerchfell.
  • Kohlensäurehaltige Getränke verstärken denselben Effekt.
  • Sehr salzreiche Lebensmittel sollten insbesondere bei zusätzlichen Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen nur in Maßen verzehrt werden.
  • Sehr große, schwere Portionen kosten beim Verdauen viel Energie und machen träge.
  • Alkohol kann die Atmung dämpfen und mit Medikamenten wechselwirken.

Wer nach einzelnen Speisen Beschwerden bemerkt, notiert sie über zwei Wochen – oft zeigt sich schnell ein Muster.

Hochkalorische Trinknahrung: Energie in kleinem Volumen

Wenn trotz angereicherter Kost das Gewicht weiter sinkt, kommt Trinknahrung ins Spiel. Sie ermöglicht es, Energie und Nährstoffe in relativ kleinem Volumen aufzunehmen Trinknahrung liefert Kalorien, Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente in flüssiger Form, erfordert kein Kauen und lässt sich schluckweise trinken. Das kann besonders hilfreich sein, wenn größere Mahlzeiten aufgrund von Atemnot oder schneller Sättigung schwerfallen.

Welche Trinknahrung ist bei COPD geeignet?

Zwei Kriterien zählen: Kaloriendichte und Eiweißgehalt. Hochkalorische Produkte mit 1,5 bis 2,4 kcal pro Milliliter bringen 300 bis 400 Kilokalorien in eine kleine Flasche – das entspricht einer vollwertigen Zwischenmahlzeit, ohne den Magen zu füllen. Ein hoher Proteinanteil unterstützt gezielt den Erhalt von Muskelmasse und Atemmuskulatur. Ballaststoffhaltige Varianten (oft mit dem Zusatz „fibre“) sind sinnvoll, wenn die Verdauung träge ist. Viele COPD-Patienten kommen mit gekühlten, weniger süßen Sorten besser zurecht. Bei Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Niereninsuffizienz gibt es spezielle Rezepturen. Die Auswahl sollte deshalb idealerweise mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt abgestimmt werden.

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In unserer Kategorie Trinknahrung finden Sie die gängigen Marken. Für COPD-Patienten mit hohem Energiebedarf besonders interessant:

Hinweis: Bei bestehenden Schluckstörungen sollte die geeignete Konsistenz mit medizinischem oder logopädischem Fachpersonal abgestimmt werden.

Welche Marke besser passt, beleuchtet unser Vergleich Fortimel vs. Fresubin. Wer zusätzlich Hilfsmittel für die Mahlzeit sucht, wird bei den Ess- und Trinkhilfen fündig.

So wird Trinknahrung richtig eingesetzt

Bei COPD wird Trinknahrung häufig ergänzend zur normalen Ernährung eingesetzt, um zusätzliche Energie und Eiweiß aufzunehmen, ohne größere Mahlzeiten essen zu müssen. Einige vollbilanzierte Trinknahrungen können grundsätzlich auch zur ausschließlichen Ernährung eingesetzt werden; dies sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Für Patienten mit ausgeprägter Atemnot ist das oft der einfachste Weg zu mehr Kalorien.

Wie viel Trinknahrung täglich sinnvoll ist, hängt vom individuellen Energie- und Nährstoffbedarf sowie vom jeweiligen Produkt ab. Die Mengenangaben des Herstellers und die Empfehlung der behandelnden Fachperson sollten beachtet werden.

Bewährt hat sich die Flasche(n) täglich, langsam über 20 bis 30 Minuten zu trinken, am besten gut gekühlt und zwischen den Mahlzeiten oder abends vor dem Schlafen. Wer die süße Note nicht mag, greift zur neutralen Variante und mischt sie in Suppe, Müsli oder Kaffee.

Weitere Anwendungsideen finden Sie im Ratgeber Welche Trinknahrung zum Zunehmen ist die richtige?

Kurzatmigkeit beim Essen verbessern: Tipps für den Alltag

Kleine Änderungen bringen oft mehr als große Vorsätze. Diese Tipps haben sich bewährt:

  • Vor der Mahlzeit ein paar Minuten ausruhen und die inhalativen Medikamente wie gewohnt anwenden.
  • Aufrecht sitzen, Unterarme aufstützen – das entlastet die Atemhilfsmuskulatur.
  • Langsam essen, kleine Bissen, zwischendurch bewusst mit der Lippenbremse ausatmen.
  • Weiche Konsistenzen wählen, wenn Kauen anstrengt: Aufläufe, Eintöpfe, Püree, Cremespeisen.
  • Die Hauptmahlzeit auf die Tageszeit legen, zu der die persönliche Belastbarkeit und der Appetit am größten sind.
  • Angehörige einbinden: Gemeinsames Essen und vorgekochte Portionen sparen Kraft.

Wann eine Ernährungsberatung sinnvoll ist

Spätestens wenn das Körpergewicht innerhalb von drei Monaten um mehr als fünf Prozent sinkt, sollte das Thema sollte dies zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Eine qualifizierte Ernährungsberatung erfasst den Ernährungszustand, berechnet den individuellen Bedarf und entwickelt einen realistischen Plan für die Ernährungstherapie. Eine begleitende Ernährungstherapie ist besonders bei fortgeschrittener chronisch obstruktiver Lungenerkrankung sinnvoll, ebenso nach einem Krankenhausaufenthalt. Bei COPD kann ein regelmäßiges Screening auf Mangelernährung sinnvoll sein, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust.

Bei COPD kann die Kombination aus bedarfsgerechter Ernährung und körperlichem Training besonders sinnvoll sein, da ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr den Erhalt beziehungsweise Aufbau von Muskelmasse unterstützt. Für Interessierte und Angehörige lohnt es sich, Gewicht und Portionen kurz zu dokumentieren – diese Informationen erleichtern das Gespräch.

Fazit

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gehören Atmung und Ernährung untrennbar zusammen. Die erhöhte Atemarbeit steigert den Energiebedarf, während Atemnot und Appetitlosigkeit die Nahrungsaufnahme senken. Wer diese Lücke schließt – mit eiweißreichen, energiedichten Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf hochkalorischer Trinknahrung – erhält Muskelmasse, Belastbarkeit und Lebensqualität. Für Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zählt jeder Schritt in Richtung stabiles Gewicht. Der wichtigste Schritt ist, den Gewichtsverlust früh zu bemerken. Alles Weitere lässt sich Schritt für Schritt umsetzen.

Hinweis: Medizinische Trinknahrung sollte entsprechend der Herstellerangaben und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Die benötigte Tagesmenge richtet sich nach dem individuellen Energie- und Nährstoffbedarf.

Häufige Fragen zur Ernährung bei COPD

Was sollte man bei COPD essen und trinken?

Eiweißreich und energiedicht: Milchprodukte, Ei, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, dazu hochwertige Öle, Nüsse sowie reichlich Obst und Gemüse. Verteilt auf fünf bis sechs kleine Mahlzeiten. Getrunken werden 1,5 bis 2 Liter täglich, vorzugsweise Wasser und Tee. Für COPD-Patienten mit Untergewicht gilt: lieber ein Lebensmittel zusätzlich mit Sahne, Butter oder Öl anreichern, als Kalorien einzusparen.

Welche 5 Lebensmittel sind gut für die Lunge?

Eine einzelne „Lungennahrung“ gibt es nicht. Sinnvoll sind unter anderem eiweißreiche Lebensmittel wie Quark oder Fisch, Nüsse sowie abwechslungsreiches Obst und Gemüse. Sie liefern Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und andere wichtige Nährstoffe.

Welches Getränk ist gut bei COPD?

Ausreichend Flüssigkeit kann dazu beitragen, Sekret weniger zäh zu halten. Geeignet sind beispielsweise stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Wer durch Kohlensäure Blähungen oder Völlegefühl bekommt, sollte besser auf stille Getränke zurückgreifen. Als kalorienreiche Ergänzung eignen sich Milchmixgetränke oder hochkalorische Trinknahrung.

Welche Lebensmittel sind nicht gut bei COPD?

Stark blähende Speisen, kohlensäurehaltige Getränke, sehr salzige Fertigprodukte, üppige schwere Portionen und Alkohol. Sie erhöhen den Druck auf das Zwerchfell oder belasten den Kreislauf.

Wie kann ich Kurzatmigkeit bei COPD verbessern?

Hilfreich sind kleine Portionen, aufrechtes Sitzen, langsames Essen mit Lippenbremse, eine Ruhepause vor der Mahlzeit sowie regelmäßiger Lungensport. Ein stabiles Körpergewicht und kräftige Atemmuskulatur wirken langfristig am stärksten.

Welche Trinknahrung ist bei COPD geeignet?

Hochkalorische, eiweißreiche Produkte mit 1,5 bis 2,4 kcal pro Milliliter, zum Beispiel Fresubin 2Kcal Drink, Fortimel Compact 2.4 oder Nestlé Resource 2.0 +fibre. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn eine Mangelernährung droht. Bei Diabetes oder Nierenproblemen gibt es angepasste Varianten – die Auswahl am besten ärztlich abstimmen.

Warum haben Menschen mit COPD keinen Appetit?

Weil Kauen und Schlucken die Atmung unterbrechen, ein voller Magen gegen das Zwerchfell drückt und Husten, trockener Mund sowie Erschöpfung das Essen erschweren. Kleine, energiedichte Mahlzeiten durchbrechen diesen Kreislauf am zuverlässigsten. Bleibt der Gewichtsverlust unbeachtet, verschlechtert sich bei der Lungenerkrankung COPD auch die Prognose.

COPD im Griff: Atemübungen und Hilfsmittel für mehr Luft im Alltag

COPD (chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) ist eine Lungenerkrankung, bei der verengte Atemwege das Atmen erschweren. Betroffene leiden unter Symptomen wie Husten, vermehrtem Auswurf von Sekret und vor allem Atemnot im Alltag. In Deutschland sind schätzungsweise mehrere Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen​.

Ohne ausreichende Luftzufuhr fühlt man sich schnell ausgelaugt, denn der Körper erhält nicht genug Sauerstoff. Selbst einfache Tätigkeiten können für Patienten zur Belastung werden und zu Luftnot führen. Doch es gibt Hilfe: Durch gezielte Atemübungen, richtiges Atemtraining und unterstützende Hilfsmittel lässt sich die Atmung erleichtern und die Lebensqualität erheblich steigern.

Atemnot und COPD: Warum Atemübungen so wichtig sind

Mit COPD wird die Atmung zur täglichen Herausforderung. Die Bronchien sind chronisch entzündet und verengt, was den Luftaustausch behindert. Durch die Überblähung der Lunge bleibt verbrauchte Luft in den Lungen gefangen und es fällt schwer, vollständig auszuatmen. Die Folge ist oft eine quälende Atemnot, zunächst bei Belastung und in fortgeschrittenen Stadien sogar in Ruhe. Viele Patienten geraten dann in einen Teufelskreis aus Kurzatmigkeit und Angst: Die Luftnot kann Angst und sogar Panik auslösen, was wiederum die Atemfrequenz erhöht und die Atemnot verstärkt. Hier setzen Atemübungen und Atemtherapie an.

Gezielte Atemtechniken helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Sie verbessern die Belüftung der Lunge, reduzieren die Überblähung und fördern die Entspannung. Studien und Erfahrungen zeigen, dass spezielle Atemübungen Erleichterung verschaffen und die Atemmuskulatur entlasten können​.

Indem man lernt, bewusster ein- und auszuatmen, bekommt man wieder besser Luft und kann in Atemnot-Situationen ruhiger reagieren. Das hat auch psychologische Bedeutung: Wer Techniken an der Hand hat, um mit Atemnot umzugehen, fühlt sich sicherer und verliert etwas von der Angst vor der nächsten Atemnotattacke. Insgesamt sind Atemübungen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, da sie – neben Medikamenten – wesentlich zur Behandlung beitragen, indem sie Atemnot lindern, die Atemwege offen halten und die eigene Kontrolle über die Atmung stärken.

Atemübungen sollten regelmäßig geübt werden

Atemübungen sollten idealerweise frühzeitig erlernt werden, am besten angeleitet durch erfahrene Atemphysiotherapeuten oder in speziellen Patientenschulungen. Unter professioneller Anleitung kann man die korrekten Techniken in Ruhe üben, um sie dann in stressigen Situationen automatisch anwenden zu können. Wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit: Wie bei jedem Training führt nur konsequentes Üben zum Erfolg. Planen Sie daher feste Zeiten für Ihr Atemtraining ein – in entspanntem Zustand, wenn Sie frei von akuter Atemnot sind. So bauen Sie Schritt für Schritt Routine auf, und Ihre Atemmuskulatur gewöhnt sich an die neuen Atemmuster. Die Gedanken können Sie dabei bewusst auf die Entspannung lenken: Konzentrieren Sie sich auf ruhiges Ein- und Ausatmen, um innere Ausgeglichenheit zu finden. Dies beruhigt den Körper und Geist gleichermaßen.

Mit der Zeit spielen diese Techniken eine große Rolle im Umgang mit COPD: Sie sorgen dafür, dass Sie im Notfall weniger in Panik geraten und Ihre Beschwerden besser kontrollieren können​.

Atemübungen: Techniken für mehr Luft

Es gibt eine Reihe bewährter Atemtechniken, die Menschen mit COPD helfen, ihre Atmung zu verbessern und mehr Luft zu bekommen​. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Übungen und Tipps vor. Diese Übungen können von Betroffenen leicht erlernt werden und sind kostenlos überall durchführbar – sie benötigen lediglich etwas Zeit und Übung. Jede Übung zielt darauf ab, die Atmung zu vertiefen, die Atemwege zu entlasten und dem Patienten Sicherheit im Umgang mit Atemnot zu geben.

Bild KI-generiert

Die Lippenbremse – langsames Ausatmen gegen die Luftnot

Die Lippenbremse ist die klassische Atemübung bei COPD und anderen Atemwegserkrankungen. Sie hilft sofort gegen Atemnot und kann sowohl in Ruhe als auch unter Belastung angewendet werden. Diese Technik funktioniert so: Man atmet zunächst normal durch die Nase ein und lässt dann die Luft langsam und kontrolliert durch die locker aufeinander liegenden Lippen ausströmen, als würde man eine Kerze mit sanftem Luftstrom ausblasen. Durch das Ausatmen gegen die nur leicht geöffnete Lippenöffnung entsteht ein leichter Widerstand. Wichtig: Pressen Sie die Lippen nicht mit Kraft zusammen, sondern halten Sie sie entspannt, ähnlich wie beim leichten Pfeifen.

So geht die Lippenbremse – Schritt für Schritt:

  1. Setzen Sie sich möglichst aufrecht hin und entspannen Sie die Gesichtsmuskulatur. Legen Sie die Lippen locker aufeinander.
  2. Atmen Sie langsam und tief durch die Nase ein. Spüren Sie, wie die Luft in die Lunge strömt.
  3. Atmen Sie nun langsam und gleichmäßig durch den Mund aus, indem Sie die Luft durch die nur kleine Öffnung zwischen den Lippen entweichen lassen (als würden Sie vorsichtig pusten). Verlängern Sie die Ausatmung, aber ohne zu pressen.

Bei der Lippenbremse wird die ausgeatmete Luft etwas gestaut, was einen leichten Überdruck in den Atemwegen erzeugt. Dieser Effekt stabilisiert die Bronchien während der Ausatmung und verhindert, dass die Atemwege kollabieren​. Dadurch können die Lungen mehr verbrauchte Luft abgeben, die sonst eine Überblähung verursachen würde. Mit der Lippenbremse wird also mehr „alte“ Luft aus der Lunge entfernt, und Platz für frischen Sauerstoff geschaffen.

Das Ergebnis: Die Luftnot nimmt ab, das Gefühl der Enge in der Brust lässt nach, und man verspürt spürbar Erleichterung. Nutzen Sie die Lippenbremse immer dann, wenn Sie kurzatmig sind – zum Beispiel nach dem Treppensteigen (einer körperlichen Belastung) oder während eines Hustenanfalls. In solchen Situationen hilft die Technik, schnell wieder zur Ruhe zu kommen. Übrigens kann diese Atemtechnik auch Angst reduzieren, denn das verlangsamte Ausatmen signalisiert dem Körper Entspannung.

Bauchatmung – die Kraft des Zwerchfells nutzen

Viele Menschen atmen überwiegend in die Brust. Bei der Bauchatmung (Zwerchfellatmung) dagegen nutzt man bewusst das Zwerchfell, unseren wichtigsten Atemmuskel, um tiefer in den Bauchraum zu atmen. Gerade für Menschen mit COPD ist dies sinnvoll, denn die Bauchatmung ermöglicht es, mehr Luft in die unteren Lungenbereiche zu bringen und die Atmung effizienter zu gestalten. Tief in den Bauch einzuatmen kann helfen, mehr Sauerstoff aufzunehmen und die Atemmuskulatur zu entlasten​.

Diese Atemtechnik verbraucht weniger Energie als eine flache Brustatmung und fördert insgesamt die Entspannung des Körpers.

So üben Sie die Bauchatmung:

Legen Sie zum Üben eine Hand auf den Bauch und atmen Sie langsam durch die Nase ein. Stellen Sie sich vor, wie die Luft bis in den Bauch strömt und Ihre Hand sanft nach oben drückt. Ihre Bauchdecke wölbt sich nach außen, während sich der Brustkorb nur wenig hebt. Atmen Sie dann lang und vollständig aus – idealerweise ebenfalls mit leicht geschürzten Lippen oder der oben beschriebenen Lippenbremse, um die Luft kontrolliert abzugeben. Beim Ausatmen senkt sich die Bauchdecke wieder.

Wiederholen Sie dieses tiefe Ein- und Ausatmen mehrere Male. Anfangs fällt es leichter, diese Übung im Liegen auszuführen, da der Körper dabei entspannt ist und Sie die Bewegung des Bauches besser spüren. Mit etwas Übung gelingt die Bauchatmung aber auch im Sitzen oder Stehen. Wichtig ist, dass Sie während der Übung in Ruhe bleiben und nicht verkrampfen. Die Bauchatmung können Sie täglich ein paar Minuten trainieren – sie führt zu einer vertieften Atmung, verbessert die Sauerstoffaufnahme und kann auch gegen Stress eingesetzt werden, da sie beruhigend wirkt.

Atemerleichternde Haltungen – richtig sitzen oder stehen bei Atemnot

Neben reinen Atemtechniken spielen auch Körperhaltungen eine wichtige Rolle, um das Atmen zu erleichtern. In einer akuten Situation mit Atemnot neigen viele dazu, zu verkrampfen oder panisch zu werden. Stattdessen hilft es, eine atemerleichternde Position einzunehmen. Durch bestimmte Haltungen kann die Atmung effizienter werden, weil Teile des Körpers abgestützt werden und die Atemhilfsmuskulatur optimal eingesetzt wird​.

Zwei gängige Techniken sind der Kutschersitz und die Torwartstellung, doch auch das Abstützen an einer Wand oder auf einem Tisch kann helfen. Wichtig ist immer: der Oberkörper sollte etwas nach vorne gebeugt sein und die Arme aufgestützt werden – so wird der Brustkorb entlastet.

  • Kutschersitz: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Beine leicht auseinander. Beugen Sie den Oberkörper nach vorne und stützen Sie Ihre Arme mit den Ellenbogen auf den Knien oder auf einer festen Unterlage (z.B. Oberschenkel) ab. Lassen Sie Kopf und Schultern locker nach vorne sinken. In dieser Haltung kann der Schultergürtel unterstützt werden, und Sie können ruhiger atmen. Atmen Sie bewusst langsam ein und mit der Lippenbremse aus. Diese Haltung verschafft oft schnell Erleichterung.
  • Torwartstellung (Abstützen im Stehen): Stellen Sie sich hüftbreit hin (Beine leicht gegrätscht). Beugen Sie den Oberkörper etwas nach vorne. Stützen Sie die Hände oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab (als würden Sie sich nach einem Sprint abstützen, daher der Name). Die Finger zeigen nach innen, Ellenbogen leicht gebeugt. Auch hier wird das Gewicht des Oberkörpers von den Armen getragen. Atmen Sie ruhig ein und aus. Diese Position im Stehen ermöglicht es, die Atemhilfsmuskulatur – beispielsweise Muskeln im Schulter- und Nackenbereich – effektiv zur Unterstützung der Atmung einzusetzen​.

Solche Körperhaltungen können in Notfallsituationen wahre Wunder wirken. Sie sind einfache Hilfen, um die Atemarbeit zu verringern. Versuchen Sie, sich diese Haltungen bereits in Zeiten ohne akute Atemnot einzuprägen. Dann erinnern Sie sich in der Stresssituation besser daran. In der Regel stellt sich mit einer atemerleichternden Haltung und den richtigen Atemtechniken schnell eine Besserung der Atemnot ein. Kombinieren Sie z.B. den Kutschersitz mit der Lippenbremse – so nutzen Sie zwei Methoden gleichzeitig, um wieder Luft zu bekommen.

Sekretlösung und richtiges Husten

COPD geht häufig mit zähem Schleim in den Atemwegen einher, besonders bei der chronischen Bronchitis-Komponente der Krankheit. Das Abhusten dieses Sekrets ist wichtig, damit die Atemwege frei bleiben. Auch hierfür gibt es Techniken: Zum Beispiel das „Huffing“ (forcierte Expiration) ist eine schonende Hustentechnik, bei der man anstatt kräftig zu husten, die Luft stoßweise mit offenem Mund ausstößt, als würde man auf einen Spiegel hauchen. Dadurch lösen sich Ablagerungen, ohne die Bronchien zu stark zu belasten.

Generell gilt: Nehmen Sie sich Zeit zum Husten und sorgen Sie für eine gute Flüssigkeitszufuhr, damit das Sekret flüssiger wird. Unterstützend können Hilfsmittel zum Einsatz kommen, die im nächsten Abschnitt vorgestellt werden.

Hilfsmittel bei COPD: Unterstützung für Ihre Atemwege

Neben Übungen ohne Gerät gibt es auch einige praktische Hilfsmittel, die Menschen mit COPD im Alltag Erleichterung verschaffen. Solche Hilfen können die Wirkung der Atemübungen ergänzen und helfen, Symptome wie Atemnot und Husten besser in den Griff zu bekommen. Im Folgenden einige wichtige Hilfsmittel und Therapieansätze kurz vorgestellt.

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PEP-Geräte und Atemtrainer

Ein zentrales Hilfsmittel bei der Atemtherapie von COPD sind PEP-Geräte (Positive Expiratory Pressure). Diese kleinen Geräte erzeugen beim Ausatmen einen Widerstand und teils Vibrationen in den Atemwegen. Man atmet gegen einen einstellbaren Druck aus. Durch diesen positiven Druck werden die Bronchien von innen gestützt und offen gehalten, ähnlich wie bei der Lippenbremse, nur intensiver. Gleichzeitig versetzen manche Geräte die Luft in Schwingung, was festsitzendes Sekret in den Bronchien löst. Regelmäßiges Training mit PEP-Geräten hat mehrere Vorteile: Es stärkt die Atemmuskulatur und kann die Atemnot reduzieren, weil die Lunge besser entleert und belüftet wird​.

Zudem hilft es, Schleim effizienter abzutransportieren – Husten fällt leichter und wird produktiver. PEP-Geräte kommen meist im Rahmen einer Atemphysiotherapie oder Atemschulung zum Einsatz, wo Atemphysiotherapeuten den Patienten die richtige Anwendung beibringen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten, ob ein solches Gerät für Sie sinnvoll ist und lassen Sie sich die Handhabung genau erklären. Wichtig ist, das Atemtraining mit dem Gerät dann in der Regel täglich durchzuführen, um einen spürbaren Effekt zu erzielen. Schon wenige Minuten pro Tag – zum Beispiel morgens und abends – können reichen. Diese Geräte sind eine wertvolle Hilfe, um langfristig die Lungenfunktion zu unterstützen und aktiv an der Verbesserung der Symptome zu arbeiten.

Neben PEP-Geräten gibt es auch Atemtrainer, die speziell die Einatmungskraft stärken (Inspiratorisches Muskeltraining). Diese funktionieren so, dass Sie gegen einen Widerstand einatmen müssen. Dadurch werden Zwerchfell und Atemhilfsmuskeln wie ein Muskel im Fitnessstudio trainiert. Ein stärkeres Zwerchfell bedeutet, dass Sie bei Beanspruchung weniger Belastung spüren, weil das Einatmen leichter fällt. Solche Atemmuskeltrainer gibt es in verschiedenen Formen (als einfaches mechanisches Gerät mit einstellbarem Widerstand oder elektronische Geräte). Auch hier gilt: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Therapeuten beraten, welches Gerät passend ist und wie es richtig benutzt wird.

Inhalation und Medikation

Die medikamentöse Behandlung der COPD erfolgt oft über inhalative Medikamente (Bronchien-erweiternde Sprays, Pulverinhalatoren oder Vernebler). Ein Inhalationsgerät ist zwar im engeren Sinne kein Hilfsmittel zur Atemtechnik, aber es ist essentiell, um die Atemwege offen zu halten. Patienten sollten unbedingt die richtige Inhalationstechnik beherrschen, damit das Medikament in der Lunge ankommt. In Patientenschulungen wird daher häufig das korrekte Inhalieren geübt​.

Scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt oder Apotheker um eine Einweisung zu bitten – eine falsche Anwendung des Inhalators kann die Wirksamkeit drastisch verringern. Neben den Dauermedikamenten sollten COPD-Betroffene auch ein Notfallspray (Reliever) griffbereit haben, das in akuten Atemnotsituationen für schnelle Erleichterung sorgt. Alle diese Medikamente tragen zwar nicht direkt zur Kräftigung der Lunge bei, sind aber für viele der Grundpfeiler, um überhaupt erst die Voraussetzungen für Übungen und Training zu schaffen, indem sie die Bronchien weiten und Entzündungen hemmen.

Sauerstofftherapie

Im fortgeschrittenen Stadium einer COPD kommt es häufig zu anhaltendem Sauerstoffmangel im Blut. Dann reicht die normale Atmung – trotz aller Übungen – nicht mehr aus, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. In solchen Fällen verordnet der Arzt eine Langzeit-Sauerstofftherapie. Die Patienten erhalten ambulant ein Sauerstoffgerät (z.B. Konzentrator oder mobile Sauerstoffflasche), über das sie mehrere Stunden am Tag oder sogar rund um die Uhr zusätzlichen Sauerstoff inhalieren können. Die Vorstellung, dauerhaft an einen Sauerstoffschlauch gebunden zu sein, macht vielen zunächst Sorgen und Angst, doch moderne Geräte erlauben heute viel Bewegungsfreiheit und können sogar mobil mitgeführt werden. Mit etwas Planung sind auch Aktivitäten außer Haus oder Reisen weiterhin möglich​.

Die zusätzliche Sauerstoffgabe entlastet Herz und Körper enorm und verbessert die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität deutlich. Wichtig ist, die vom Arzt verordnete Sauerstoffmenge konsequent anzuwenden, denn nur dann erfüllt die Therapie ihr Ziel. Bei korrekter Anwendung kann die Sauerstofftherapie nicht nur Luftnot lindern, sondern auch das Fortschreiten von Organschäden durch chronischen Sauerstoffmangel bremsen.

Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, bei denen eine Sauerstofftherapie nötig ist, lassen Sie sich ausführlich beraten. Anfangs ist es ungewohnt, aber viele Patienten berichten, dass sie sich viel sicherer fühlen, wenn sie die „extra Luft“ haben und dadurch wieder mehr unternehmen können.

Alltagstipps: Besser leben mit COPD

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Neben den gezielten Atemübungen und Hilfsmitteln gibt es im Alltag viele kleine Dinge, die in Summe große Wirkung haben können. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, um mit COPD besser zu leben und die Atemnot zu reduzieren:

  • Bewegung und Lungensport: Auch wenn es paradox klingt – regelmäßige körperliche Aktivität kann die Atemnot langfristig verringern. Angepasste Bewegung (z.B. Gehen, leichtes Training in Lungensportgruppen) stärkt die allgemeine Muskulatur und Ausdauer. Kräftigere Beine und ein fitterer Körper helfen, alltägliche Belastungen leichter zu bewältigen. Wichtig: Überanstrengen Sie sich nicht und legen Sie Pausen ein, aber bleiben Sie in Bewegung.
  • Tagesplanung und Pacing: Planen Sie Ihren Tag mit ausreichenden Pausen. Legen Sie anstrengende Aufgaben auf Zeiten, in denen Sie sich am fittesten fühlen. Vermeiden Sie Hektik und Stress, indem Sie alles in Ruhe angehen. So vermeiden Sie unnötige Belastung.
  • Richtige Atemtechnik im Alltag anwenden: Integrieren Sie Ihre Atemübungen in tägliche Aktivitäten. Zum Beispiel: Atmen Sie beim Treppengehen bewusst mit der Lippenbremse aus, oder nutzen Sie die Bauchatmung, wenn Sie spazieren gehen. Diese angewandten Techniken helfen, auch während Aktivitäten die Luft zu behalten.
  • Entspannung üben: Stress und seelische Anspannung wirken sich direkt auf die Atmung aus. Methoden wie progressive Muskelentspannung, Yoga (angepasst) oder Meditation können Ihnen helfen, Stress abzubauen und innere Ruhe zu finden. Dadurch verringern sich auch Atemnot-Anfälle, weil Sie insgesamt gelassener bleiben. Gönnen Sie sich regelmäßig Entspannung und achten Sie auf ausreichenden Schlaf – das fördert die Regeneration.
  • Auslöser meiden: Versuchen Sie, Reize zu vermeiden, die Ihre Atemwege reizen. Kalte Luft, Zigarettenrauch (aktiv und passiv), Staub, Schadstoffe oder auch starke Düfte können Husten und Luftnot auslösen. Sorgen Sie für ein gutes Raumklima mit frischer, nicht zu trockener Luft (Raumluftbefeuchter können helfen, Schleim in den Atemwegen geschmeidig zu halten).
  • Vorsorge treffen: Halten Sie Ihre vom Arzt empfohlenen Impfungen aktuell (z.B. gegen Grippe und Pneumokokken), um Infektionen vorzubeugen, denn jede Bronchitis kann Ihre Lunge zusätzlich schwächen. Haben Sie einen Notfallplan: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was in einer akuten Verschlechterung (Notfall) zu tun ist, wann Sie ggf. ein Notfallmedikament nehmen oder den Rettungsdienst rufen sollten. Es gibt auch COPD-Patientenschulungsprogramme, die solche Situationen trainieren und Sicherheit geben.

Mit all diesen Maßnahmen – Atemübungen, Hilfsmitteln und einer bewussten Lebensführung – lässt sich die COPD zwar nicht heilen, aber in den Griff bekommen. Das Ziel ist, möglichst lange ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen, trotz der Krankheit. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und arbeiten Sie eng mit Ihren behandelnden Ärzten und Therapeuten zusammen. Jeder kleine Fortschritt, sei es eine geringere Atemnot beim Treppensteigen oder weniger Husten in der Nacht, ist ein Gewinn an Lebensqualität.

FAQ (Häufig gestellte Fragen)

Welche Atemübungen helfen bei akuter Atemnot am schnellsten?

Die Lippenbremse gilt als eine der wichtigsten Atemtechniken für Menschen mit COPD. Atmen Sie dabei durch die Nase ein und pusten Sie die Luft langsam durch die locker aufeinanderliegenden Lippen wieder aus. Diese einfache Übung schafft einen leichten Widerstand beim Ausatmen und verhindert ein frühzeitiges Zusammenfallen der Bronchien. Dadurch gelingt es Ihnen, verbrauchte Luft effektiver aus der Lunge zu entfernen und mehr Sauerstoff aufzunehmen. Auch die Bauchatmung (Zwerchfellatmung) kann in akuten Stressmomenten helfen, weil sie die Atemmuskulatur schont und den Brustkorb entlastet.

Wie kann ich festsitzenden Schleim besser abhusten?

Viele COPD-Betroffene kämpfen mit zähem Sekret in den Atemwegen. Um dieses Sekret effektiver zu lösen, können sogenannte PEP-Geräte (Positive Expiratory Pressure) oder Oszillations-PEP-Geräte eingesetzt werden. Sie erzeugen beim Ausatmen einen Widerstand und Vibrationen, was die Bronchien „rüttelt“ und Schleim lockert. Eine angepasste Hustentechnik wie das „Huffing“ – bei dem man die Luft stoßweise ausstößt, anstatt heftig zu pressen – hilft, den Schleim schonender aus den Bronchien zu transportieren.

Ist es normal, dass ich mich anfangs etwas unwohl fühle, wenn ich Atemübungen mache?

Ja, ein vorübergehendes Gefühl von Unsicherheit ist nichts Ungewöhnliches. Viele Menschen müssen sich erst an das bewusste Atmen und die teilweise neuen Bewegungsabläufe gewöhnen. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und sich nicht zu überfordern. Sollten jedoch starke Beschwerden oder Schwindelgefühle auftreten, brechen Sie die Übung ab und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrem Atemphysiotherapeuten. Mit regelmäßiger Übung und der richtigen Anleitung wird das Unwohlsein in der Regel schnell weniger.

Brauche ich bei COPD zwangsläufig eine Sauerstofftherapie?

Nicht alle Patienten mit COPD benötigen Sauerstoff. Eine Langzeit-Sauerstofftherapie kommt vor allem dann infrage, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut dauerhaft zu niedrig ist. Dies wird in der Regel über Blutgasanalysen überprüft. Ist tatsächlich ein chronischer Sauerstoffmangel vorhanden, kann eine zusätzliche Sauerstoffgabe die Lebensqualität enorm verbessern und die Belastbarkeit steigern. Ihr Arzt entscheidet anhand Ihres Krankheitsverlaufs und Ihrer Untersuchungswerte, ob und ab wann die Therapie sinnvoll ist. Wer Sauerstoff benötigt, wird ausführlich geschult und erhält passende Geräte für Zuhause und unterwegs.

Was kann ich zusätzlich zu den Atemübungen tun, um meinen Alltag zu erleichtern?

Ein ganzheitlicher Ansatz ist wichtig. Nutzen Sie bei Bedarf Inhalatoren oder andere verschriebene Medikamente korrekt, um die Bronchien zu erweitern und Entzündungen zu mindern. Ein angepasstes Kraft- und Ausdauertraining (z. B. Lungensport) hilft, die Muskulatur zu stärken und die Belastung im Alltag besser zu meistern. Achten Sie auf ausreichende Entspannung und üben Sie stressreduzierende Methoden (z. B. Progressive Muskelentspannung oder Yoga). Planen Sie Ruhepausen ein und vermeiden Sie Überanstrengung. Kleine Alltagshilfen wie ein Rollator oder ein Duschhocker können zudem körperliche Anstrengung reduzieren und Ihnen mehr Sicherheit geben.

Quellen

  1. Lungeninformationsdienst – Atemübungen und Atemschulung: Beschreibung bewährter Atemtechniken (z.B. Lippenbremse) und deren Wirkung zur Erleichterung der Atmung​lungeninformationsdienst.de.
  2. Lungeninformationsdienst – Atemerleichternde Techniken und Selbsthilfemaßnahmen: Einsatz von PEP-Systemen (Flutter, Cornet etc.) in der Atemtherapie; regelmäßiges Training mit PEP-Geräten senkt Atemnot, stärkt Atemmuskulatur und fördert Schleimlösung​. lungeninformationsdienst.de
  3. COPD-Deutschland e.V. – COPD mit und ohne Lungenemphysem: Symptome, Ursachen, Therapieoptionen: Hintergrundinformationen zu COPD als chronische Lungenerkrankung; Prävalenz (rund 6,8 Mio. Betroffene in Deutschland) und Bedeutung nicht-medikamentöser Therapien wie Atemphysiotherapie, Lungensport und Sauerstoff-Langzeittherapie​. copd-deutschland.de
  4. netdoktor.deBauchatmung (Zwerchfellatmung): Vorteile der Bauchatmung gegenüber der flachen Brustatmung (effizientere Sauerstoffaufnahme, weniger Energieaufwand, Förderung von Entspannung).
  5. Lungeninformationsdienst – Atemübungen geben Sicherheit: Atemübungen vermitteln Patienten Mittel, um mit Atemnot umzugehen, Erleichterung zu erfahren, und reduzieren die Angst vor der nächsten Atemnotattacke​. lungeninformationsdienst.de