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Diabetisches Fußsyndrom – täglich kontrollieren und richtig pflegen

Für Menschen mit Diabetes gehören die Füße zu den empfindlichsten Körperstellen überhaupt. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen über Jahre hinweg Nerven und Blutgefäße – kleine Verletzungen oder Wunden, die nicht zeitnah abheilen, bleiben dadurch oft unbemerkt. Aus harmlosen Druckstellen entstehen so schlecht heilende Wunden. Dieser Artikel bündelt die wichtigsten Inhalte und gibt einen Überblick über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung des diabetischen Fußsyndroms und zeigt Schritt für Schritt, wie die tägliche Kontrolle und Pflege beim diabetischen Fußsyndrom im Alltag gelingt.

Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Komplikationen lässt sich verhindern. Wer seine Füße täglich prüft, auf passendes Schuhwerk achtet und bei ersten Auffälligkeiten Arzt oder Ärztin einschaltet, senkt das Risiko für Wunden und Amputationen erheblich. Welche Inhalte beim diabetischen Fußsyndrom wirklich zählen und welche Produkte die Pflege unterstützen, lesen Sie auf dieser Seite. Das Thema betrifft weit mehr Menschen, als viele vermuten.

Diabetisches Fußsyndrom: Definition und Überblick

Der Begriff diabetisches Fußsyndrom – abgekürzt DFS – fasst alle krankhaften Veränderungen am Fuß zusammen, die als Folge eines Diabetes mellitus auftreten. Zur Definition des diabetischen Fußsyndroms zählen Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen, Infektionen sowie Gewebsschäden bis hin zu tiefen Wunden am Knochen. Das diabetische Fußsyndrom gehört damit zu den häufigsten Folgeerkrankungen der Zuckerkrankheit und betrifft Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 ebenso wie Typ 2.

Charakteristisch für die Entstehung des diabetischen Fußes ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Der gestörte Stoffwechsel schädigt Nerven und Blutgefäße, die Haut wird trocken und rissig, und Wunden heilen langsamer. Weil das Schmerzempfinden nachlässt, spüren viele Patientinnen und Patienten eine beginnende Wunde schlicht nicht. Genau deshalb ist die tägliche Kontrolle so wichtig – sie ersetzt gewissermaßen den fehlenden Schmerz als Warnsystem.

Wie häufig ist das diabetische Fußsyndrom?

Das Lebenszeitrisiko für ein diabetisches Fußsyndrom liegt bei Menschen mit Diabetes nach aktuellen Angaben bei etwa 19 bis 34 Prozent. Menschen mit Diabetes tragen ein deutlich erhöhtes Amputationsrisiko. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft entfallen weiterhin etwa 65 bis 70 Prozent aller Amputationen auf Menschen mit Diabetes. Diese Zahlen zeigen, wie ernst das Thema diabetisches Fußsyndrom ist und warum Fachgesellschaften wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft konsequente Vorsorge empfehlen.

Ursachen des diabetischen Fußes

Die Ursachen des diabetischen Fußes lassen sich auf zwei Hauptmechanismen zurückführen, die häufig gemeinsam auftreten: Schäden an den Nerven und Schäden an den Blutgefäßen. Beide entstehen als Folge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte. Je länger ein Diabetes besteht und je ungünstiger die Stoffwechseleinstellung langfristig ist, desto höher kann das Risiko für diabetische Folgeerkrankungen wie Neuropathie und Gefäßschäden sein.

Nervenschädigungen: wenn der Schmerz ausbleibt

Erhöhter Blutzucker greift die feinen Nerven in Beinen und Füßen an. Fachleute sprechen von einer diabetischen Polyneuropathie. Die Folge: Druck, Hitze, Reibung und kleine Verletzungen werden kaum noch wahrgenommen. Zusätzlich verändert sich die Schweißproduktion, die Haut trocknet aus und reißt leichter ein. Auch die Fußmuskulatur kann sich verändern, sodass neue Druckstellen an Zehen und Fußsohle entstehen. Nervenschädigungen sind der häufigste Auslöser von Wunden des diabetischen Fußes.

Durchblutungsstörungen: wenn der Blutfluss nachlässt

Parallel dazu verengen sich die Blutgefäße in den Beinen. Der Blutfluss nimmt ab, das Gewebe erhält weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Solche Durchblutungsstörungen verzögern die Heilung erheblich: Selbst kleine Wunden bleiben wochenlang offen, und Infektionen breiten sich schneller aus. Allerdings können typische Schmerzen bei gleichzeitiger Nervenschädigung fehlen. Eine relevante Durchblutungsstörung ist deshalb auch ohne typische Beschwerden möglich. Durchblutungsstörungen prägen den Verlauf des diabetischen Fußes daher maßgeblich mit.

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Risikofaktoren des diabetischen Fußes im Überblick

  • lange Diabetesdauer und ungünstige Stoffwechseleinstellung
  • Rauchen
  • diabetische Polyneuropathie
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Fußdeformitäten und Druckfehlbelastungen
  • frühere Fußulzera oder Amputationen
  • eingeschränkte Sehfähigkeit oder Mobilität
  • ungeeignetes Schuhwerk

Symptome und Warnzeichen des diabetischen Fußes

Wie äußert sich ein diabetisches Fußsyndrom? Häufig beginnt es unspektakulär – mit trockener Haut, einer kleinen Rötung oder einer Blase, die nicht wehtut. Genau diese Symptome sind die frühen Warnzeichen des diabetischen Fußsyndroms, auf die Menschen mit Diabetes achten sollten.

Wie sehen Füße bei Diabetes aus?

  • trockene, rissige Haut, besonders an der Ferse
  • vermehrte Hornhaut an Druckstellen und unter dem Fußballen
  • Rötungen, Blasen und Schwielen als Zeichen von Reibung
  • verfärbte, verdickte Nägel oder eingewachsene Nägel
  • ein auffällig warmer und geschwollener Fuß oder auffällig kühle und blasse Füße
  • offene Wunden, die nicht schmerzen und schlecht heilen
  • kleine Verletzungen, die nach Tagen noch nicht verschlossen sind

Auch bei Diabetes mellitus Typ 2 zeigen sich diese Veränderungen oft schleichend. Viele Betroffene bemerken zuerst ein Kribbeln, Taubheitsgefühl oder ein Brennen in den Zehen – ein deutlicher Hinweis auf beginnende Nervenschädigungen.

Diese Warnzeichen gehören sofort in ärztliche Hände

Bei ersten Anzeichen von Wunden sollten Diabetiker unverzüglich Arzt oder Ärztin aufsuchen. Das gilt besonders für offene Stellen, eitrige Beläge, starke Rötung mit Überwärmung, üblen Geruch oder Fieber – all das spricht für Entzündungen und Infektionen, die im Verlauf des diabetischen Fußes rasch fortschreiten. Solche Entzündungen können sich innerhalb weniger Tage ausbreiten. Auch eine plötzlich geschwollene, warme Fußseite ohne erkennbare Verletzung ist ein Alarmsignal.

Wie wird das diabetische Fußsyndrom diagnostiziert?

Zur Beurteilung eines diabetischen Fußes gehören verschiedene klinische Untersuchungen. Am Anfang steht das Gespräch über Beschwerden, Verlauf und Blutzuckereinstellung. Anschließend untersucht der Arzt oder die Ärztin beide Füße gründlich: Haut, Nägel, Druckstellen und Zwischenzehenräume werden begutachtet. Mit Stimmgabel und Monofilament prüft die Praxis das Empfinden, um Nervenschädigungen zu erkennen. Das Tasten der Fußpulse und eine Messung des Knöchel-Arm-Index geben Auskunft über die Durchblutung; bei Bedarf folgen Ultraschall oder eine Vorstellung in der Gefäßchirurgie.

Wie häufig die Füße ärztlich untersucht werden sollten, hängt vom individuellen Risiko ab. Ohne Neuropathie wird in der Regel eine jährliche Kontrolle empfohlen. Bei Neuropathie, Gefäßerkrankungen, Fußdeformitäten oder bereits aufgetretenen Wunden sind deutlich kürzere Intervalle erforderlich.

Stadien und Klassifikation des diabetischen Fußes

Für den Verlauf und die Therapie ist eine einheitliche Einteilung wichtig. Die Wagner-Klassifikation beschreibt sechs Grade: Wagner-Grad 0 bedeutet, dass keine sichtbare Wunde vorliegt, aber ein Risikofuß besteht; Wagner-Grad 5 steht für den Verlust des gesamten Fußes. Das University-of-Texas-Klassifikationssystem ergänzt die Wundtiefe um die Stadien A bis D, die berücksichtigen, ob zusätzlich eine Infektion und/oder Ischämie vorliegt. Diese Einteilung hilft dem Behandlungsteam, beim diabetischen Fußsyndrom die passenden Behandlungsmöglichkeiten auszuwählen.

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Der Charcot-Fuß als Sonderform

Eine besondere Form des diabetischen Fußes ist der Charcot-Fuß: Beim Charcot-Fuß führt eine ausgeprägte Neuropathie zu einem entzündlichen Schädigungsprozess an Knochen und Gelenken. Es können Frakturen, Gelenkverschiebungen und bleibende Fehlstellungen entstehen, obwohl die Beschwerden aufgrund der Nervenschädigung oft überraschend gering sind. Ein einseitig deutlich warmer, geschwollener Fuß bei bestehender Neuropathie muss deshalb rasch ärztlich abgeklärt und bis dahin möglichst entlastet werden.

Füße täglich kontrollieren: die Routine für zu Hause

Die tägliche Selbstkontrolle der Füße gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Sie dauert kaum zwei Minuten, erkennt Veränderungen früh und ersetzt gewissermaßen das fehlende Schmerzsignal. Menschen mit Diabetes mellitus sollten sie fest in den Tagesablauf einbauen – morgens oder abends, aber immer zur gleichen Zeit.

Schritt für Schritt: die Kontrolle

  • Füße täglich bei gutem Licht ansehen – oben, unten, seitlich und zwischen allen Zehen
  • einen Handspiegel nutzen, um die Fußsohle einzusehen, oder Angehörige um Hilfe bitten
  • gezielt auf Risse, Blasen, Rötungen, Druckstellen und Hornhaut achten
  • die Haut vorsichtig abtasten: warme oder verhärtete Bereiche sind verdächtig
  • auch die Innenseite der Schuhe auf Steinchen, Falten und harte Nähte prüfen

Waschen und eincremen – aber richtig

Füße täglich mit lauwarmem Wasser waschen und die Wassertemperatur vorher mit dem Ellenbogen oder einem Thermometer prüfen, da das Temperaturempfinden gestört sein kann. Die Badedauer sollte kurz bleiben, damit die Haut nicht aufweicht. Danach gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen – dort begünstigt Feuchtigkeit Pilzinfektionen.

Hautpflege beim diabetischen Fuß

Die Hautpflege des diabetischen Fußes hält die Haut elastisch und verhindert das Einreißen. Geeignet sind rückfeuchtende und rückfettende Pflegeprodukte, beispielsweise Cremes mit Harnstoff (Urea), sofern keine offenen Hautstellen dagegen sprechen. Zwischen den Zehen sollte keine Creme aufgetragen werden, da dort Feuchtigkeit Pilzinfektionen begünstigen kann.

Im Sortiment der Kategorie Hautschutz und Hautpflege finden Sie dafür passende Produkte, etwa das Urgo Hautpflegeöl Sanyrène für beanspruchte Hautstellen oder die Coloplast Comfeel Barrier Cream für besonders gefährdete Hautpartien.

Nägel und Hornhaut

Nägel sollten möglichst gerade gekürzt und die Ecken nicht tief ausgeschnitten werden. Scharfe Kanten können vorsichtig gefeilt werden. Hornhaut sollte nur vorsichtig und ohne scharfe Instrumente entfernt werden – Hobel, Klingen und Hornhautpflaster sind beim diabetischen Fußsyndrom tabu, weil sie leicht Verletzungen und in der Folge Wunden verursachen. Bei starker Hornhaut übernimmt das besser die Fachkraft.

Medizinische Fußpflege: Aufgabe für Profis

Bei erhöhtem Risiko kann eine podologische Behandlung ein wichtiger Bestandteil der Prävention sein. Podologinnen und Podologen behandeln beispielsweise krankhafte Nagelveränderungen und ausgeprägte Hornhaut fachgerecht und können Auffälligkeiten früh erkennen. Besonders bei Neuropathie, Durchblutungsstörungen oder bereits aufgetretenen Fußwunden sollte die Fußpflege nicht mit scharfen Instrumenten in Eigenregie erfolgen.

Schuhwerk und Socken: Druckstellen vermeiden

Passendes Schuhwerk gehört zur wirksamsten Vorbeugung des diabetischen Fußes. Gut sitzende Schuhe helfen, Druckstellen und Reibung zu vermeiden. Wichtig sind weiches Obermaterial, ausreichend Platz für die Zehen, keine drückenden Nähte und eine stabile Sohle. Entscheidend ist eine sorgfältige Passform: Der Schuh sollte ausreichend Platz für Zehen und Fuß bieten, ohne zu rutschen oder Druckstellen zu verursachen. Neue Modelle sollten anfangs nur kurz getragen und die Haut danach kontrolliert werden. Frische, nahtarme Socken ohne einschneidende Bündchen gehören beim diabetischen Fußsyndrom ebenso dazu. Und es gilt in jedem Fall: niemals barfuß gehen, auch nicht in der Wohnung oder am Strand.

Behandlung des diabetischen Fußsyndroms

Eine möglichst gute Stoffwechseleinstellung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und trägt dazu bei, weitere diabetesbedingte Schäden zu begrenzen. Für die Wundheilung sind gleichzeitig eine konsequente Druckentlastung, eine ausreichende Durchblutung sowie eine fachgerechte Wund- und Infektionsbehandlung entscheidend.

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Wundversorgung und Wundauflagen

Offene Wunden am diabetischen Fuß sollten nicht eigenständig behandelt werden. Verbandmaterial und Wundauflagen müssen entsprechend Wundtiefe, Exsudation, Durchblutung und möglicher Infektion ausgewählt werden. Wie solche Wunden versorgt werden, legen Arzt oder Ärztin gemeinsam mit der Pflegefachkraft fest.

Für den Verbandwechsel zu Hause, den das Behandlungsteam anleitet, stellt die Kategorie Verbandsmittel und Bandagen das nötige Material bereit:

Welche Wundauflagen beim diabetischen Fußsyndrom im konkreten Fall passen, entscheidet immer das Behandlungsteam.

Behandlungsmöglichkeiten im interdisziplinären Team

Die Behandlung erfolgt idealerweise in diabetologischen Fußambulanzen, in denen Diabetologie, Wundmanagement, Podologie, Orthopädieschuhtechnik und Gefäßchirurgie zusammenarbeiten. Je nach Befund kommen Entlastungsschuhe, Gefäßeingriffe zur Verbesserung des Blutflusses, Antibiotika bei Infektionen und Entzündungen oder eine chirurgische Wundreinigung infrage. In ausgewählten Fällen können spezielle Verfahren zur Entfernung abgestorbenen Gewebes eingesetzt werden, beispielsweise ein biologisches Debridement mit sterilen Fliegenlarven. Ziel aller Behandlungsmöglichkeiten des diabetischen Fußes ist es, Amputationen zu vermeiden und die Beweglichkeit zu erhalten.

Stoffwechsel stützen: Ernährung und Trinknahrung

Eine ausreichende Versorgung mit Energie, Eiweiß und Mikronährstoffen unterstützt die Wundheilung. Besonders bei Mangelernährung oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust sollte der Ernährungszustand deshalb berücksichtigt werden. Gerade bei älteren Menschen mit Diabetes, geringem Appetit oder ungewolltem Gewichtsverlust reicht die normale Kost dafür oft nicht aus. Hier kann Trinknahrung die Ernährung gezielt ergänzen – etwa der Fresubin DIBEN Drink, der für Menschen mit gestörter Glukosetoleranz entwickelt wurde, oder hochkalorische Varianten wie der Fresubin 2 kcal Drink. Der Einsatz sollte mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden, damit die Blutzuckerwerte auch beim diabetischen Fußsyndrom stabil bleiben.

Fazit

Das Risiko des diabetischen Fußes wächst über Jahre, und das Fußsyndrom entsteht schleichend – und lässt sich mit einer sorgfältigen, täglichen Routine in vielen Fällen verhindern. Entscheidend sind die tägliche Kontrolle beider Füße, milde Reinigung, konsequente Hautpflege, passendes Schuhwerk, regelmäßige medizinische Fußpflege und regelmäßige ärztliche Fußkontrollen in einem Intervall, das sich nach dem individuellen Risiko richtet. Zeigen sich Wunden, Rötungen oder Schwellungen, zählt schnelles Handeln: Ein Anruf beim Arzt ist immer besser als abzuwarten. Produkte aus dem RCS-Pro-Sortiment können die tägliche Hautpflege und eine vom Behandlungsteam angeleitete Wundversorgung unterstützen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Ist ein diabetischer Fuß heilbar?

Wunden des diabetischen Fußes können abheilen, wenn sie früh erkannt, konsequent entlastet und fachgerecht versorgt werden. Die zugrunde liegenden Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen bleiben beim diabetischen Fußsyndrom jedoch bestehen. Deshalb sind lebenslange Kontrollen und eine gute Blutzuckereinstellung notwendig, um Rückfälle zu vermeiden.

Wie sehen die Füße aus, wenn man Zucker hat?

Typisch sind trockene, rissige Haut, vermehrte Hornhaut, Rötungen oder Blasen an Druckstellen sowie verfärbte Nägel. Manche Füße sind auffällig warm und geschwollen, andere kühl und blass. Offene Wunden schmerzen häufig nicht – ein wichtiges Warnzeichen.

Wie kontrolliere ich die Füße von Diabetikern richtig?

Einmal täglich bei gutem Licht Fußrücken, Sohle, Ferse und alle Zwischenzehenräume ansehen, notfalls mit einem Handspiegel oder mit Unterstützung von Angehörigen. Auf Risse, Blasen, Druckstellen, Rötungen, kleine Wunden und Schwellungen achten und zusätzlich die Schuhe von innen abtasten.

Wie oft sollte man bei Diabetes die Füße pflegen?

Die Pflege gehört in den täglichen Ablauf: waschen, gründlich abtrocknen und eincremen – jedoch nicht zwischen den Zehen. Wie häufig eine podologische Behandlung erforderlich ist, hängt vom individuellen Befund und Risikoprofil ab. Bei Neuropathie, Durchblutungsstörungen oder problematischen Nägeln und Hornhaut sollte das Intervall mit Arzt oder Ärztin beziehungsweise Podologie abgestimmt werden. Ärztliche Fußkontrollen je nach Risikostufe mindestens jährlich, bei erhöhtem Risiko entsprechend häufiger.

Welche Risikofaktoren gibt es für ein diabetisches Fußsyndrom?

Dazu zählen eine lange Diabetesdauer, schwankende Blutzuckerwerte, Rauchen und Stress, bestehende Nervenschädigungen oder Durchblutungsstörungen, frühere Wunden und Amputationen, Fußfehlstellungen sowie unpassendes Schuhwerk. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes erhöht das Risiko.

Welche Pflegemaßnahmen sind beim diabetischen Fußsyndrom notwendig?

Tägliche Selbstkontrolle, kurzes Waschen mit lauwarmem Wasser, sorgfältiges Abtrocknen, Hautpflege mit geeigneten Cremes oder Ölen, gerade geschnittene Nägel, vorsichtiger Umgang mit Hornhaut, passende Schuhe und frische Socken sowie der Verzicht auf Barfußlaufen.

Wie wird das diabetische Fußsyndrom diagnostiziert?

Die Diagnose des diabetischen Fußes erfolgt über Anamnese, gründliche Inspektion beider Füße, Prüfung des Empfindens mit Stimmgabel und Monofilament sowie Beurteilung der Durchblutung durch Pulstasten, Knöchel-Arm-Index und gegebenenfalls Ultraschall. Bei auffälligem Befund folgt ggf. die Vorstellung in einer Fußambulanz.