Archiv des Autors: Michael Marter

Gewichtszunahme im Alter: Wann hochkalorische Nahrung sinnvoll ist und wie sie eingesetzt wird

Im Alter verändert sich der Körper auf vielfältige Weise – und das Gewicht spielt dabei eine zentrale Rolle. Während viele Menschen mit zunehmendem Alter mit Übergewicht kämpfen, gibt es auch die andere Seite: ungewollter Gewichtsverlust und Mangelernährung. Beide Extreme bergen erhebliche Risiken für die Gesundheit. In diesem Ratgeber beleuchten wir, wann eine Gewichtszunahme im Alter bedenklich ist, welche Ursachen dahinterstecken und vor allem: In welchen Fällen hochkalorische Nahrung eine wichtige Rolle spielt.

Gewichtsveränderungen im Alter verstehen

Mit den Jahren durchläuft unser Körper natürliche Veränderungen, die sich direkt auf das Körpergewicht auswirken. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Muskelmasse nimmt ab und der Grundumsatz sinkt – der Körper benötigt also weniger Energie als in jüngeren Jahren. Gleichzeitig verändert sich oft die Körperzusammensetzung: Der Fettanteil steigt, während Muskelzellen abgebaut werden.

Viele Menschen bemerken, dass die Kilos leichter kommen und schwerer gehen. Dies liegt unter anderem am natürlichen Muskelabbau, der bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt und sich im Alter beschleunigt. Weniger Muskulatur bedeutet einen geringeren Energieverbrauch – selbst wenn die Ernährungsgewohnheiten unverändert bleiben, kann sich das Körpergewicht nach oben bewegen.

Der Hormonhaushalt spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei Frauen führt der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren häufig zu einer Gewichtszunahme, besonders am Bauch. Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel, was den Abbau von Muskelmasse begünstigt und den Fettanteil erhöht.

Welches Gewicht ist in welchem Alter normal?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn das ideale Körpergewicht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Body-Mass-Index (BMI) dient nur als grober Orientierungswert. Für ältere Menschen gilt ein etwas höherer BMI häufig sogar als vorteilhaft: Studien zeigen, dass ein leichtes Übergewicht im Alter mit einer höheren Lebenserwartung verbunden sein kann – ein Phänomen, das als „Adipositas-Paradoxon“ bekannt ist.

Wichtiger als die Zahl auf der Waage ist die Körperzusammensetzung. Ein stabiles Gewicht mit ausreichend Muskelmasse schützt besser vor Krankheiten als ein niedriges Gewicht mit geringer Muskulatur. Ältere Menschen sollten daher weniger auf einzelne Kilogramm achten, sondern vielmehr auf ihre Mobilität, Kraft und allgemeine Leistungsfähigkeit.

Wenn das Gewicht problematisch wird: Folgen von Übergewicht

Übergewicht im Alter bringt verschiedene Risiken mit sich. Das Herz muss mehr arbeiten, der Blutdruck steigt oft, und die Gelenke werden stärker belastet. Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte treten häufiger auf. Diese Krankheitsrisiken können die Lebensqualität erheblich einschränken und die Mobilität beeinträchtigen.

Besonders kritisch ist Übergewicht, wenn es mit weiteren Risikofaktoren einhergeht: Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung oder bereits bestehende Erkrankungen verstärken das Problem. Patienten mit starkem Übergewicht haben zudem ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei operativen Eingriffen.

Die andere Seite: wenn Gewichtsverlust zum Problem wird

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Ein ungewollter Gewichtsverlust im Alter ist mindestens genauso bedenklich wie Übergewicht – wenn nicht sogar gefährlicher. Etwa jeder vierte Senior ist von Mangelernährung betroffen oder gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig: nachlassender Appetit, Schluckbeschwerden, Zahnprobleme, chronische Erkrankungen oder die Nebenwirkungen von Medikamenten.

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Ein ungewollter Verlust von fünf Prozent des Körpergewichts innerhalb von drei Monaten gilt als alarmierendes Signal. Die Folgen sind gravierend: Das Immunsystem schwächelt, Wunden heilen schlechter, das Sturzrisiko steigt, und die Anfälligkeit für Infektionen nimmt zu. Viele ältere Menschen geraten in einen Teufelskreis: Durch den Gewichtsverlust nehmen Kraft und Energie ab, was zu noch weniger Aktivität führt – weitere Pfunde schwinden.

Wann hochkalorische Nahrung sinnvoll ist

Hier kommen hochkalorische Trinknahrungen und Supplemente ins Spiel. Sie sind keine Lösung für Übergewicht, sondern gezielt für Menschen gedacht, die ungewollt an Gewicht verlieren oder ihren Nährstoffbedarf nicht mehr über normale Lebensmittel decken können.

Hochkalorische Nahrung ist besonders sinnvoll bei:

Chronischen Erkrankungen: Patienten mit Krebs, COPD, Herzinsuffizienz oder neurologischen Erkrankungen haben oft einen erhöhten Energiebedarf bei gleichzeitig reduziertem Appetit.

Nach Operationen: Der Körper benötigt für die Wundheilung zusätzliche Energie und Eiweiß. Hochkalorische Produkte unterstützen die Regeneration.

Bei Kau- und Schluckbeschwerden: Wenn feste Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann, bieten Trinknahrungen eine praktische Alternative.

Appetitlosigkeit: Verschiedene Ursachen – von Medikamenten bis zu Depressionen – können den Appetit mindern. Kleine Mengen hochkalorischer Nahrung helfen, den Bedarf zu decken.

Wie hochkalorische Nahrung richtig eingesetzt wird

Die Produkte von RCS Pro bieten hier vielfältige Möglichkeiten. Die hochkalorischen Trinknahrungen sind speziell für den medizinischen Bedarf entwickelt und liefern auf kleinem Volumen viele Kalorien sowie wichtige Nährstoffe. Ein Überblick über die richtige Anwendung:

Ergänzung statt Ersatz: Hochkalorische Nahrung sollte die normale Ernährung ergänzen, nicht ersetzen. Gemeinsame Mahlzeiten bleiben wichtig für die Lebensqualität.

Richtige Dosierung: Je nach individuellem Bedarf können ein bis drei Portionen täglich sinnvoll sein. Patienten sollten dies mit ihrem Arzt oder einem Spezialisten der Altersmedizin besprechen.

Fresubin Trinknahrung

Geschmacksvielfalt nutzen: RCS Pro bietet verschiedene Geschmacksrichtungen – von neutral bis fruchtig. Die Abwechslung erhöht die Akzeptanz und verhindert Eintönigkeit.

Temperatur anpassen: Manche Menschen bevorzugen die Trinknahrung gekühlt, andere bei Raumtemperatur. Experimentieren ist erlaubt.

Zwischen den Mahlzeiten: Oft ist es sinnvoll, hochkalorische Produkte zwischen den Hauptmahlzeiten zu trinken, um den Appetit für normale Speisen nicht zu mindern.

Tipps für eine ausgewogene Ernährung im Alter

Ob Gewichtszunahme oder -verlust – eine ausgewogene Ernährung bildet die Basis für Gesundheit und Wohlbefinden:

Proteinreich essen: Eiweiß ist entscheidend für den Erhalt der Muskeln. Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Eier sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Vollkornprodukten den Vorzug geben: Sie liefern langanhaltende Energie und unterstützen die Verdauung.

Ausreichend Wasser trinken: Im Alter lässt das Durstgefühl nach. Mindestens 1,5 Liter täglich sind wichtig.

Bewegung integrieren: Sport und Aktivität halten den Stoffwechsel in Schwung, bauen Muskelmasse auf und steigern den Appetit. Schon tägliche Spaziergänge machen einen Unterschied.

Regelmäßige Mahlzeiten: Feste Essenszeiten helfen dem Körper, einen Rhythmus zu finden. Wer mittags wenig Hunger hat, kann auf mehrere kleine Mahlzeiten setzen.

Wie nimmt man im Alter am schnellsten ab?

Für Menschen mit Übergewicht gilt: Crashdiäten sind im Alter kontraproduktiv. Sie führen oft zum Abbau von Muskelmasse statt Fett, schwächen den Körper und erhöhen das Risiko für den Jo-Jo-Effekt. Besser ist eine langsame, nachhaltige Gewichtsreduktion durch:

  • Moderate Kalorienreduktion (nicht mehr als 500 Kalorien pro Tag)
  • Erhöhung der Aktivität durch Bewegung im Alltag
  • Krafttraining zum Muskelerhalt
  • Professionelle Begleitung durch Ernährungsberater oder Mediziner

Abnehmen im Alter sollte immer ärztlich begleitet werden, besonders wenn Vorerkrankungen bestehen.

Warum nehme ich plötzlich so viel zu?

Eine plötzliche Gewichtszunahme kann verschiedene Ursachen haben. Medikamente wie Kortison, Antidepressiva oder Betablocker beeinflussen den Stoffwechsel. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Wassereinlagerungen bei Herzinsuffizienz oder hormonelle Veränderungen können dahinterstecken. Wer innerhalb kurzer Zeit mehrere Kilogramm zunimmt, ohne seine Ernährung oder Aktivität verändert zu haben, sollte dies ärztlich abklären lassen.

Wann ist eine Gewichtszunahme bedenklich?

Eine Gewichtszunahme ist vor allem dann bedenklich, wenn sie plötzlich auftritt oder:

  • mit Beschwerden einhergeht z.B. mit Atemnot, Wassereinlagerungen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen
  • der BMI deutlich über 30 liegt und Folgeerkrankungen drohen
  • die Mobilität eingeschränkt wird
  • bereits Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme bestehen.

In solchen Fällen sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen – oft ist dann auch eine angepasste Ernährung sinnvoll.

Die richtige Balance finden

Gewicht im Alter ist ein sensibles Thema mit vielen Facetten. Während Übergewicht das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöht, ist ungewollter Gewichtsverlust mindestens ebenso gefährlich. Hochkalorische Nahrung von RCS Pro bietet eine wertvolle Unterstützung für Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Energiebedarf zu decken. Entscheidend ist die individuelle Betrachtung: Was braucht dieser Mensch in dieser Lebensphase? Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und bei Bedarf gezielte Nahrungsergänzung – diese Kombination hilft dabei, im Alter vital und gesund zu bleiben.

Hörverlust und Demenz: Wie Schwerhörigkeit das Demenzrisiko beeinflusst

Hören ist ein Sinn, der oft als selbstverständlich gilt – bis das Hörvermögen nachlässt. Mit steigendem Alter kämpfen viele Menschen mit Schwerhörigkeit. Was vielen nicht bewusst ist: Eine unbehandelte Hörminderung betrifft nicht nur die Ohren, sondern kann auch die Entwicklung einer Demenz begünstigen. Studien deuten darauf hin, dass Hörverlust ein Risikofaktor für kognitive Beeinträchtigungen und Demenzerkrankungen ist. In diesem Ratgeber erklären wir den Zusammenhang zwischen Hörsinn und Gehirn und zeigen, welche Maßnahmen Betroffene und Angehörige ergreifen können, um das Demenzrisiko zu verringern.

Altersschwerhörigkeit – ein weit verbreitetes Phänomen

Mit zunehmendem Alter durchläuft unser Gehör einen Alterungsprozess. Viele Menschen jenseits der 60 entwickeln eine Altersschwerhörigkeit, meist bedingt durch Veränderungen in der Hörschnecke (Innenohr) und dem Hörnerv. Oft werden zuerst hohe Töne und leise Geräusche schlechter wahrgenommen, später können auch Sprache und tiefere Töne betroffen sein. Typisch ist, dass beide Ohren gleichmäßig nachlassen. Betroffene überschätzen ihr Hörvermögen häufig – das Nachlassen passiert schleichend, und das Gehirn kompensiert. So wird zum Beispiel aus dem Kontext erraten, was akustisch nicht verstanden wurde, oder man liest vermehrt von den Lippen ab.

Warnzeichen für eine Hörminderung gibt es dennoch: Wenn jemand den Fernseher immer lauter stellen muss, häufiger nachfragt oder Gesprächen in Gruppen nur noch mit Mühe folgen kann, steckt oft eine Schwerhörigkeit dahinter. Alltägliche Gespräche werden anstrengend, besonders wenn es zu Störlärm kommt, wie er im Straßenverkehr oder in vollen Räumen auftritt. Viele ziehen sich dann aus Unsicherheit zurück. Dieser Rückzug und die Isolation, zu der eine Hörbeeinträchtigung führen kann, haben erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität.

Warum Hörverlust das Risiko einer Demenz erhöht

Hören und Gedächtnis sind eng miteinander verknüpft. Beim Verstehen von Sprache sind zahlreiche kognitive Funktionen beteiligt: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprachverarbeitung. Lässt das Hören nach, muss das Gehirn mehr Energie aufwenden, um lückenhafte Informationen zu verarbeiten – Ressourcen, die dann für Denken und Merken fehlen. Ein unbehandelter Hörverlust kann so zu einem Abbau mentaler Reserven führen. Fachleute beschreiben es so: Fehlen auditive Reize, wird die Entwicklung einer Demenz möglicherweise beschleunigt – umgekehrt lässt sich durch den Ausgleich der Hördefizite der kognitive Verfall verlangsamen.

Hinzu kommt, dass Hörverlust und Demenz teilweise überlappende Symptome zeigen. Soziale Schwierigkeiten wie Missverständnisse, unsicheres Agieren in Gesprächen oder der Eindruck, andere Menschen sprächen „undeutlich“ oder verstehen einen absichtlich nicht, können bei Schwerhörigen auftreten. Diese erleben dann oft Niedergeschlagenheit, Ängstlichkeit oder ziehen sich von Gesprächen zurück. All das kennt man auch als frühe Symptome einer Demenz. Ältere Patienten vermuten nicht selten eine beginnende Demenz, obwohl in Wahrheit eine Hörminderung die Ursache der Probleme ist. Die Folge sind anhaltende Kommunikationsprobleme. Eine tatsächliche Demenzerkrankung könnte im frühen Stadium übersehen werden, da alle Symptome auf das schlechte Gehör geschoben werden (oder umgekehrt die Hörprobleme fälschlich als „geistiger Abbau“ interpretiert werden).

Ein weiterer Faktor ist die soziale Komponente: Wer schlecht hört, meidet oft gesellschaftliche Aktivitäten. Durch den Rückzug fehlen geistige Anreize und soziale Kontakte – ein Nährboden für Depression und kognitiven Abbau. Forscher erklären, dass ein reduziertes Hörvermögen zu Schwierigkeiten in der Kommunikation führt, was insbesondere das Gedächtnis beeinträchtigen kann. Die gute Nachricht: All das bedeutet nicht, dass Schwerhörige zwangsläufig dement werden – doch es zeigt, wie wichtig gutes Hören für die Hirngesundheit ist.

Studienlage: Hörminderung als Risikofaktor für Demenz

In den letzten Jahren häufen sich die Erkenntnisse, dass Schwerhörigkeit und Demenz zusammenhängen. Eine einflussreiche Untersuchung, der Lancet-Report zur Demenzprävention, nannte unbehandelte Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter als einen der größten potenziell vermeidbaren Risikofaktoren für Demenz. Schätzungen der Experten zufolge könnten weltweit etwa 7 % der Demenzfälle verhindert oder zumindest hinausgezögert werden, würde Hörverlust in der Lebensmitte konsequent behandelt. Zwar sind solche Zahlen Modellrechnungen, dennoch unterstreichen sie die Bedeutung der Hörgesundheit.

Auch konkrete Daten aus Bevölkerungsstudien stützen diese Zusammenhänge. Eine Langzeitstudie aus Leipzig begleitete über zwei Jahrzehnte rund 3.500 ältere Erwachsene über 75 Jahre. Das Ergebnis: Schwerhörige Studienteilnehmer entwickelten deutlich häufiger eine Demenz als gleichaltrige Personen mit normalem Gehör. Das Risiko, an Demenz zu erkranken, war bei den Hörbeeinträchtigten im Schnitt um 16 % erhöht – verglichen mit der Kontrollgruppe ohne Hörprobleme.

International sorgte zuletzt eine großangelegte britische Studie für Aufsehen. Die Auswertung von Daten tausender Senioren ergab, dass Menschen, die ein Hörgerät tragen, ein deutlich geringeres Demenzrisiko haben als unbehandelte Schwerhörige. Mit anderen Worten: Hörgeräteträger erkrankten seltener an Demenz. Ähnliche Hinweise kommen aus Dänemark: Hier zeigte sich in einer Untersuchung, dass zwar auch dort Schwerhörige häufiger an Demenz erkrankten, das Risiko aber niedriger ausfiel, wenn die Personen mit Hörhilfen versorgt waren. Wissenschaftler betonen, dass weitere Forschung nötig ist, um Ursache und Wirkung genau zu verstehen. Dennoch zeichnet sich ab, dass eine gute Hörgeräteversorgung Teil der Demenzprävention sein könnte.

Hörgeräteversorgung: Besseres Hören, besseres Leben

Moderne Hörhilfen können verlorenes Hörvermögen zwar nicht heilen, aber doch weitgehend ausgleichen. Dadurch können Betroffene wieder aktiver am Leben teilnehmen. Viele ältere Menschen zögern allerdings, ein Hörgerät anzuschaffen oder regelmäßig zu tragen – teils aus Angst vor Stigma, teils weil ihnen das Ausprobieren und Einstellen anfangs mühsam erscheint. Doch der Effekt lohnt sich: Experten berichten, dass mit verbessertem Hören auch die Lebensqualität deutlich zunimmt. Wer wieder versteht, was um ihn herum gesprochen wird, unternimmt mehr und kommt aus der Vereinsamung heraus. So können soziale Kontakte und Hobbies beibehalten oder wiederaufgenommen werden, was wiederum das Gedächtnis und die geistige Fitness stimuliert. Auch Symptome von Depression, Ängstlichkeit und Isolation lassen sich durch die Behandlung einer Hörstörung oft deutlich lindern. Und all das sind Faktoren, die auch für das Demenzrisiko bedeutsam sind.

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Wichtig ist eine frühzeitige Versorgung. HNO-Ärzte raten, nicht zu lange zu warten, wenn eine Hörverschlechterung eintritt. Je eher man wieder hören kann, desto besser kann sich das Gehirn an Hörgeräte gewöhnen und desto mehr Nervenzellen und Hörbahnen bleiben aktiv. Ist ein Hörgerät allein nicht mehr ausreichend – etwa bei hochgradigem Hörverlust – gibt es heute auch die Möglichkeit eines Cochlea-Implantats. Diese Innenohr-Prothese wandelt Schall in elektrische Impulse für den Hörnerv um. Selbst bei sehr alten Patienten kann ein Cochlea-Implantat noch erfolgreich eingesetzt werden, wenn ein Hörgerät nicht mehr hilft. Die Eingewöhnung erfordert zwar Training und Geduld, doch sie kann lohnend sein: Einige Betroffene mit Implantat können trotz beginnender Demenz länger kommunizieren und bleiben geistig aktiver. Ärzte berichten, dass Cochlea Implantat-Träger durch das neue Hören oft wieder Gesprächen folgen und nicht in völliger Isolation enden.

Tipps: Gehör stärken und Demenz vorbeugen

Eine gute Hörversorgung kann einen erheblichen Einfluss auf die geistige Gesundheit im Alter haben. Wir haben einige Maßnahmen zusammengestellt, die Betroffenen und ihren Angehörigen helfen können:

  • Hörtests nicht vergessen: Lassen Sie ab etwa 50 Jahren regelmäßig Ihr Gehör überprüfen – spätestens aber, sobald Sie Anzeichen von Hörproblemen bemerken (z. B. wenn Sie in ruhiger Umgebung schlecht verstehen oder Geräusche wie Telefonklingeln überhören). Der erste Gang führt meist zum Hausarzt, der Sie bei Bedarf an eine HNO-Praxis überweist. Dort kann ein Facharzt durch Hör- und Sprachtests feststellen, ob eine behandlungsbedürftige Hörminderung vorliegt. Früh erkannte Beeinträchtigungen des Hörens lassen sich am effektivsten versorgen.
  • Hörgerät anpassen und nutzen: Scheuen Sie sich nicht vor einem Hörgerät – moderne Geräte sind diskret und leistungsfähig. Lassen Sie sich vom HNO-Facharzt und Hörakustiker beraten, welches Modell Ihrem Bedarf entspricht. Wichtig ist, das Hörgerät regelmäßig zu tragen, damit sich Gehirn und Ohr daran gewöhnen. Anfangs fällt die Umstellung vielen schwer, doch mit etwas Übung verbessert sich das Sprachverständnis. Hörgeräteträger berichten oft, dass sie wieder aktiver am Leben teilnehmen und sich sicherer fühlen, etwa wenn sie den Fernseher oder die Türklingel hören können, ohne maximale Lautstärke einzustellen. Die Nachricht dabei lautet: Ein Hörgerät kann die Entwicklung einer Demenz zwar nicht rückgängig machen, aber es kann helfen, sie hinauszuzögern bzw. besser mit den Symptomen umzugehen.
  • Kommunikation und Umfeld anpassen: Sprechen Sie mit schwerhörigen Menschen langsam, deutlich und schauen Sie sie dabei an. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Hintergrundlärm bei Unterhaltungen – Geräusche aus Radio oder nebenei laufendem Fernseher erschweren das Verstehen. In Gesellschaft sollten sich alle bewusst sein, dass Schwerhörige mehr Zeit und Geduld brauchen. Angehörige können Gespräche moderieren, indem immer nur einer spricht und man wichtige Dinge wiederholt oder aufschreibt. So bleibt der hörbeeinträchtigte Mensch in der Gesellschaft eingebunden und fühlt sich nicht ausgeschlossen.
  • Sozial aktiv und geistig fit bleiben: Unabhängig vom Hören gilt: Geistige und soziale Aktivitäten halten das Gehirn auf Trab. Ermuntern Sie Betroffene, weiterhin ihren Interessen nachzugehen – sei es in Vereinen, beim Kartenspielen, Musizieren oder einfach im Kreis der Familie. Falls durch die Hörprobleme Unsicherheit besteht, helfen vielleicht Hilfsmittel wie Kopfhörer mit Verstärker für den Fernsehton oder Telefone mit Lautsprecherfunktion. Wichtig ist, dass man trotz Einschränkungen im Gespräch bleibt. Zur Demenzprävention gehören außerdem körperliche Bewegung, geistiges Training (z. B. Rätsel lösen, Lesen) und die Behandlung anderer Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Vereinsamung. Eine kombinierte Strategie aus guter Hörversorgung und gesundem Lebensstil kann das Demenzrisiko erheblich senken.
  • Hilfsmittel für Sicherheit nutzen: Gerade wenn schon eine leichte Demenzerkrankung vorliegt, können technische Helfer den Alltag sicherer machen. Beispielsweise geben mobile Notrufgeräte älteren Schwerhörigen mehr Sicherheit. Per Knopfdruck kann im Notfall Hilfe gerufen werden, auch wenn das Telefon nicht gehört wird. Im RCS Pro Online-Shop finden Sie eine Auswahl solcher Notrufgeräte und weiterer Alltagshilfen, die Senioren mehr Sicherheit und Unabhängigkeit ermöglichen. Vom Pflegeruf-Set bis zum Sturzsensor: Diese Produkte können zwar keinen Hörverlust ausgleichen, aber sie sorgen dafür, dass Betroffene im Alter trotz Beeinträchtigungen besser versorgt sind. Angehörige gewinnen ebenfalls an Ruhe, wenn sie wissen, dass im Ernstfall auf Knopfdruck ein Alarm abgesetzt wird.

Gutes Hören fördert die geistige Gesundheit

Zusammenfassend ist Hörverlust nicht „nur“ ein Problem der Ohren – er betrifft den ganzen Menschen und kann die Entwicklung einer Demenz beeinflussen. Die gute Nachricht: Indem man Hörminderungen ernst nimmt und behandelt, lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren. Ein passendes Hörgerät oder sogar ein Cochlea-Implantat kann Betroffenen ermöglichen, wieder aktiv am Leben teilzunehmen und Gedächtnis sowie Denkfähigkeit länger zu erhalten. Auch wenn ein Hörgerät den Alterungsprozess nicht stoppt, so kann es doch dazu beitragen, dass der Alterungsprozess insgesamt verlangsamt wird und Betroffene geistig wie sozial länger fit bleiben.

Wichtig ist, Hörprobleme nicht als unvermeidliche „Nebensache“ abzutun. Stattdessen gilt: Jede Hörminderung sollte vom Facharzt abgeklärt und, wenn nötig, behandelt werden. Gutes Hören bedeutet Lebensqualität, Teilhabe an der Gesellschaft und aktive Hirngesundheit bis ins hohe Alter. Indem wir das Gehör schützen und unterstützen, können wir möglicherweise auch einer Demenz ein Stück weit vorbeugen – für uns selbst und unsere Angehörigen.

Ernährung zur Wundheilung 

Warum eine gute Ernährung die Wundheilung beschleunigt

Wunden wie Druckgeschwüre (Dekubitus) oder Operationswunden stellen den Körper vor große Herausforderungen. Für die Heilung dieser Verletzungen benötigt der Organismus zusätzliche Nährstoffe, Energie und Bausteine für den Gewebeaufbau. Eine ausgewogene Ernährung zur Wundheilung – vor allem eiweiß- und vitaminreich – unterstützt den Körper dabei, neue Zellen zu bilden und geschädigtes Gewebe zu reparieren. Fehlen hingegen wichtige Stoffe, kann es zu Wundheilungsstörungen kommen: Die Heilung verzögert sich oder Komplikationen wie Infektionen treten auf. Gerade Menschen mit chronischen Wunden wissen, wie langwierig der Wundheilungsprozess sein kann. Umso wichtiger ist in solchen Fällen die optimale Versorgung des Körpers mit Nährstoffen.

Druckgeschwüre treten häufig bei geschwächten, älteren Personen auf, die oft zugleich eine Fehlernährung oder Mangelernährung aufweisen. Nach größeren Operationen ist der Organismus im Stress und benötigt besonders viele Baustoffe für die Reparatur der OP-Wunden. In beiden Fällen gilt: Die richtige Ernährung kann die Heilung entscheidend beschleunigen.

Ein guter Ernährungszustand ist die Voraussetzung für eine normale Wundheilung. Ist ein Mangel an Proteinen, Vitaminen oder Mineralstoffen vorhanden, leidet die Regeneration der Haut. Mangelernährung zählt daher zu den Risikofaktoren für schlecht heilende Wunden. Umgekehrt kann eine gezielte Ernährungsanpassung den Heilungsprozess deutlich verbessern. Im Folgenden erfahren Sie, welche Nährstoffe besonders wichtig sind und wie eine angepasste Kost zur Unterstützung der Wundheilung aussieht.

Eiweiß: Baustoff für Zellen und Gewebe

Eiweiß (Protein) ist der zentrale Baustein für den Aufbau von neuem Gewebe. Unsere Muskeln, Haut, Sehnen und Knochen bestehen zum großen Teil aus Eiweiß. Bei einer Verletzung muss der Körper viele neue Zellen bilden – Proteine liefern dafür das Zellbaumaterial. Eine ausreichende Eiweißzufuhr beschleunigt daher die Regeneration von Wundgewebe und unterstützt den gesamten Wundheilungsprozess. Umgekehrt führt ein Eiweißmangel dazu, dass der Körper eigenes Gewebe abbaut (z.B. Muskeln), was die Heilung verzögern kann. Eiweiß ist zudem für ein funktionierendes Immunsystem wichtig, da viele Immunzellen und Antikörper aus Protein bestehen.

Während der Wundheilung ist der Eiweißbedarf deutlich erhöht. Schon im normalen Alter oder bei Krankheit empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie Fachgesellschaften mindestens 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Zum Vergleich: Gesunde Erwachsene benötigen ca. 0,8 g/kg. Bei schlecht heilenden Wunden oder nach Operationen raten Expert*innen oft zu noch höheren Mengen. Je nach Größe der Wunde kann der Bedarf sogar auf 1,5 bis 2 g Eiweiß pro kg Körpergewicht ansteigen. Dieser Mehrbedarf ergibt sich auch, weil – etwa bei großflächigen oder stark nässenden Wunden – viel Eiweiß über Wundflüssigkeit verloren gehen kann.

Proteinreiche Ernährung bedeutet jedoch nicht, nur Fleisch zu essen. Sinnvoll ist eine vielseitige Kost mit magerem Fleisch und Fisch, fettarmen Milchprodukten, Eiern sowie pflanzlichen Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten (z.B. Linsen, Bohnen, Erbsen), Nüssen, Vollkornprodukten und Haferflocken. Insbesondere pflanzliche Eiweißquellen liefern neben Proteinen auch noch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Achten Sie zudem darauf, genügend Kalorien aufzunehmen. Sonst nutzt der Körper Eiweiß als Energiequelle und es steht entsprechend weniger für die Wundheilung zur Verfügung.

Vitamine und Mineralstoffe: Helfer bei der Heilung

Neben Eiweiß benötigt der Körper verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, um Wunden zu heilen. Diese Mikronährstoffe steuern zahllose Stoffwechselprozesse und sind unerlässlich für ein starkes Immunsystem und ein gesundes Zellwachstum.

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  • Vitamin C: Dieses Vitamin spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Kollagen, dem wichtigsten Strukturprotein der Haut. Ohne genug Vitamin C kann das neugebildete Wundgewebe nicht stabil aufgebaut werden. Außerdem stärkt Vitamin C das Immunsystem und schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Gute Quellen sind Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Brokkoli und Kartoffeln.
  • Vitamin A: Vitamin A unterstützt die Zellteilung und das Wachstum von Hautzellen. Es sorgt für eine gesunde Hautbarriere und ist wichtig für die Schleimhäute. In der Wundheilung hilft Vitamin A, geschädigtes Gewebe zu erneuern. Enthalten ist es z.B. in Karotten, Süßkartoffeln, Grünkohl, Spinat, Eigelb und Käse.
  • Vitamin E: Als Antioxidans hilft Vitamin E, Zellen vor Schäden zu bewahren, und unterstützt die Abwehr von Entzündungen. Es trägt damit indirekt zu einem besseren Heilklima in der Wunde bei. Vitamin E kommt vor allem in pflanzlichen Ölen (Weizenkeim-, Sonnenblumenöl), Nüssen und Samen vor.
  • Vitamin K: Dieses Vitamin ist bekannt für seine Rolle bei der Blutgerinnung – und damit in der allerersten Phase der Wundheilung wichtig, wenn sich die Wunde verschließt. Außerdem benötigt der Knochenstoffwechsel Vitamin K. Grünes Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli sowie Milchprodukte und Fleisch sind gute Vitamin K Lieferanten.
  • B-Vitamine: Die Vitamine der B-Gruppe (insbesondere Vitamin B12 und Folsäure) werden für die Bildung neuer Zellen und Blutkörperchen benötigt. Ein Mangel kann die Wundheilung verzögern. B-Vitamine findet man in Fleisch, Fisch, Eiern, Milch sowie in grünen Gemüsen und Vollkornprodukten. Bei einer veganen Ernährung sollte Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.
  • Zink: Dieses Spurenelement ist an der Zellteilung und Proteinsynthese beteiligt und somit für die Wundheilung essentiell. Zink stärkt auch die Immunabwehr. Ein Zinkmangel schwächt die Hautschutzbarriere und erhöht das Infektionsrisiko. Enthalten ist Zink z.B. in Fleisch, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Haferflocken.
  • Weitere Spurenelemente sind beispielsweise Eisen, das für den Sauerstofftransport im Blut und die Energiebereitstellung in Zellen benötigt wird, sowie Selen und Kupfer, die das Immunsystem und zahlreiche Enzymfunktionen unterstützen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Proteinen liefert normalerweise ausreichend davon.

Diese Vitamine und Mineralstoffe arbeiten Hand in Hand, um den Heilungsprozess und die Wundheilung zu unterstützen. Deshalb sollte man auf eine bunte, abwechslungsreiche Kost achten. Obst und Gemüse liefern reichlich Vitamine, während Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte wichtige Mineralstoffe beisteuern. Bei starken Mangelzuständen können gezielte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Sprechen Sie dies aber immer mit Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt oder Ernährungsberater bzw. Ihrer Ernährungsberaterin ab.

Erhöhter Nährstoffbedarf: chronische Wunden und Operationen

Größere Wunden bedeuten für den Körper immer Mehrarbeit. Chronische Wunden wie Druckgeschwüre oder langwierige OP-Wunden führen zu einer erhöhten Stoffwechselbelastung. Der Organismus benötigt mehr Energie und Nährstoffe, um das Wundgewebe zu erneuern. In der Fachliteratur wird daher für Dekubitus-Patienten eine erhöhte Energie- und Eiweißzufuhr empfohlen: rund 30–35 kcal und 1,25–1,5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Häufig leiden betroffene Patienten auch unter Appetitlosigkeit oder können wegen anderer Krankheiten nicht genug essen. Die Folge ist Gewichtsverlust und eine Verschlechterung des Ernährungszustands. Interessant: Selbst Menschen mit hohem Body-Mass-Index (BMI) können unterversorgt sein, wenn nährstoffarme Kost zu Mangelernährung führt. Daher sollte man bei chronischen Wunden oder nach schweren Operationen das Thema Ernährung immer mitdenken. Eine Ernährungsberatung kann helfen, den individuellen Nährstoffbedarf zu ermitteln und Mangelzuständen vorzubeugen oder diese zu beheben.

In vielen Fällen ist es sinnvoll, die normale Nahrung durch eine spezielle Aufbaunahrung zu ergänzen. Hochkalorische medizinische Trinknahrung liefert zusätzliche Kalorien, Proteine sowie Vitamine und Spurenelemente in konzentrierter Form. Diese Produkte können häufig als trinkfertige Shakes eingenommen werden und dienen entweder als Ergänzung zur normalen Kost oder als Mahlzeitenersatz. 

Im RCS-Pro Onlineshop finden Sie dazu eine große Auswahl, z.B. Fresubin Trinknahrung oder Fortimel Trinknahrung, die bei krankheitsbedingter Mangelernährung und erhöhtem Energiebedarf zum Einsatz kommen. Auch Eiweißpulverzum Anreichern von Speisen oder Getränken sind erhältlich, um eine ausreichende Proteinzufuhr sicherzustellen. Lassen Sie sich bei der Auswahl geeigneter Produkte am besten beraten – Nahrungsergänzung sollte gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden.

Ausreichend Flüssigkeit zuführen

Nicht zu unterschätzen ist die Rolle von Wasser: Eine gute Flüssigkeitsversorgung des Körpers ist wichtig für die Durchblutung und den Stoffwechsel. Bei Flüssigkeitsmangel wird die Haut weniger elastisch, anfälliger und Verletzungen heilen schlechter. Trinken Sie also genug! Als grobe Orientierung gelten 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag, bei Fieber oder großen Wunden gerne auch mehr. Insbesondere wenn eine Wunde viel Flüssigkeit (Wundsekret) absondert, muss der Verlust durch ausreichendes Trinken ausgeglichen werden. Bevorzugen Sie Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Eine ausreichende Hydrierung unterstützt den Kreislauf und transportiert Nährstoffe an den Ort der Wundheilung.

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Gesunde Fette: Omega-3-Fettsäuren

Nicht alle Fette sind schlecht – im Gegenteil: Speziell Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und können helfen, übermäßige Entzündungsreaktionen im Wundgebiet zu reduzieren. Das entlastet das Immunsystem und fördert indirekt die Heilung. Omega-3-Fette findet man vor allem in fettem Seefisch (Lachs, Hering, Makrele), in Leinöl, Walnüssen und Chiasamen. Daneben sind auch Omega-6-Fettsäuren wichtig, allerdings nehmen wir von diesen meist schon genug über die Nahrung auf (z.B. in Sonnenblumenöl, Margarine etc.). Achten Sie insgesamt darauf, ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen und Fisch zu bevorzugen und trans- und gesättigte Fettsäuren (gehärtete Fette, viel Butter, fettiges Fleisch) zu reduzieren.

Fette gehören, wie Eiweiß und Kohlenhydrate, zu den drei Makronährstoffen, die den Hauptanteil unserer Nahrung ausmachen und den Energiebedarf decken. Gesunde Fette dienen zudem als Energielieferant und helfen, fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) aufzunehmen.

Praktische Tipps für die Ernährung bei Wundheilung

Zum Abschluss haben wir einige konkrete Tipps für Sie zusammengefasst, wie Sie im Alltag mit einfachen Mitteln die Ernährung an eine Wundsituation anpassen können:

  • Protein in jede Mahlzeit einbauen: Versuchen Sie, zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle zu verzehren. Zum Beispiel ein Milchprodukt (Quark, Joghurt, Käse), Ei, mageres Fleisch oder Fisch, Tofu oder Bohnen. So erhöhen Sie automatisch die Proteinzufuhr.
  • Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag: Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Körper reichlich Vitamine und Mineralstoffe erhält. Eine bunte Auswahl sorgt für eine breite Nährstoffversorgung.
  • Hochwertige Kalorien zuführen: Während der Wundheilung darf die Ernährung ruhig etwas kalorienreicher sein, da der Energiebedarf erhöht ist. Greifen Sie dabei zu nährstoffreichen Lebensmitteln, wie z.B. zu Nüssen und Avocados (als gesunde Fette), Vollkornprodukte oder Kartoffeln (als komplexe Kohlenhydrate) sowie zu kaltgepressten pflanzlichen Ölen. So erhalten Sie Energie plus wertvolle Nährstoffe.
  • Bei Appetitlosigkeit clever anreichern: Wenn Sie nur kleine Portionen schaffen, machen Sie diese so kalorien- und nährstoffreich wie möglich. Eine Möglichkeit ist es Suppen mit Sahne oder Öl zu verfeinern, in den Kartoffelbrei etwas Butter einzurühren, über das Essen geriebenen Käse zu geben oder Zwischenmahlzeiten wie fertige Trinknahrung nutzen.
  • Auf Warnsignale achten: Ungewollter Gewichtsverlust, auffallende Schwäche oder Infektanfälligkeit können auf eine unzureichende Versorgung hinweisen. Holen Sie frühzeitig ärztlichen Rat ein, bevor ein Eiweiß- oder Vitaminmangel entsteht.
  • Professionelle Hilfe nutzen: Scheuen Sie sich nicht, bei chronischen Wunden einen Ernährungsberater zu Rate zu ziehen. Gemeinsam können Strategien entwickelt werden, wie Sie Ihre Nährstoffaufnahme hinsichtlich einer optimalen Wundheilung verbessern können. Bei Bedarf kann auch über Nahrungsergänzungsmittel oder künstliche Ernährung (z.B. Sondennahrung) beraten werden.

Mit einer optimierten Ernährung schaffen Sie die Basis für einen erfolgreichen Heilungsverlauf. Der Körper erhält alle Bausteine, die er für Wachstum, Reparatur und Regeneration der Wunde benötigt. Zusätzlich wirkt sich eine verbesserte Ernährungsweise oft positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Patienten fühlen sich kräftiger, haben mehr Energie im Alltag und sind besser gegen Krankheiten gewappnet. Man profitiert also mehrfach von einer angepassten Kost. In Kombination mit einer guten Wundversorgung und der ärztlich verordneten Therapie können Sie so aktiv dazu beitragen, dass Wundheilungsprozesse möglichst reibungslos ablaufen.

Ess- und Trinkhilfen bei Arthritis und Rheuma – selbstständig essen und trinken trotz Greifschwäche

Arthritis und Rheuma können alltägliche Handgriffe zu einer Herausforderung machen – besonders das Essen und Trinken. Schmerzen, Steifheit oder Verformungen in den Fingergelenken führen oft zu einer verminderten Greifkraft (Greifschwäche). Was für gesunde Menschen selbstverständlich ist – etwa eine Gabel halten oder aus einem Glas trinken – wird für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Arthrose mühsam. Die Folge: Mahlzeiten verlieren ihre Freude und können zur Frustquelle werden. Dabei sind regelmäßiges Essen und Trinken für Gesundheit, Appetit und Lebensqualität entscheidend.

In Deutschland sind schätzungsweise zwischen 1,5 und 2,1 Millionen Menschen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Hinzu kommen viele weitere mit Arthrose (Gelenkverschleiß) im höheren Alter. Diese Erkrankungen verursachen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den Gelenken – insbesondere Hände, Finger und Schultern sind oft betroffen. Wenn das Heben eines Bechers oder das Schneiden des Essens mit Messer und Gabel zur Anstrengung wird, sind praktische Hilfsmittel gefragt. Ess- und Trinkhilfen bei Arthritis und Rheuma ermöglichen es, trotz Einschränkungen wieder selbstständig zu essen und zu trinken. Sie reduzieren den nötigen Kraftaufwand, schonen schmerzende Gelenke und geben Betroffenen ein Stück Unabhängigkeit im Alltag zurück.

Alltagshürde Essen und Trinken bei Rheuma verstehen

Arthritis und Rheuma betreffen häufig die Hände und Handgelenke. Entzündete, geschwollene Gelenke verlieren an Beweglichkeit, die Feinmotorik leidet. Das sichere Greifen von Besteck oder Trinkgefäßen fällt schwer. Auch Zittern (z.B. bei rheumatischem Tremor oder Parkinson) kann das Essen und Trinken erschweren. Zudem führen Schmerzen oft dazu, dass Betroffene Ausweichbewegungen machen – zum Beispiel den Ellenbogen oder die Schulter hochziehen, um mangelnde Handfunktion zu kompensieren. Dies kann zu zusätzlichen Verspannungen führen.

Auch Schlaganfall-Patienten oder Menschen mit anderen Erkrankungen (etwa neurologische Störungen) kennen diese Probleme: Lähmungen oder Koordinationsstörungen können das Halten von Besteck und Gläsern nahezu unmöglich machen. Das Ergebnis ist, dass Mahlzeiten nur noch mit Hilfe eingenommen werden können – was die eigene Selbstständigkeit stark beeinträchtigt. Doch zum Glück gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln, die hier unterstützen.

Spezialbesteck und ergonomisches Geschirr wurden speziell für Personen mit eingeschränkter Handfunktion entwickelt. Sie ermöglichen eine sichere Handhabung auch bei schwachem Griff oder begrenzter Beweglichkeit. Ebenso gibt es durchdachte Trinkhilfen – von speziellen Bechern bis hin zu Trinkhalmen – die das selbstständige Trinken erleichtern. Im Folgenden stellen wir wichtige Ess- und Trinkhilfen bei Arthritis, Rheuma und ähnlichen Handicaps vor und geben Tipps, worauf Sie achten können.

Spezialbesteck: Einfacheres Essen trotz schmerzender Gelenke

Wenn normales Besteck zur Herausforderung wird, kann Spezialbesteck Abhilfe schaffen. Es gibt heute eine große Auswahl an Esshilfen, die das Essen mit eingeschränkter Handkraft wesentlich erleichtern. Solches Besteck ist darauf ausgelegt, mit wenig Kraft und ohne schmerzhafte Bewegungen auszukommen. Dabei wird Wert auf eine ergonomische Form und rutschfeste Griffe gelegt.

Eine Übersicht gängiger Besteck-Helfer und wie sie Betroffene unterstützen:

  • Besteck mit verdickten Griffen: Gabeln, Löffel und Messer mit dicken, oft gepolsterten Kunststoffgriffen liegen besser in der Hand. Dank größerem Durchmesser können auch Personen mit eingeschränkter Fingerbeweglichkeit das Besteck in einer Faust oder mit wenig Fingerdruck sicher halten. Rutschfeste Materialien verhindern, dass das Besteck aus der Hand gleitet.
  • Winkel- oder Schwenk-Besteck: Bei Bewegungseinschränkungen im Handgelenk sind Besteckteile mit abgewinkeltem Griff hilfreich. Ein verstellbarer Löffel (z.B. Etac Feed mit Handschlaufe) kann so eingestellt werden, dass Speisen den Mund erreichen, ohne das Handgelenk stark drehen zu müssen. Das schont die Gelenke und ermöglicht Essen in einer bequemeren Haltung. Solche Löffel lassen sich meist universell an unterschiedliche Ansprüche anpassen – ob Rechts- oder Linkshänder, mehr oder weniger Winkel.
  • Besteckhalterungen und Handschlaufen: Für sehr schwache Hände gibt es Lösungen, bei denen das Besteck mit einer Manschette oder Schlaufe an der Hand fixiert wird. So müssen die Finger das Besteck nicht fest umschließen. Beispielsweise können Löffel oder Gabeln mit einer abnehmbaren Handschlaufe direkt an der Hand befestigt werden. Das bietet Unterstützung, wenn Greifen kaum noch möglich ist, und verhindert, dass das Besteck herunterfällt.
  • Ergonomische Messer: Das Schneiden von Speisen erfordert normalerweise viel Kraft. Spezialmesser mit angepasster Klinge – etwa ein Messer mit angewinkeltem Griff oder ein sogenanntes Wippmesser – erleichtern das Zerteilen von Speisen mit weniger Kraft- und Drehaufwand. Mit einem Wippmesser (Rocker Knife), das eine gebogene Klinge hat, kann man durch Wiegebewegungen schneiden, statt mit einer sägenden Bewegung. Das ist ideal für Menschen mit Arthrose in den Händen, da weniger Druck aufs Gelenk nötig ist.

Hinweis: Achten Sie bei der Auswahl von Spezialbesteck auf Qualitätsmerkmale wie bruchfestes, spülmaschinengeeignetes Material. Manche Menschen mit starkem Zittern (z.B. bei Parkinson) profitieren von etwas gewichteten Besteckteilen – ein gewisses Eigengewicht kann das Zittern reduzieren. Andere bevorzugen ultraleichtes Besteck, um belastete Gelenke zu schonen. Hier sind die individuellen Bedürfnisse entscheidend.

Einnehmebecher mit zwei Griffen

Spezielles Geschirr und Trinkhilfen: Sicher trinken mit schwachen Händen

Neben Besteck spielt auch geeignetes Geschirr und spezielle Trinkhilfen eine große Rolle, um mit eingeschränkter Handfunktion zurechtzukommen. Becher, Tassen und Gläser können für Menschen mit Greifschwäche schwer zu handhaben sein – das Risiko, einen vollen Becher fallen zu lassen oder zu verschütten, ist hoch. Um trotzdem selbstständig trinken zu können, wurden verschiedene Hilfsmittel entwickelt:

  • Becher mit Henkel(n): Einfache Maßnahme, große Wirkung – Tassen oder Becher mit einem Griff oder zwei großen Henkeln ermöglichen einen sicheren (Zwei-)Handgriff. Zwei gegenüberliegende Henkel verteilen das Gewicht und bieten beiden Händen Halt. Selbst wenn die Kraft in einer Hand nachlässt, kann die andere noch unterstützen. Für Menschen mit sehr geringer Fingerbeweglichkeit gibt es Becher mit extra großen Henkeln, in die die ganze Hand oder Faust passt.
  • Schnabelbecher und Trinkaufsätze: Schnabeltassen besitzen einen Aufsatz mit Trinkstutzen, der das Trinken erleichtert. Der Vorteil: Man muss den Kopf zum Trinken kaum nach hinten neigen – hilfreich bei eingeschränkter Nackenbeweglichkeit. Moderne Trinkaufsätze sind oft unauffälliger gestaltet als klassische Schnabelbecher. Viele lassen sich abnehmen, sodass der Becher auch wie ein normaler Trinkbecher verwendet werden kann.
  • Becher mit “Trink-Trick”: Einige innovative Trinkbecher (z.B. von ORNAMIN) haben einen konisch geformten, schrägen Innenboden. Dieser Trick ermöglicht es, den Becher zu leeren, ohne den Kopf in den Nacken legen zu müssen. Von außen sieht der Becher normal aus, innen sorgt der Trink-Trick dafür, dass die Flüssigkeit stets zum Rand fließt. Solche Becher sind ideal, wenn im Hals- und Nackenbereich Einschränkungen bestehen oder bei gewissen Schluckbeschwerden.
  • Rutschfeste Oberflächen: Viele spezielle Tassen und Gläser verfügen über strukturierte, griffsichere Oberflächen oder Gummibeschichtungen. Diese verhindern, dass ein Gefäß aus zitternden oder schwachen Händen gleitet. Beispielsweise gibt es Rillenbecher (Becher mit Noppen/Rillen), die auch bei schwacher Handmuskulatur gut gehalten werden können und mit Deckel/Aufsatz geliefert werden.
  • Warmhalte- und Thermobecher: Für Menschen, die langsam trinken, halten isolierte Thermobecher Getränke länger warm. Das nimmt den Druck, das Getränk hastig trinken zu müssen, und erhöht den Genuss. Viele Warmhalte-Becher sind bruchsicher und haben einen Deckel mit kleiner Trinköffnung, was das Verschütten minimiert.
  • Trinkhalme und Getränkereservoirs: Wenn das Anheben eines Bechers sehr schwerfällt, können Trinkhalme eine einfache Lösung sein. Lange, flexible Trinkhalme – eventuell mit Halteclip am Glas – ermöglichen das Trinken, ohne das Gefäß zu kippen. Für bettlägerige Personen oder Menschen mit sehr geringer Mobilität gibt es Getränkereservoirs wie zum Beispiel Flaschen mit Trinkschlauch. Diese können am Bett oder Rollstuhl befestigt werden, sodass der Betroffene jederzeit über den Schlauch trinken kann, ohne ein Gefäß anheben zu müssen.

Tipp: Achten Sie auf die Angaben des Herstellers und darauf, dass Trinkhilfen möglichst spülmaschinenfest und aus bruchfestem Material bestehen. Viele Modelle sind in dezenten oder auch farbigen Ausführungen erhältlich. Gerade rote Becher oder Teller werden häufig empfohlen, da sie bei Menschen mit Demenz die Aufmerksamkeit und möglicherweise den Appetit steigern.

Mehr Selbstständigkeit und Genuss im Alltag

Die passenden Ess- und Trinkhilfen können Menschen mit Arthritis, Rheuma, Parkinson oder nach einem Schlaganfall spürbar entlasten. Indem sie die täglichen Mahlzeiten wieder selbstständig meistern, gewinnen Betroffene ein großes Stück Lebensqualität zurück. Das Essen wird wieder als etwas Positives erlebt und nicht bloß als Hürde, die es zu überwinden gilt. Wenn die Technik beim Essen und Trinken stimmt und die Hilfsmittel richtig eingesetzt werden, steht auch dem Genuss nichts im Wege – Speisen und Getränke können wieder in Ruhe geschmeckt und geschätzt werden.

Wichtig ist: Jeder Mensch ist anders. Was dem einen hilft, mag für den anderen weniger geeignet sein. Lassen Sie sich im Zweifel z.B. von einem Pflegeberater oder Ergotherapeuten beraten, welche Hilfen für Ihre individuellen Einschränkungen am besten passen. Oft lohnt es sich, verschiedene Produkte auszuprobieren – manche bevorzugen ein bestimmtes Besteck-Set oder finden einen speziellen Trinkbecher, der ihren Bedürfnissen entspricht.

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Viele Ess- und Trinkhilfen sind schon zum kleinen Preis erhältlich und bringen doch einen großen Effekt. Schauen Sie gern in unserem Sortiment vorbei – dort finden Sie vom Teller mit Kipp-Trick über ergonomisches Besteck bis zum 2-Henkel-Becher mit Trinkdeckel zahlreiche praktische Alltagshelfer. Mit der richtigen Ausstattung kehrt die Freude am Essen und Trinken zurück, und Sie oder Ihre Angehörigen können die nächste Mahlzeit wieder entspannt genießen.
So wird die passende Unterstützung zum Schlüssel für mehr Unabhängigkeit und Lebensfreude im Alltag.